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Deutsche Goldreserven

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Datei:Goldvault nyc.jpg
Goldlager der Federal Reserve Bank von New York

Als Deutsche Goldreserven werden diejenigen Goldreserven bezeichnet, die im Eigentum der Deutschen Bundesbank stehen. Die Bundesrepublik Deutschland verfügt nach den USA über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Dabei lagert etwas mehr als die Hälfte der Goldbestände in Frankfurt, nämlich 50,51 %. 12 % der Bestände hält die Bank of England in London und 37 % die Federal Reserve Bank of New York (Stand 2022<ref>https://www.bundesbank.de/de/presse/reden/das-gold-der-deutschen-897330 und https://www.bundesbank.de/resource/blob/743058/cfbf61702bf28f8cc4a73b0a32800bfa/mL/goldbarrenliste-data.pdf</ref>).

Allgemeines

Gemäß § 3 BBankG hält und verwaltet die Deutsche Bundesbank die Währungsreserven und mithin den Goldbestand. Dieser umfasste am 31. Dezember 2019 3.366.500 kg Feingold in Goldbarren. Ausgewiesen wurden diese Goldbestände in der Bilanz der Bundesbank mit 146,562 Mrd. Euro; 2021 waren es 173,821 Mrd. Euro; Ende 2023 dann 201,335 Mrd. und Ende 2024 270,580 Mrd. Euro.<ref>Der Jahresabschluss der Deutschen Bundesbank für das Jahr 2024. Abgerufen am 18. September 2025.</ref> Für Mitte 2025 wurde ein Wert von 340 Mrd. Euro errechnet.<ref>Wie sicher ist das deutsche Gold in New York? 2. Mai 2025, abgerufen am 18. September 2025.</ref> Daneben besitzt die Bundesbank umfangreiche Währungsreserven.<ref name="BuBa_Geschaeftsbericht_2019">Bundesbank Geschäftsbericht 2019 (PDF; 1 MB), Seite 53 (Stand 31. Dezember 2019) – Abgerufen am 28. März 2019</ref>

Die Goldreserven der Bundesbank sind seit dem Ende der 1960er Jahre<ref name="Wolf-Doettinchem_2004-07-01">Lorenz Wolf-Doettinchem; Jan Christoph Wiechmann: Der letzte Schatz der Deutschen. In: Stern vom 1. Juli 2004 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 8. August 2010 im Internet Archive)).</ref> die zweitgrößten der Welt.<ref name="focus_2011-03-04">Daniel Gratzla: Der Goldschatz der Bundesbank. In: Focus Online. vom 4. März 2011 (online).</ref> Nur die Vereinigten Staaten haben noch größere Goldreserven.

Die Bundesbank könnte die Reserven im Zuge einer Währungskrise verpfänden oder verkaufen.<ref name="handelsblatt-2013-50-29">Dorit Heß: Der Goldschatz geht auf Reisen. In: Handelsblatt. Nr. 50, 12. März 2013, S. 29.</ref>

Bestand und Lagerstellen

Jedes Jahr veröffentlicht die Deutsche Bundesbank einen „Bericht zum Goldbestand der Deutschen Bundesbank“, in dem Barren-, Melt- oder Inventarnummer, Barrenanzahl, Bruttogewicht, Feingewicht und Feingehalt sämtlicher im Besitz der Bundesbank befindlichen Goldbarren unter Angabe der Lagerstätte aufgelistet werden.<ref>Goldbestand der Deutschen Bundesbank, Stand: 31.12.2024 – Überblick über die Lagerstellenverteilung des Goldbestandes der Deutschen Bundesbank. Deutsche Bundesbank, abgerufen am 12. April 2025.</ref> Der Goldbestand der Bundesbank nahm in den Jahren 1998 bis 2024 von 3.551 auf 3.351 t, d. h. um 200 t ab. Mit dem Übergang vom Europäischen Währungssystem zur Europäischen Währungsunion übertrug die Bundesbank – wie alle am Eurosystem teilnehmenden Zentralbanken – Währungsreserven an die Europäische Zentralbank, darunter unter anderem 232 Tonnen Gold.<ref name="Gold der Deutschen">Das Gold der Deutschen. Forum Bundesbank in der Hauptverwaltung in Hessen, 21. September 2022, abgerufen am 12. April 2025.</ref>

