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Thionylchlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von Thionylchlorid
Allgemeines
Name Thionylchlorid
Andere Namen
  • Thionyldichlorid (IUPAC)
  • Schwefligsäurechlorid
  • Chlorthionyl
Summenformel SOCl2
Kurzbeschreibung

farblose, stark lichtbrechende, erstickend riechende Flüssigkeit<ref name="roempp">Eintrag zu Thionylchlorid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-748-8
ECHA-InfoCard 100.028.863
PubChem 24386
ChemSpider 22797
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 118,97 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,638 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−104,5 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

76 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 124 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 188 hPa (30 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 435 hPa (50 °C)<ref name="GESTIS" />
Löslichkeit

teils heftige Zersetzung mit Wasser und Alkoholen<ref name="roempp" />

Brechungsindex

1,518 (20 °C)<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.863">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​331​‐​314​‐​335
EUH: 014​‐​029
P: 261​‐​280​‐​301+312​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 1 ml·m−3 bzw. 5 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 7719-09-7 bzw. Thionylchlorid)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Thionylchlorid (Trivialname) ist eine stark lichtbrechende farblose Flüssigkeit, das Dichlorid der Schwefligen Säure.

Geschichte

Thionylchlorid wurde erstmals im Jahre 1849 durch die Umsetzung von Schwefeldioxid mit Phosphorpentachlorid erhalten.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Nachdem seine Eignung als Chlorierungsreagenz erkannt worden war, wurde es etwa ab 1900 im industriellen Maßstab hergestellt und verwendet.<ref name="Ullmann">H.-D. Lauss, W. Steffens: Sulfur Halides. In: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2012, doi:10.1002/14356007.a25_623.</ref>

Eigenschaften

Datei:Thionyl-chloride-2D-dimensions.svg
Bindungslängen und -winkel von Thionylchlorid

Thionylchlorid ist eine farblose bis gelbliche, an der Luft rauchende Flüssigkeit, die sich in Wasser oder bei Erhitzung oder unter Lichteinwirkung zersetzt. Ihre Dämpfe wirken schon bei großer Verdünnung erstickend.<ref name="GESTIS" /> Die Verbindung reagiert heftig mit Wasser und Basen sowie mit einigen Alkoholen. Beim Erhitzen über 80 °C zerfällt es in Schwefeldioxid, Chlor und Dischwefeldichlorid,<ref>Thionylchlorid (7719-09-7), Universität Münster, abgerufen am 4. November 2014.</ref> gemäß der Gleichung:

<math>\mathrm{4 \ SOCl_2 \ \longrightarrow \ 2 \ SO_2 + S_2Cl_2 + 3 \ Cl_2}</math>

Bei der Reaktion mit Wasser bilden sich Chlorwasserstoff und Schwefeldioxid:<ref name="GESTIS" />

<math>\mathrm{SOCl_{2(l)} + H_2O_{(l)} \ \longrightarrow \ 2 \ HCl_{(g)} + SO_{2(g)}}</math>

Herstellung

Thionylchlorid wird im Labor durch Einleiten von Schwefeltrioxid in Schwefeldichlorid oder durch Überleiten von Schwefeldioxid über Phosphorpentachlorid hergestellt:<ref>G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry. 2. Auflage. vol. 1, Academic Press, 1963, S. 382–383.</ref>

<math>\mathrm{SCl_2 + SO_3 \ \longrightarrow SOCl_2 + SO_2}</math>
<math>\mathrm{PCl_5 + SO_2 \ \longrightarrow POCl_3 + SOCl_2}</math>

Verwendung

Einzelnachweise

<references />