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Sebastian Frankenberger

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Sebastian Frankenberger
Sebastian Frankenberger (2024)

Sebastian Korbinian Frankenberger (* 17. September 1981 in Passau) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (bis 2015). Er war von 2010 bis 2014 Bundesvorsitzender der ÖDP und bis 2015 deren Mitglied. Überregionale Bekanntheit erlangte er 2009 als Initiator des erfolgreichen Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz!“ in Bayern.

Leben

Sebastian Frankenberger besuchte von 1992 bis 2001 das Adalbert-Stifter-Gymnasium in Passau. Nach dem Abitur begann er ein Lehramtsstudium in Mathematik und Physik an der Universität Regensburg. 2003 wechselte er an die Universität Passau zu Theologie mit dem Berufsziel Pastoralreferent, das er später wegen innerkirchlicher Veränderungen aufgab. Ob eines der Studienfächer abgeschlossen wurde, ist nicht bekannt. Zusätzlich machte er mehrere Ausbildungen, unter anderem zum Notfallseelsorger und zum staatlich geprüften Fremdenführer für Österreich. Seit 2003 arbeitet er als Kostümtheater-Führer bei den Passauer Stadtfuchs-Touren. 2007 gründete er in Linz mit zwei Kolleginnen den StadtLux (nicht mehr aktiv) , interaktive Kostümtheater-Führungen mit gruppenpädagogischen Spielelementen. Er inszeniert Vernissagen und Liveübertragungen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/on3.deEine Lichtkugel, die Energie verströmt (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot BR, on3 südwild, 22. September 2009</ref> Darüber hinaus war er als Notfallseelsorger tätig und arbeitete im Frühjahr 2008 als Aushilfsreligionslehrer an einer Realschule.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nichtraucheraktivist und Notfallseelsorger (Memento vom 25. Oktober 2010 im Internet Archive) Bayern 2 Radio, Eins zu Eins. Der Talk mit Ursula Heller, 14. Oktober 2010</ref>

Im Juni 2011 brach der Verein „Streitkultur“ mit Frankenberger den Weltrekord im 44-Stunden-Dauerdebattieren an der Universität Tübingen und erhielt so einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.<ref>44 Stunden Weltrekord-Debatte – Muss sich Deutschland neu erfinden? streitkultur.net, 24. Juni 2011</ref> Im August 2011 erschien sein Buch „Volk, entscheide! − Visionen eines christlichen Polit-Rebells“.<ref>Frankenberger-Buch auf dem Markt Passauer Neue Presse (pnp.de), 25. August 2011</ref>

2017 gründet er die DonauGuides GmbH, mit der er Erlebnisse entlang der Donau vermittelt. Während der Corona-Pandemie gründete Frankenberger 2020 die Beratungsagentur Tourismus-Trainings, mit der er unter anderem zweimalig den Donau-Moldau-Guide-Tag für Gästeführer im Dreiländereck Bayern, Oberösterreich, Südböhmen veranstaltete. Seitdem gab es keine Veranstaltungen mehr. Seit 2022 ist Frankenberger der Geschäftsführer des Bildungsinstituts Guide-Training mit Sitz in Wien und führt neben österreichischen Fremdenführerkursen auch Aus- und Weiterbildungen für Guides in Deutschland durch.

2021 gründete Frankenberger die Eventagentur Hybrid-Streaming und überträgt Theater, Musikveranstaltungen und Konferenzen.

Seit 2019 lebte Frankenberger in Wien, Linz und Passau. Seine Wohnung in Passau hat er auch während seiner Jahre in Österreich behalten.<ref name="Zimniok">Carina Zimniok: Nach Jahren in Wien: Sebastian Frankenberger kehrt zurück in die bayerische Politik. In: www.merkur.de. 3. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Politische Karriere

Während seiner Schulzeit wurde Frankenberger zum Bezirksschülersprecher Niederbayerns gewählt und engagierte sich später als studentischer Senator der Universität Passau. Zunächst war er Mitglied der Schüler Union, deren Vorsitz er in Passau übernahm, sowie der CSU.<ref>Beckstein und Frankenberger im Interview „Idealist? Absolut!“ sueddeutsche.de, 15. Oktober 2010</ref> 2004 trat er aus der CSU aus und wechselte zur ÖDP. Den Kommunalwahlkampf 2008 gestaltete er für die ÖDP maßgeblich mit, wurde in den Stadtrat Passau gewählt und gehörte diesem von 2008 bis 2011 an. 2008 wurde er zudem stellvertretender Geschäftsführer der bayerischen ÖDP; dieses Amt bekleidete er bis Ende 2010. Im Herbst 2010 wurde er in den Vorstand des bayerischen Landesverbandes von Mehr Demokratie gewählt, in dem er sich für bundesweite Volksentscheide einsetzte; hierfür hielt er auch Vorträge mit szenischen Spielen an Schulen. Dieses Vorstandsmandat legte er im Februar 2015 nieder.<ref name="hogn" />

