Max Staercke
Max Staercke (* 5. September 1880 in Güstebiese (Neumark)<ref name=":0" /><ref name=":1">Bertold Jonas: Hofrat Max Staercke. In: Burkhard Regenberg, Heimatkreis Königsberg/Neumark (Hrsg.): Königsberger Kreiskalender. Das Heimatbuch für den Kreis Königsberg/Neumark. Heimatkreis Königsberg/Neumark, Hannover 2005, S. 31–37.</ref>; † 10. Juli 1959 in Detmold)<ref>Biographie und Bibliographie Max Staerckes. (PDF; 12,7 kB) Abgerufen am 16. Mai 2013.</ref> war ein deutscher Zeitungsverleger und Politiker in Detmold.
Leben
Max Staercke wurde am 5. September 1880 in Güstebiese an der Oder geboren. Er wuchs als eines von fünf Kindern in einer kleinbürgerlichen Familie auf. Der Ort, der zu dieser Zeit etwa 1.000 Einwohner zählte, war maßgeblich durch Schifffahrt, Handel und Handwerk geprägt.
Nach dem Besuch der Dorfschule begann Staercke im Alter von 14 Jahren eine Berufsausbildung. Da er ein besonderes Interesse am Buchdruck sowie eine sprachliche Begabung zeigte, entschied er sich für eine Lehre als Schriftsetzer- und Buchdrucker. Er folgte damit dem Beispiel eines Jugendfreundes und trat eine Stelle in der Druckerei von Gustav Humboldt in Blomberg (Lippe) an.<ref name=":1" />
Schon während seiner Lehrzeit entwickelte Staercke ein starkes politisches Interesse und wurde maßgeblich von Friedrich Naumann und dessen „National-sozialem Verein“ geprägt. Sein politisches Engagement und sein journalistisches Talent führten ihn zur Schüttorfer Zeitung. Deren Verleger, Adolf Neumann-Hofer, wurde auf ihn aufmerksam, woraufhin Staercke um das Jahr 1900 die Chefredaktion des Blattes übernahm.<ref name=":1" />
Seit 1905 war er Redakteur der Lippischen Landes-Zeitung,<ref>Jürgen Scheffler, in Rosenland, Zeitschrift für Lippische Geschichte, Nr. 09/2009, Lokale Erinnerung im Schatten der Vergangenheit. Die Gedenkfeier für die lippischen Juden in Lemgo 1948. Eine Ausstellung zur Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in den frühen Nachkriegsjahren. Staercke hatte die Idee zur Gedenkfeier. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF ( des Vorlage:IconExternal vom 12. November 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> nach 1907 leitete er die Zeitung. Staercke heiratete im Jahr 1908 die Lehrerin Tine Kistemaker (1884–1950) aus Alkmaar. Aus der Ehe gingen zwischen 1909 und 1915 vier Kinder hervor (eine Tochter und drei Söhne). Die Familie pflegte ein enges, fast familiäres Verhältnis zu Staerckes Mentor Adolf Neumann-Hofer.<ref name=":1" /> 1912 kaufte er die Meyersche Hofbuchhandlung von Adolf Neumann-Hofer. 1920 erwarb er dann die Lippische Landes-Zeitung und führte sie als redaktioneller und geschäftlicher Leiter weiter. In den 1920er Jahren profilierte er sich trotz seiner nationalliberalen Gesinnung und gegen starke völkische Widerstände in Detmold als konsequenter Gegner des Antisemitismus.<ref>Andreas Ruppert: Max Staercke (1880–1959) – Publizist und Politiker in Lippe. In: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 12 (September 2011), S. 35–52 (hier: 48 f.).</ref>
Trotz seines Lebensmittelpunkts in Detmold blieb er seiner Heimatgemeinde Güstebiese eng verbunden. Um 1930 ließ er dort ein Landhaus errichten und förderte maßgeblich die Entwicklung des Dorfes zum Luftkurort, unter anderem durch die Finanzierung von Parkanlagen und die Herausgabe von Werbeprospekten in seinem Verlag.<ref name=":1" />
1935 verkaufte er seine Zeitung zwangsweise an den NS-Verlag Lippische Staatszeitung. Nach dem Umzug nach Berlin gründete Staercke den Maximilianverlag.