Im Jahr 2013 beschloss die Bundesbankdirektion ein neues Lagerstellenkonzept für die deutschen Goldreserven, nach dem ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven im Inland lagern sollte.<ref name="Gold der Deutschen"/> Bis 2017 wurden 300 Tonnen Gold aus New York<ref>Frank Stocker: 300 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland geholt. In: Die Welt. 9. Februar 2017.</ref> und 374 Tonnen aus Paris<ref>dpa: Der Goldschatz ist zurück. In: Handelsblatt. 23. August 2017.</ref> nach Frankfurt gebracht. Die damit verbundene Auflösung des Depots in Paris wurde damit begründet, dass Frankreich genauso wie Deutschland den Euro als Währung habe und Paris kein Handelsplatz für Gold wie etwa London sei.<ref name="Gold der Deutschen" /> Während zum Jahresende 1998 nur 119 t Gold in Frankfurt lagerten (3,4 % des Gesamtbestands), waren es Ende 2024 1710 t (51,0 %).

Die Goldbestände in New York, Paris und London waren aufgrund anhaltender deutscher Exportüberschüsse entstanden. Die Importe aus Deutschland wurden von den Empfängerländern teilweise in Reservewährungen und teilweise in Gold bezahlt und das Gold wurde der Einfachheit halber und aus Kostengründen vor Ort eingelagert. Das Gold in New York, London oder Paris war also nicht aus Deutschland dorthin transportiert worden. Insofern sind immer wieder erhobene Forderungen nach „Zurückholung“ der deutschen Goldreserven irreführend. Während der Zeit des Kalten Krieges spielten auch sicherheitspolitische Überlegungen eine Rolle, d. h. man wollte das Gold an einem weit von der Sowjetunion entfernten Ort aufbewahrt sehen.<ref name="Gold der Deutschen"/>

Ende 2022 hatte der Goldbestand nach Angaben der Bundesbank einen Wert von 184 Milliarden Euro.<ref>Deutschlands Gold ist auch im Ausland sicher. 11. Januar 2024, abgerufen am 22. Juni 2024.</ref> Ende 2021 belief sich der wertmäßige Anteil des Goldes an den Währungsreserven der Bundesbank auf rund 66 %. 1972 lag der Anteil noch unter 30 %, was maßgeblich an dem damals viel niedrigeren Goldpreis lag.<ref name="Gold der Deutschen"/>

Die Unversehrtheit der Goldbarren wird regelmäßig zerstörungsfrei mittels Ultraschall, mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer (um die Zusammensetzung des Materials an der Oberfläche zu analysieren) und mit einer speziellen digitalen Präzisionswaage geprüft.<ref name="Gold der Deutschen"/> Die Bundesbank verkauft jährlich einige wenige Tonnen Gold an das Bundesfinanzministerium zur Prägung von Gedenkmünzen;<ref>Bundesbank.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Diagramm (16. Januar 2013) (Memento vom 2. Dezember 2016 im Internet Archive) (PDF)</ref> ansonsten kauft und verkauft die Bundesbank kein Gold.<ref name="handelsblatt-2013-11-46">Dorit Heß, Norbert Härling: Der Goldjunge. In: Handelsblatt. Nr. 11, 16. Januar 2013, ISSN 0017-7296, S. 46.</ref>