Auf dem 41. Bundesparteitag der ÖDP am 13. November 2010 in Regensburg setzte er sich gegen zwei Mitbewerber durch und wurde zum Parteivorsitzenden gewählt.<ref>Held der Nichtraucher, Zeit, 12. November 2010</ref> Er trat damit die Nachfolge des Physikers Klaus Buchner an, der aus Altersgründen nicht mehr kandidiert hatte. Sein Passauer Stadtratsmandat legte Frankenberger Ende Januar 2011 nach eigenen Aussagen wegen der neuen Parteifunktion nieder.

Bei der Landtagswahl in Bayern 2013 trat Frankenberger als Direktkandidat im Stimmkreis München-Schwabing an<ref>http://www.wahlen.bayern.de/lw2013/stkrbew_ob.htm</ref>. Er trat außerdem auf Platz 1 der ÖDP-Liste im Wahlkreis Oberbayern an.<ref>http://www.wahlen.bayern.de/lw2013/wkrbew_ob.htm#7.</ref> Vor der Wahl radelte Frankenberger in 90 Tagen durch die 90 bayerischen Landtagswahlkreise. Auch bei der Europawahl 2014 war Frankenberger Kandidat der ÖDP.<ref>Der Strampler: Sebastian Frankenberger will in den bayerischen Landtag – Chancen hat er kaum Badische Zeitung, Reportage, 12. September 2013</ref>

Im Juni 2014 kündigte Frankenberger seinen Ausstieg aus der Politik an.<ref>„Ich gönne mir jetzt eine Auszeit“ sueddeutsche.de, 3. Juni 2014. Abgerufen am 5. März 2015.</ref> Im November 2014 verlor Frankenberger in einer Kampfabstimmung den Bundesvorsitz an Gabriela Schimmer-Göresz. Am 19. Februar 2015 erklärte er nach internen Diskrepanzen seinen Austritt aus der ÖDP und seinen Rückzug aus der Politik.<ref>https://sebastian-frankenberger.de/austritt-aus-der-oedp/</ref><ref name="hogn">http://www.hogn.de/2015/02/20/1-da-hogn-geht-um/nachrichten-niederbayern/sebastian-frankenberger-oedp-austritt-parteiaustritt-interview-passau-linz/63789</ref> Eine Rückkehr in die Politik hatte er sich aber stets offengehalten.<ref name="Zimniok" />

2015 bis 2019 war Frankenberger in der Fachgruppe Sport und Freizeit beinahe eine Periode lang Branchensprecher der austriaguides in Oberösterreich der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). (Die WKO Wahlen finden alle fünf Jahre statt und sind Fraktionswahlen, keine Persönlichkeitswahlen.) Von 2015 bis 2020 leitete er fünfmal den oberösterreichischen Fremdenführerkurs am WIFI Linz.<ref> so die Angaben auf der Homepage von Frankenberger unter https://sebastian-frankenberger.de/, abgerufen am 21. Februar 2016 </ref>

2024 wurde Frankenberger zum Präsidenten der World Federation of Tourist Guide Associations (WFTGA) gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2026 wurde Frankenberger als Parteiloser auf der Liste der FDP in den Passauer Stadtrat gewählt.<ref>dpa: Passauer FDP mit drei "Revoluzzern" im Stadtrat. In: www.abendzeitung-muenchen.de. 10. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Rolle beim Nichtraucherschutz

Datei:Frankenberger nichtraucherschutz.JPG
Frankenberger (2010)

Von 1996 bis 1998 hatte die ÖDP mit „Schlanker Staat ohne Senat“ bereits ein erfolgreiches Volksbegehren betrieben. Seit 2007 setzte sich Frankenberger dafür ein, über die ÖDP ein Volksbegehren zum Nichtraucherschutz zu initiieren.<ref>Ein Mann, viele Pläne FAZ, 21. August 2010</ref> Als die seit 2008 amtierende bayerische Staatsregierung aus CSU und FDP eine Lockerung der Rauchverbote in Gaststätten einführte, lancierte die ÖDP das Volksbegehren „Für echten Nichtraucherschutz!“. Nachdem sich Ende 2009 in der 14-tägigen Frist 13,9 Prozent der Stimmberechtigten in die Unterstützerlisten eingetragen hatten (es wären lediglich 10 % notwendig gewesen) und der Landtag die Gesetzesänderung aufgrund des Volksbegehrens ablehnte, kam es am 4. Juli 2010 bayernweit zu einem Volksentscheid, bei dem 61 % der abgegebenen Stimmen für die Verschärfung des Nichtraucherschutzes votierten.

