Otto Richard Kraetzschmar
Otto Richard Kraetzschmar (allgemein Richard Kraetzschmar genannt;<ref>Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5.</ref> * 10. August 1867 in Leipzig; † 8. Juli 1902 in Marburg) war ein deutscher evangelischer Theologe.
Leben
Richard Kraetzschmar, dessen Vater Volksschullehrer war, verbrachte seine Jugend in Leipzig und studierte anschließend an der Universität Leipzig klassische Philologie. Seit Sommer 1886 war er Mitglied der Leipziger Universitäts-Sängerschaft zu St. Pauli (heute Deutsche Sängerschaft).<ref>Gesamtverzeichnis der Pauliner vom Sommer 1822 bis Sommer 1938, Leipzig 1938, S. 89.</ref> Das anschließende Semester verbrachte er mit dem Studium der Theologie. Gleichzeitig erlernte er Semitische Sprachen. Im Jahr 1889 wurde er mit einer von Friedrich Delitzsch betreuten Dissertation zur assyrischen Sprache zum Dr. phil. promoviert. Nachdem er auch sein Theologie-Studium bei Franz Delitzsch und Hermann Guthe abgeschlossen hatte, wurde er Religionslehrer an der Zweiten Realschule in seiner Heimatstadt.<ref>Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5, hier S. 3.</ref> Doch lieber widmete er sich der wissenschaftlichen Arbeit. Deshalb ging er an die Universität Marburg, wo er im Sommer 1894 zum Licentiaten der Theologie promoviert und bereits im Herbst desselben Jahres für das Fach Alttestamentliche Exegese habilitiert wurde.<ref>Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5, hier S. 3–4.</ref>
Mit seiner Habilitation begann Kraetzschmar, an der Theologischen Fakultät der Universität Marburg alttestamentliche Theologie und Hebräisch zu unterrichten. Zu Ostern 1901 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt.<ref name="Nachruf 4">Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5, hier S. 4.</ref>
Am 8. Juli 1902 verstarb Richard Kraetzschmar in Marburg an einem Herzleiden.<ref>Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5, hier S. 5.</ref>
Familie
Richard Kraetzschmar heiratete 1898 Hermine Gautzsch, die 1901 starb.<ref name="Nachruf 4" />
Schriften
- Relativpronomen und Relativsatz im Assyrischen. Universität Leipzig 1890 (Diss.).
- Die Bundesvorstellung im Alten Testament in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Marburg 1896 (Habilitationsschrift).
- Das Buch Ezechiel übersetzt und erklärt. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 1900.
- Prophet und Seher im alten Israel. Mohr, Tübingen 1901.
- Hebräisches Vokabular. Mohr, Tübingen 1902.
Literatur
- Hartmut Lohmann: Kraetzschmar, Otto Richard. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 581.
- Richard Kraetzschmar (Nachruf). In: Chronik der Königlich-Preußischen Universität Marburg, Jg. 16 (1902/1903). Koch, Marburg 1903, S. 3–5.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kraetzschmar, Otto Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | 10. August 1867 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 8. Juli 1902 |
| STERBEORT | Marburg |