Deutsche Goldreserven
Feingewicht in t (gerundet)
Lagerstandort 31.12.
1998<ref name="overview">Tabelle: Entwicklung und Aufgliederung der Goldbestände der BdL/BBk seit 1950 (PDF; 69 kB)</ref>
31.12.
2016<ref name="Goldbarrenliste">@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesbank.deGoldbarren-Inventurliste der Bundesbank (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (Stand 31. Dezember 2016) – Abgerufen am 22. Januar 2018</ref>
31.12.
2017<ref name="Geschaeftsbericht_2017">@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesbank.deGoldbarren-Inventurliste der Bundesbank (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (Stand 31. Dezember 2017) – Abgerufen am 2. März 2018</ref>
31.12.
2018<ref name="Goldbarrenliste_2018">Goldbarren-Inventurliste der Bundesbank (Stand 31. Dezember 2018) – Abgerufen am 2. April 2019</ref>
31.12.
2019<ref name="BuBa_Geschaeftsbericht_2019" />
31.12.
2020<ref>Deutsche Bundesbank: Goldbestand der Deutschen Bundesbank zum 31.12.2020. 31. Dezember 2020, abgerufen am 28. Juli 2021.</ref>
31.12.
2021<ref>Deutsche Bundesbank: Goldbestand der Deutschen Bundesbank zum 31.12.2021. 31. Dezember 2021, abgerufen am 6. März 2022.</ref>
31.12.
2022<ref>Deutschlands Gold ist auch im Ausland sicher. 11. Januar 2024, abgerufen am 22. Juni 2024.</ref>
31.12.
2023<ref>Wie hoch sind Deutschlands Goldreserven und wo lagern sie? 17. April 2024, abgerufen am 22. Juni 2024.</ref>
31.12.
2024<ref>Goldreserven Zentralbanken. 14. März 2025, abgerufen am 20. März 2025.</ref>
31.12.
2025<ref>Gesamtbestand an Gold der Deutschen Bundesbank, Stand 31.12.2025. Abgerufen am 19. April 2026.</ref>
DeutschlandDeutschland Bundesbank, Frankfurt 119 1.619 1.710 1.710 1.710 1.710 1.710 1.710 1.710 1.715,5 1.710
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Federal Reserve System, New York 1.537 1.236 1.236 1.236 1.236 1.236 1.236 1.236 1.236 1.239,6 1.236,2
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bank of England, London 1.521 432 427 423 420 416 412 409 407 406,3 403,9
FrankreichFrankreich Banque de France, Paris 374 91 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Insgesamt 3.551 3.378 3.374 3.370 3.367 3.362 3.358 3.355 3.353 3.361,4 3.350,2

Entwicklung

Gründerzeit und Erster Weltkrieg

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 forderte und erhielt das Deutsche Reich von Frankreich Reparationen in Höhe von fünf Milliarden Französischen Francs. So flossen dem Deutschen Reich große Mengen Gold und Silber in Münzform zu (5-Franc-Stücke enthielten 45 Gramm Feinsilber, 10-Franc-Stücke enthielten 2,9032 Gramm Feingold). Diese waren einer der Auslöser für den Wirtschaftsboom in der Gründerzeit.

Ein kleiner Teil von 120 Mio. FF wurde als Reichskriegsschatz im Juliusturm der Zitadelle Spandau eingelagert und fiel nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zurück an Frankreich. Laut der New York Times wurden 1919 rund 90 Mio. Goldmark (umgerechnet ca. 4,5 Mio. Britische Pfund) über Amsterdam nach London geliefert, der Artikel spekuliert als deren Ursprung ebenfalls die Zitadelle Spandau.<ref>Britain gets German Gold, The New York Times vom 13. September 1919</ref> Darüber hinaus wurden 1921 weitere 450 Mio. US-Dollar in Gold von Deutschland („über Holland und England“) nach New York verschifft, und insgesamt bereits 748 Mio. US-Dollar seit Mitte 1920.<ref>Bankers' view of the gold import movement, The New York Times vom 21. August 1921</ref>

Zweiter Weltkrieg

Kurz nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 ließ das NS-Regime die Goldreserve und die Devisenreserven Österreichs, die aufgrund der deflationistischen Wirtschaftspolitik der Regierungen in den 1930er Jahren beachtliche Bestände erreicht hatten, in das devisenarme Deutschland transportieren. So gerieten mehr als 2,7 Milliarden Schilling an Gold und Devisen unter NS-Kontrolle.<ref name="jochum">Manfred Jochum: Die Erste Republik in Dokumenten und Bildern. Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien 1983, S. 247.</ref>