Das Gesetz zum Schutz der Gesundheit (Gesundheitsschutzgesetz – GSG) vom 23. Juli 2010 trat zum 1. August 2010 in Kraft.

In der Folgezeit wurde Frankenberger Ziel zahlreicher Anfeindungen.<ref>Schöne Bescherung (III) – Frankenbergs Geschenke, SZ-Magazin, Heft 45/2010 vom 12. November 2010. Abgerufen am 5. März 2015.</ref> So erhielt er Morddrohungen, ebenso wurde er in E-Mails als „Nazi“ beschimpft. Zudem wurde er beim Besuch in Restaurants und Kneipen sowohl von Wirten als auch von Gästen beleidigt<ref>Hexenjagd auf Nichtraucher-Politiker – „Du Schwein, dich bringen wir um!“ spiegel.de, 21. August 2010</ref> oder erhielt Hausverbot.<ref>Weltverbesserer und Hassfigur, Frankfurter Rundschau vom 14. November 2010</ref> 2010 wurde er aufgrund seiner Aktivitäten im Vorfeld des 200. Münchener Oktoberfestes beim Theater Schichtl öffentlich „geköpft“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Oktoberfest 2010, Da raucht der Kopf! (Memento vom 20. September 2010 im Internet Archive) BR Online, 18. September 2010</ref>

Frankenberger trat häufig in Talkshows mit der Forderung nach mehr direkter Demokratie auf, u. a. bei hart aber fair,<ref>Deutschland 21 – Land der Schlichter und Stänkerer ARD, hart aber fair, 1. Dezember 2010</ref> Maybrit Illner,<ref>Atom stoppen, Steuern senken ZDF, Maybrit Illner, 30. Juni 2010</ref> Michel Friedman<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Die große Schlacht ums Rauchverbot" (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.n24.de N24, Studio Friedmann, 9. Juli 2010</ref> und Peter Hahne.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.zdf.deDeutschland ohne Qualm! Die Diktatur der Nichtraucher? (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot ZDF, Peter Hahne, 11. Juli 2010</ref> Aufgrund seines Einsatzes für den Nichtraucherschutz wurde er für den bayerischen Verdienstorden vorgeschlagen<ref>Verdienstorden für Frankenberger? Münchner Merkur, 15. November 2010</ref> und für den Politikaward 2010 nominiert.<ref>Politikaward 2010 – Frankenberger unter den Top-Politikern 2010 Medien Denk, 24. November 2010</ref>

2011 wurde Frankenberger bei einer Veranstaltung der ÖDP im Rahmen des Politischen Aschermittwochs in einer Gaststätte von deren Besitzer des Lokals verwiesen. Die Veranstaltung, bei der Frankenberger als Redner auftreten sollte, musste deshalb kurzfristig örtlich verlegt werden.<ref>ÖDP-Chef unerwünscht. Wirt wirft Frankenberger raus. sueddeutsche.de, 10. März 2011. Abgerufen am 5. März 2015.</ref>

In einer Phoenix-Polittalk-Sendung nannte ihn der ZDF-Journalist Wolfgang Herles einen „wildgewordenen Jungfaschisten“.<ref>ÖDP-Chef gegen ZDF-Journalist. Frankenberger droht Herles mit Klage – SZ, 2. April 2012. Abgerufen am 5. März 2015.</ref> Gegen die Bezeichnung hat Frankenberger daraufhin eine strafbewehrte Unterlassungserklärung erwirkt.<ref>Dietrich Mittler: ÖDP-Chef gegen ZDF-Journalist Herles: Herles tritt nach, Frankenberger will klagen. In: sueddeutsche.de. 1. April 2012, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 5. Dezember 2016]).</ref>

Bibliographie

Weblinks

Commons: Sebastian Frankenberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Herbert Gruhl (1982–1989) | Hans-Joachim Ritter (1989–1993) | Bernd Richter (1993–1995) | Hans Mangold (1995–1997) | Susanne Bachmaier (1997–2000) | Uwe Dolata (2000–2003) | Klaus Buchner (2003–2010) | Sebastian Frankenberger (2010–2014) | Gabriela Schimmer-Göresz (2014–2017) | Agnes Becker (kommissarisch 2018) | Christoph Raabs (2018–2020) | Christian Rechholz (2020–2022) | Charlotte Schmid (2022–2024) | Günther Brendle-Behnisch (seit 2024)

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