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Rutheniumrot

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Strukturformel
Struktur des Rutheniumrot-Kations + 6 · Chloridion
Allgemeines
Name Rutheniumrot
Andere Namen
  • Ruthenrot
  • C.I. 77800
  • Tetradecaammin-di-µ-oxo-triruthenium(III,IV)-hexachlorid-Hydrat
Summenformel H42Cl6N14O2Ru3
Kurzbeschreibung

dunkelroter bis violetter, geruchloser Feststoff<ref name="merck" /><ref name="alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 802-133-7
ECHA-InfoCard 100.228.922
PubChem 16218584
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 786,35 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,11 g·cm−3<ref name="alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Schmelzpunkt

200 °C (Zersetzung)
ab 85 °C Kristallwasserabgabe<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit

löslich in Wasser<ref name="merck" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Rutheniumrot, auch als Ruthenrot bezeichnet, ist ein Komplexsalz des Metalles Ruthenium, das als Farbstoff in der botanischen und zoologischen Histologie zur Anfärbung spezifischer Polysaccharidstrukturen verwendet wird. Nach der chemischen Nomenklatur lautet der Name: Tetradecaammin-di-µ-oxo-triruthenium(III,IV)-hexachlorid-Hydrat<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heraeus Precious Metals – Analytik und Biochemie (Memento vom 2. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> mit der Halbstrukturformel [(NH3)5Ru3+-O-Ru4+(NH3)4-O-Ru3+(NH3)5]Cl6·H2O.<ref name="brauer" />

Gewinnung und Darstellung

Rutheniumrot kann durch Reduktion von in Salzsäure gelöstem Ruthenium(III)-chlorid mit Ethanol und anschließender Reaktion mit einer Ammoniaklösung dargestellt werden.<ref name="brauer" />

Eigenschaften

Rutheniumrot ist ein purpurroter, kupferglänzender, kristalliner Feststoff. Er verliert bei 85 °C zwei Mol Kristallwasser, bei 150 °C das Restliche. Der wasserfreie Komplex bleibt bis 200 °C stabil. In 0,1 N Ammoniak ist es löslich. Die äußerst intensive Rotfärbung ist noch bei einer Verdünnung von 1 ppm sichtbar. Die Verbindung ist ein empfindlicher Redox-Indikator, der in saurer Lösung durch Oxidation von Rot nach Gelb umschlägt.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1751.</ref>

Verwendung

Rutheniumrot wird in der Zoologie zur Anfärbung von Mucopolysacchariden verwendet, in der Botanik lassen sich Pektinstrukturen, wie z. B. die des Kollenchyms, anfärben. Die angefärbten Strukturen erscheinen dabei lichtmikroskopisch, entsprechend der Namensgebung des Farbstoffs, leuchtend rot.

Experimentell kommt Rutheniumrot bei der Untersuchung des Calciumtransports zum Einsatz, da es insbesondere die intrazelluläre Calciumfreisetzung des Ryanodin-Rezeptors<ref name="ryanodin">Tripathy, Lee Xu Ashutosh, Pasek, Daniel A., Meissner, Gerhard; Potential for Pharmacology of Ryanodine Receptor/Calcium Release Channels; Ann NY Acad Sci 1998 853: 130–148; PMID 10603942.</ref> und die Aufnahme von Calcium in die Mitochondrien inhibiert.<ref name="mitochondrium">Hajnóczky G, Csordás G, Das S, Garcia-Perez C, Saotome M, Sinha Roy S, Yi M.; Mitochondrial calcium signalling and cell death: approaches for assessing the role of mitochondrial Ca2+ uptake in apoptosis.; Cell Calcium 2006; 40(5-6): 553–560; doi:10.1016/j.ceca.2006.08.016.</ref> Ferner hemmt Rutheniumrot die Polymerisation von Tubulindimeren und moduliert die Aggregation von FtsZ bei der Zellteilung von Bakterien.<ref name="ftsz">Manas Kumar Santra, Tushar K. Beuria, Abhijit Banerjee and Dulal Panda: Ruthenium Red-induced Bundling of Bacterial Cell Division Protein, FtsZ; June 18, 2004; The Journal of Biological Chemistry, 279, 25959–25965, doi:10.1074/jbc.M312473200</ref>

Daneben wird Rutheniumrot auch als Redoxindikator und zur Textilfaseruntersuchung verwendet.<ref>Omikron Online: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rutheniumrot für die Mikroskopie (Memento vom 7. März 2014 im Internet Archive)</ref>

Einzelnachweise

<references />