Auf Grund der deutschen Bedrohung verlagerte Belgien ein Drittel seiner Goldreserven ins Vereinigte Königreich, ein Drittel nach Kanada und die Vereinigten Staaten und nahezu den Rest nach Südfrankreich. Frankreich verschiffte bei Ausbruch des Krieges den größten Teil dieses Goldes nach Dakar im Senegal (statt es, wie von der belgischen Regierung gefordert, in die Vereinigten Staaten zu senden.) Nachdem Deutschland 1940 Belgien und Frankreich besetzt hatte, forderte das deutsche Außenministerium die Übergabe der im Senegal befindlichen belgischen Goldreserve. 1941 veranlassten französische Beamte des Vichy-Regimes den Transport von 4.944 Kisten mit 198 Tonnen Gold, die nach einigen politischen Scheinmanövern am 9. Oktober 1942 offiziell in den Besitz von Vertretern der Deutschen Reichsbank kamen. Die Barren wurden danach eingeschmolzen, in Preußische Staatsmünzen geprägt und in die Schweiz gebracht<ref>Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Fischer, Frankfurt 2005, S. 162 ff.</ref>, um von den Erlösen Waren und Munition von neutralen Ländern zu kaufen. (Die Banque de France erstattete der Belgischen Nationalbank nach Kriegsende eine Kompensation für den Verlust dieses Goldes.)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Das belgische Gold in den Händen von Ausländern.] Museum der Belgischen Nationalbank, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Januar 2023.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Bretton-Woods

Die heutigen deutschen Goldreserven stammen aus der Zeit des Bretton-Woods-Systems (1944–1973) und der Europäischen Zahlungsunion (1950–1958), als Staaten mit Leistungsbilanz-Defiziten denjenigen mit Leistungsbilanz-Überschüssen Gold überschrieben.

Von 1945 bis 1950 hatte Deutschland keine Goldreserven.<ref name="buba">Entwicklung der Goldbestände Bundesbank.de vom 18. Januar 2013 – Abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> 1948 wurde die Bank deutscher Länder (Vorgängerin der Bundesbank) gegründet. Sie besaß 1951 zum ersten Mal Gold; der Bestand am Jahresende 1951 betrug 24,5 Tonnen. 1968 erreichte die Goldmenge im Eigentum der Bundesbank einen Hochstand; zum Jahresende 1968 betrug sie 4.033,8 Tonnen.<ref name="buba" /> Die Bundesbank (bis 1. August 1957 Bank deutscher Länder) erhielt das Gold in New York (Sitz der FED), London (Sitz der Bank of England) und Paris (Sitz der Banque de France) und beließ es angesichts des Kalten Krieges dort.

Im Jahr 1969 sank der Goldbestand durch den Verkauf von 14 Millionen Unzen Gold an die FED auf 3.625,4 Tonnen. In den Jahren 1970 bis 1973 nahm der Goldbestand leicht zu.

Nach Bretton-Woods

Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 blieb dieser Bestand bis 1977 fast unverändert bei etwa 3.658 Tonnen. 1977 ließ die Bundesbank Goldbestände von ihrem Depot bei der Bank of England auf das BIZ-Depot bei der Bank of England übertragen und erhielt im Gegenzug eine Gutschrift auf ihrem Goldkonto bei der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) in Basel.

Nachdem die Bundesbank 1999 6,5 % ihrer physischen Goldreserven an die EZB übertrug (als deutschen Anteil der Währungsreserven)<ref name="buba" /><ref name="overview" /> erwog sie im Januar 2004 den Abbau der Reserven um weitere 20 % innerhalb der folgenden fünf Jahre.<ref>Deutsche Bundesbank: Vorstandsbeschluss zur Erneuerung des Goldabkommens. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressenotiz vom 29. Januar 2004 (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)).</ref> Zu diesem Zeitpunkt betrug die Menge der Reserven 3440 Tonnen,<ref>N.N.: Union kritisiert geplante Verkäufe der Goldreserve. In: Manager-Magazin vom 30. Januar 2004 (online).</ref> ein Jahr darauf 3433 t.<ref name="faz_2005-04-17">Gerald Braunberger: Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 15/2005 (17. April 2005), S. 47 (faz.net).</ref> Die Bundesrepublik Deutschland, zusammen mit anderen europäischen Staaten, verpflichtete sich 2009 im dritten Central Bank Gold Agreement, insgesamt nicht mehr als 400 t Gold pro Jahr über einen 5-jährigen Zeitraum zu veräußern. Im März 2012 betrug der Bestand jedoch immer noch 3396 t.<ref>Goldreserven sollen durchleuchtet werden. In: Die Wirtschaftswoche. 23. Oktober 2012.</ref>

