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Neue Oper Wien

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Die Neue Oper Wien (NOW) ist eine freie Opern- und Musiktheatergruppe in Wien, die sich seit ihrer Gründung 1990 der zeitgenössischen Oper und dem Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Sie gilt heute als eine der wichtigsten Institutionen für modernes Musiktheater in Österreich. Die Produktionen finden ohne feste Spielstätte statt und werden jeweils an räumlich und akustisch passende Orte in Wien und darüber hinaus angepasst.

Geschichte und Ziele

Die Neue Oper Wien wurde 1990 in Wien vom französischen Regisseur Olivier Tambosi gegründet. Musikalischer Leiter war seit 1991 Walter Kobéra, von 1993 bis Ende 2025 auch Intendant. Seit Anfang 2026 leiten Anna Sushon<ref>Angie Weikmann: die NOW Intendanz. 28. Oktober 2020, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> als Intendantin und Alexander Kaimbacher als kaufmännischer Leiter die Neue Oper Wien.

Neben dem heutigen Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik verfolgt die Neue Oper Wien das Ziel, die Distanz zwischen Bühne und Publikum zu verringern und eine unmittelbare, sinnliche und intellektuell anregende Form des Musiktheaters zu schaffen. In den ersten Jahren ihres Bestehens umfasste das Programm auch Werke außerhalb des zeitgenössischen Repertoires, bevor sich die Institution zunehmend auf Opern und Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisierte. Sprache, Szene und Musik sollen sich nicht gegenseitig behindern, sondern einander verstärken und zu einer idealen Form des Theaters verschmelzen. Die Neue Oper Wien verfügt über keine eigene Spielstätte oder festes Ensemble. Spielstätten werden für die jeweiligen Opern ausgesucht und die Bühnenbilder eng an die räumlichen Vorgaben angepasst. Aufführungsstätten sind unter anderem das Odeon, das Semperdepot, die Bank Austria Halle im Gasometer, die Remise, das Theater Akzent, das MuTh im Augarten, das Jugendstiltheater im Otto-Wagner-Areal oder die Halle E im MuseumsQuartier.

Die Neue Oper Wien arbeitet regelmäßig mit dem Theater an der Wien, den Wiener Festwochen, dem MÜPA-Palace of Arts Budapest, den Bregenzer Festspielen und Wien Modern zusammen. Von 2005 bis 2007 war sie beim Internationalen Kammeropern-Festival in Zwolle/NL zu Gast, 2024 mit Pascal Dusapins Passion bei den New Opera Days Ostrava.<ref>Passion | Extra akce - opera | Národní divadlo moravskoslezské. Abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

Repertoire

Das Repertoire umfasst seit 1993 mit wenigen Ausnahmen Werke des 20. und 21. Jahrhunderts und beinhaltet Uraufführungen, österreichische Erstaufführungen, Neu- und Wiederentdeckungen. So zum Beispiel 1996 die österreichische Erstaufführung von Billy Budd von Benjamin Britten. Die erste szenische Umsetzung von Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern im Jahr 2003 in Koproduktion mit den Wiener Festwochen sorgte für internationales Aufsehen.

2009 schrieb die Neue Oper Wien gemeinsam mit dem Musikverlag Doblinger und der BNP Paribas Stiftung den Gerhard-Schedl-Musiktheater-Wettbewerb aus. Das Gewinnerwerk Woyzeck 2.0 – Traumfalle von Markus Lehmann-Horn wurde im April 2012 in Wien uraufgeführt.<ref>Office Neue Oper Wien: Woyzeck 2.0 - Traumfalle. 17. April 2012, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

Peter Eötvös widmete Walter Kobéra und der Neuen Oper Wien 2013 seine Oper Paradise Reloaded (Lilith).<ref>Office Neue Oper Wien: PARADISE RELOADED (LILITH). 25. Oktober 2013, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

2020 entwickelte die Neue Oper Wien gemeinsam mit Marco Di Sapia einen Kurzfilm, der in die Welt der zeitgenössischen Musik einführen soll: Modern hab' ich so gern – Wiener Schmäh trifft auf zeitgenössische Musik unter der Beteiligung von Alexander Kaimbacher, Gan-ya Ben-gur Akselrod, Anna Sushon und Ronald Sedlaczek.<ref>Modern hab' ich so gern'. Neue Oper Wien, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. September 2020; abgerufen am 10. August 2020.</ref><ref>Office Neue Oper Wien: Modern hab' ich so gern'. 27. Juni 2020, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

Auszeichnungen

2014 wurde die Neue Oper Wien für ihre Produktion Punch und Judy von Sir Harrison Birtwistle beim Armel Opera Wettbewerb ausgezeichnet und erhielt den ARTE Publikumspreis sowie den Preis für die beste Produktion. 2018 gewann die Neue Oper Wien den Österreichischen Musiktheaterpreis in der Kategorie „Beste Off-Theaterproduktion“ für die Oper Pallas Athene weint von Ernst Krenek.<ref>Preisträger - Der Österreichische Musiktheaterpreis. 21. Juni 2022, abgerufen am 20. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch in den darauffolgenden Jahren war die Neue Oper Wien in der Kategorie „Beste Off-Theaterproduktion“ für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert, 2019 für Leonard Bernsteins A Quiet Place und 2020 für Gerhard Schedls Julie & Jean. 2021 wurde die Neue Oper Wien als erste frei arbeitende Musiktheatergruppe mit dem Preis der Deutschen Theaterverlage ausgezeichnet.<ref>Preis der Deutschen Theaterverlage vergeben. In: Nachtkritik.de. 9. Dezember 2021, abgerufen am 12. Dezember 2021.</ref>

Aufführungen (Auswahl)

Uraufführungen

Österreichische Erstaufführungen

Weblinks

Einzelnachweise

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