1945 wurde er in Güstebiese (Ldkr. Königsberg) verhaftet und geriet in sowjetische Gefangenschaft. 1945 konnte er nach Detmold zurückkehren. 1955 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
Politisches Wirken
1901 hatte Staercke die Lippische Liberale Partei mitgegründet. 1912 war er Stadtverordneter in Detmold. Bei der Landtagswahl in Lippe 1913 wurde er in den Landtag Lippe gewählt. Er war Mitglied des Volks- und Soldatenrates des Landes Lippe in der Zeit von November 1918 bis Februar 1919 und Mitglied des Landtages des Landes Lippe. Für seine Verdienste um das Gemeinwohl im Lipper Land wurde ihm der Titel Hofrat verliehen. In der Weimarer Republik wechselte er mehrfach die Parteizugehörigkeit. Die DDP vertrat er ab 1919 bis 1920 im Landtag, ab 1925 die Wirtschaftliche Vereinigung der Haus- und Grundbesitzer, Hypothekengläubiger und Sparer und ab 1929 die DVP. Von 1925 bis 1929 war er Mitglied des Lippischen Landespräsidiums im Kabinett Drake V und im Kabinett Drake VI sowie von 1927 bis 1929 Stellvertretender Bevollmächtigter Lippes zum Reichsrat. 1933 musste er seine politische Tätigkeit aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten beenden.
Zusammen mit Heinz Krekeler führte er nach dem Zweiten Weltkrieg die bestehenden beiden Kreisverbände der FDP im Kreis Lemgo und im Kreis Detmold zusammen und gründete am 6. September 1946 die Landesgruppe Lippe der FDP. 1949 wurde er als Ehrenmitglied in die Tübinger Burschenschaft Derendingia aufgenommen, der er bis zu seinem Tode angehörte.<ref name=":0">Unsere Toten. In: Burschenschaftliche Blätter, 75. Jg. (1960), H. 6, S. 153.</ref> Von 1948 bis 1956 war er Mitglied des Kreistags Detmold.
Literatur
- Andreas Ruppert: Publizist und Politiker – Max Staercke (1880–1959). In: Lippischer Heimatbund e. V. und Landesverband Lippe (Hrsg.): Heimatland Lippe. Band 102, Nr. 2. Lippischer Zeitungsverlag Giesdorf, Februar 2009, ISSN 0017-9787, S. 34 f. (Heimatland Lippe 102.2009.02).
- Andreas Ruppert: Max Staercke (1880–1959) – Publizist und Politiker. In: Rosenland Zeitschrift für lippische Geschichte. September 2011, S. 35 (rosenland-lippe.de [PDF; 2,1 MB]).
- Katrin Jaspers, Wilfried Reininghaus: Westfälisch-lippische Kandidaten der Januarwahlen 1919. Eine biographische Dokumentation (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge. Band 52). Aschendorff, Münster 2020, ISBN 978-3-402-15136-5, S. 236.
- Helge Dvorak: Politiker – Nachträge. In: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I, Nr. 9. Koblenz 2021, S. 166 f. (burschenschaftsgeschichte.de [PDF]).
- Bertold Jonas: Hofrat Max Staercke. In: Burkhard Regenberg, Heimatkreis Königsberg/Neumark (Hrsg.): Königsberger Kreiskalender. Das Heimatbuch für den Kreis Königsberg/Neumark. Heimatkreis Königsberg/Neumark, Hannover 2005, S. 31–37.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Staercke, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Zeitungsverleger und Politiker (Lippische Liberale Partei, DDP, DVP, FDP) |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1880 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 10. Juli 1959 |
| STERBEORT | Detmold |
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