Der Marktwert betrug infolge des damals hohen Goldpreises zeitweise 136 Mrd. Euro.<ref>109.194 Tausend Unzen. Deutsche Bundesbank: Währungsreserven und Fremdwährungsliquidität der Bundesrepublik Deutschland. I. Währungsreserven und sonstige Fremdwährungsaktiva ( <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 3. Februar 2007 im Internet Archive)), abgerufen am 5. Mai 2012.</ref> Ende 2014 nannte die Bundesbank einen Goldbestand von 3.384,2 Tonnen Gold.<ref name="overview" />

Vorlage:Hinweisbaustein

Diskussion um die Lagerung im Ausland

Seit 1998 unterscheidet die Bundesbank in ihren Bilanzen nicht mehr zwischen (physisch vorhandenem) Gold und Goldforderungen.<ref name="WIWO5733552">Manfred Gburek: Das Geheimnis des deutschen Goldschatzes. In: Wirtschaftswoche vom 3. November 2011 ([1]).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschäftsbericht 1997 (Memento vom 3. Februar 2007 im Internet Archive) (PDF, S. 172)
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschäftsbericht 1998 (Memento vom 24. September 2011 im Internet Archive) (PDF, S. 198).</ref>

Die Lagerstellen der nationalen Goldreserven befinden sich oft im Ausland. Deshalb ist ein Lagerrisiko in Form des Transferstopprisikos in der Weise vorhanden, dass politische Ereignisse (wie Embargo) oder höhere Gewalt (Bürgerkrieg) die Auslieferung der Goldbarren an den Eigentümer Bundesbank verhindern können. Deshalb haben sich Zentralbanken als Eigentümer der staatlichen Goldreserve seit 2002 bemüht, die Anzahl der ausländischen Lagerstellen zu vermindern und/oder die Goldreserven im eigenen Land zu lagern.

Bundestagsabgeordnete wie Martin Hohmann erhielten auf ihre zum Teil wiederholt gestellten Fragen von der Bundesregierung ungenaue Antworten. So sagte Barbara Hendricks, Parlamentarische Staatssekretärin, am 1. Oktober 2002: „Die Deutsche Bundesbank hält einen großen Teil ihrer Goldbestände in eigenen Tresoren im Inland.“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= Die defensive Informationspolitik von Bundesbank und Bundesregierung sorge erst dafür, dass „eine Menge Seemannsgarn gesponnen“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= wird und Verschwörungstheorien entstehen. In dem Zusammenhang wurde bekannt, dass die Zentralbanken in New York, London und Paris den Wunsch der Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder (CDU) und Marco Wanderwitz (CDU), die physischen Goldbestände der Bundesbank in Augenschein zu nehmen, ablehnten.<ref>Ralf Schuler: BILD beim Goldschatz der Deutschen in New York, Bild.de vom 6. März 2012.</ref> Nach Mitteilung der Bundesbank wurden die im Ausland lagernden Goldbestände durch die interne Revision der Bundesbank kontrolliert, allerdings ohne Inventur.<ref>Die Welt vom 21. Mai 2014, Liegt das Gold der Bundesbank wirklich in New York?, abgerufen am 21. November 2021</ref>

Im Mai 2012 bildete sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Holt unser Gold heim!“. Deren Aufruf zur Rückführung der Goldreserven nach Deutschland haben über 13.000 Menschen unterschrieben.<ref>Finger weg vom Gold der Bundesbank! – Handelsblatt.com vom 16. Januar 2013 – Abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> Hinter der Aktion steht auch der Bund der Steuerzahler Bayern e. V. und der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel.

Der Bundesrechnungshof ermittelte im Auftrag des Bundestags, ob die Bundesbank ihre ausländischen Goldbestände einer regelmäßigen Inventur unterwirft. Am 22. Oktober 2012 veröffentlichte der Bundesrechnungshof einen Bericht an den Bundestags-Haushaltsausschuss, in dem eine regelmäßige Inventur der im Ausland verwahrten deutschen Goldreserven gefordert wurde, da die Währungsreserven einen hohen Wert erreichten.<ref name="FAZ_2012-10-22">Rechnungshof fordert Bestandsaufnahme – Politiker dürfen Goldreserven nicht sehen – Handelsblatt.com vom 22. Oktober 2012 – Abgerufen am 6. Februar 2018.</ref>

Nach der Rüge des Rechnungshofes erklärte die Bundesbank, 50 Tonnen jährlich aus New York nach Frankfurt holen zu wollen. Die Bestände sollen dort eingeschmolzen, auf ihre Qualität geprüft und in neue Barren gegossen werden. Die in der Bundesbank-Zentrale verwahrten Bestände bestehen dem Bundesrechnungshof-Bericht zufolge aus 82.857 Barren, die überwiegend in verplombten Containern mit je 50 Barren lagern, die in vier separat verschlossenen Tresorboxen lagern, ein Teil davon (6183 Barren) in offenen Regalen in einem separaten Tresor.

In einer Pressemitteilung vom 16. Januar 2013 teilte das Vorstandsmitglied der Bundesbank Carl-Ludwig Thiele mit, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt 19 % der deutschen Goldbestände aus dem Ausland nach Frankfurt, entsprechend 674 Tonnen Gold aus den Vereinigten Staaten und Frankreich, mit einem Gesamtwert von 27 Milliarden Euro, verbracht werden. Das Golddepot in Paris soll ganz aufgelöst werden. In New York verbleiben 37 % statt bisher 45 % des deutschen Goldes. In der Bank of England lagernde Goldreserven im Umfang von 13 % blieben unverändert. Das Pariser Golddepot werde aufgrund der gemeinsamen Währung und weil in Frankfurt Lagerkapazitäten frei seien, aufgelöst. Der Bundesrechnungshof betonte, dass es ihm nie um die Verlagerung des Goldes nach Deutschland ging, sondern um die Erstellung eines klaren Konzeptes, in dem begründet würde, warum und wie viel Gold wo gelagert werde.<ref>Bundesbank holt Reserven aus dem Ausland: 674 Tonnen Gold kommen nach Deutschland. tagesschau.de, 16. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Januar 2013; abgerufen am 16. Januar 2013.</ref><ref name="handelsblatt-2013-50-29" /> Die vollständige Rückholung aus Frankreich erfolgt unter anderem, weil in einer Währungskrise in Paris aufgrund der gemeinsamen Währung keine Devisen zu erhalten seien.<ref name="handelsblatt-2013-10-30">Rolf Benders, Dorit Heß: Verschlusssache: Bundesbank-Gold. In: Handelsblatt. Nr. 10, 30. Januar 2013, ISSN 0017-7296, S. 30 f.</ref>

Ab März 2025 tauchte das Thema der in den USA gelagerten Goldreserven erneut in den Medien auf. Ausgangspunkt war ein Artikel des Mediums bild.de, auf den sich in den folgenden Tagen mehrere Medien bezogen. Zitiert wurde in diesem Zusammenhang hauptsächlich der Lobbyist Michael Jäger (Bund der Steuerzahler Deutschland) mit der Forderung einer umgehenden „Rückholung“ und „physikalischen Prüfung“.<ref>Holt sofort unser Gold aus den USA zurück! bild.de vom 27. März 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref> Die Politiker Marco Wanderwitz (CDU) und Markus Felber (CSU) wurden in dem Artikel als Unterstützer des Anliegens dargestellt. Ein Artikel auf zdf.de zitierte Jäger einige Tage später ebenfalls im Original.<ref>Goldschatz zurück in deutsche Tresore? – zdf.de vom 31. März 2025 – Abgerufen am 17. Mai 2025.</ref> Der ursprüngliche Artikel wurde in der Folge von mehreren Medien zitiert, wobei teilweise der Eindruck entstand, es handele sich um eine relevante Debatte, die von einer größeren Anzahl Politiker geführt werde.<ref>"Holt unser Gold heim": Rückholaktion gefordert t-online.de vom 30. März 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref><ref>Ist das Gold der Bundesbank in den USA noch sicher? handelsblatt.com vom 4. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref><ref>Nach Trumps Zoll-Hammer: Unionspolitiker fordern Rückholung von deutschem Gold aus US-Tresoren fr.de vom 5. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref><ref>Sorge um deutsche Goldreserven in US-Tresoren stern.de vom 7. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref><ref>Müssen wir unser Gold vor Donald Trump schützen? rp-online.de vom 8. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref><ref>Was passiert mit den deutschen Goldreserven in den USA? de.euronews.com vom 9. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref> Rolf Langhammer vom Kiel Institut für Weltwirtschaft hielt die Forderung für „völlig unbegründet“ und „kontraproduktiv“, da dies Zweifel am Fortbestand der Beziehungen zwischen der US-amerikanischen und deutschen Notenbank wecken könnte.<ref name="mopo">Unter Trump: So sicher ist das deutsche Gold in den USA noch morgenpost.de vom 25. April 2025, abgerufen am 17. Mai 2025</ref> Die Bundesbank erteilte den Überlegungen ebenfalls eine klare Absage und betonte das jahrzehntelange Vertrauen in die Fed.<ref name="mopo" />

In Anbetracht der Grönlandkrise lebte die Diskussion um Goldbestände der Deutschen Bundesbank in Depots der Federal Reserve Bank of New York abermals auf.<ref>Michelle Goddemeier: Reserven im Ausland: Ist das deutsche Gold in den USA noch sicher?, tagesschau.de, 23. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026</ref>

Verlagerung ins Inland

Datei:Gold bullion 1.jpg
Goldbarren mit einem für Zentralbanken üblichen Gewicht von 12,441 kg

2013 begann die Bundesbank mit den angekündigten Verlagerungen, oft auch als „Rückholung“ bezeichnet.<ref>Bundesbank holt 37 Tonnen Gold aus dem Ausland zurück. 21. Januar 2014 (impulse.de [abgerufen am 10. Juli 2017]).</ref><ref>Focus Online: Bundesbank leert die Goldtresore in den USA. In: Focus Online. (focus.de [abgerufen am 10. Juli 2017]).</ref> Da dieses Gold vorher nicht in Deutschland gelagert worden war, ist diese Bezeichnung allerdings sprachlich unzutreffend.

Die Transporte liefen im Jahr 2013 hauptsächlich mit Gold aus Paris an, was wegen der geringen Entfernung schneller zu organisieren war. Insgesamt wurden knapp 37 Tonnen Gold nach Frankfurt transportiert, davon vorerst nur 5 Tonnen aus New York. Da die veraltete Form der Barren aus New York nicht zu der (dem aktuellen Standard entsprechenden) Barrenform passte, wie sie das Gold aus London und Paris schon hatte, ließ die Bundesbank die Barren aus New York nach der Ankunft in Europa einschmelzen und in neue Formen gießen. Dabei wurde laut Bundesbankpräsident Jens Weidmann der Transport der nummerierten Barren von Bundesbank-Mitarbeitern vom Abtransport bis zum Schmelzbetrieb und der Einlagerung in Frankfurt anhand der Bestandslisten kontrolliert. Einen Grund zur Beanstandung hinsichtlich Gewicht und Feingehalt habe es nicht gegeben.<ref>Welt Online: Die ganze Wahrheit über das Gold der Bundesbank. In: Welt Online. (welt.de [abgerufen am 12. Juli 2018]).</ref> Im Rahmen von Swap-Geschäften hatte die Bundesbank in den 1960er-Jahren ebenfalls Gold unter Good-Delivery-Standard akzeptiert und diese auf Kosten der USA umschmelzen lassen.<ref>Deutsche Bundesbank: Zurück in die 60er: Tauschgeschäfte. (bundesbank.de [abgerufen am 17. Juli 2018]).</ref>

Weitgehend unbeachtet war bereits um die Jahrtausendwende Gold im größeren Stil aus London nach Frankfurt verlagert worden. Ca. 929 Tonnen (2000: 661 Tonnen und 2001 ca. 268 Tonnen) wurden aus der Bank of England zur dauerhaften Einlagerung in die Frankfurter Tresore transferiert.<ref name="overview" /> Die von der Bundesbank zur Prägung von Gedenkmünzen jährlich verkauften ca. vier bis sechs Tonnen Gold werden seit 2008 ebenfalls aus London geholt.

Verlagerung

in t (gerundet)

Soll 1 2000 2001 Soll 2 2013 2014 2015 2016 2017
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bank of England, London 929 661 268 - - - - - -
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Federal Reserve Bank, New York - - - 300 5 85 99 111 -
FrankreichFrankreich Banque de France, Paris - - - 374 32 35 111 105 91
Insgesamt 929 661 268 674 37 120 210 216 91

Mit der Einlagerung von 91 Tonnen Gold aus Paris in Frankfurt wurde 2017 das Depot in der Banque de France aufgelöst. Damit ist die Verlagerung bereits deutlich eher abgeschlossen als ursprünglich angedacht.<ref>Deutsche Bundesbank: Bundesbank schließt Goldverlagerungen vorzeitig ab. In: Pressenotizen. (bundesbank.de [abgerufen am 12. Juli 2018]).</ref> Insgesamt kostete die Verlagerung der Goldbarren nach Frankfurt von 2013 bis 2017 über 7 Millionen Euro.<ref>Stuttgarter Nachrichten: Sieben Millionen Euro für Verlagerung der Goldreserven. In: Stuttgarter Nachrichten. (stuttgarter-nachrichten.de [abgerufen am 12. Juli 2018]).</ref>

Aktuelle Lagerstellen

Im Jahr 2021 lagerten die deutschen Goldreserven wie folgt.<ref>Deutsche Bundesbank vom 23. August 2017, Bundesbank schließt Goldverlagerung vorzeitig ab, S. 1 ff.</ref> Dabei haben die beiden ausländischen Lagerorte der deutschen Goldreserven unterschiedliche Funktionen und Lagerbedingungen. Die Barren in London sind offen und einzeln zugänglich gelagert, da an diesem internationalen Handelsplatz für Gold sich die Bestände öfter verändern. Die Lagerung erfolgt kostenpflichtig allerdings auch mit Haftung. In New York liegen die Barren nur zur Aufbewahrung und daher sehr wenig beweglich. Bei dieser Art der Lagerung entstehen keine Kosten, die FED haftet allerdings im Notfall auch nicht für die Bestände. Beide Bestände werden regelmäßig von der Bundesbank mit zerstörungsfreien Methoden (Ultraschall, Röntgenfluoreszenzspektrometer und Präzisionswaage) auf Homogenität, Feingehalt und Gewicht untersucht.<ref>Johannes Beermann: Das Gold der Deutschen. Vortrag am 22.9.2022 im Forum Bundesbank in der Hauptverwaltung in Hessen.</ref>

Zum Vergleich, wo andere Staaten ihre Goldreserven mit welchem Anteil lagern, sind Österreich, die Schweiz, Italien und die USA in der Liste enthalten.

Staat Lagerstellen nationale
Goldreserven
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland Frankfurt am Main
Federal Reserve Bank of New York
Bank of England
50,6 %
36,6 %
12,8 %
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich Oesterreichische Nationalbank / Münze Österreich
Bank of England
Schweizerische Nationalbank
50,0 %
30,0 %
20,0 %
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Schweizerische Nationalbank
Bank of England / Bank of Canada
70,0 %
30,0 %
ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien Palazzo Koch (Banca d’Italia)
Bank of England / Schweizerische Nationalbank / Federal Reserve Bank of New York
50,0 %
50,0 %
Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten Fort Knox
Westpoint
Denver
Federal Reserve Bank of New York
Working Stock (all locations)
56,3 %<ref name="USHouse">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>US Department of the Treasury/Bureau of the Fiscal Service (Hrsg.), Report of U.S. Government Gold Reserve vom 31. Juli 2020</ref>
20,7 %<ref name="USHouse" />
16,8 %<ref name="USHouse" />
5,1 %<ref name="USHouse" />
1,1 %<ref name="USHouse" />

Weblinks

Einzelnachweise

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