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Myrosmodes

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Myrosmodes
Datei:Myrosmodes nubigerum-Sigmatostalix graminea-Ponerorchis graminifolia - Xenia 1 fig 8 (1858).jpg

Illustration von Myrosmodes nubigena, links oben, Fig. I und II

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Cranichidinae
Gattung: Myrosmodes
Wissenschaftlicher Name
Myrosmodes
Rchb.f.

Myrosmodes ist eine Gattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie besteht aus zwölf Arten krautiger Pflanzen, die in Südamerika beheimatet sind.

Beschreibung

Die Arten der Gattung Myrosmodes sind terrestrisch wachsende, kleine krautige Pflanzen. Die dicht nebeneinander entspringenden Wurzeln sind fleischig, spindelförmig und meist behaart. Die Blätter stehen in einer grundständigen Rosette, sie entwickeln sich erst nach der Blütezeit. Die kleinen Blätter sind oval und kurz gestielt, oft von fleischiger Textur.

Der traubige, vielblütige Blütenstand steht seitenständig, aufrecht. Der Blütenstandsstiel ist von Hochblättern umhüllt, die sich stark überlappen. Die Tragblätter sind kürzer als die Blüten. Die Blüten sind eher klein, unbehaart, sie stehen meist dicht beieinander und sind nicht resupiniert. Die drei Sepalen sind einander etwa gleich geformt, an der Basis für einige Millimeter verwachsen. Die Petalen sind viel schmaler. Dorsales Sepal und die seitlichen Petalen sind an der Basis der Säule anhaftend. Die Lippe ist röhrenförmig oder ausgebreitet, an der Basis keilförmig zulaufend, auf der Spreite mit undeutlichen Schwielen, am Rand gefranst. Die Säule ist kurz und unbehaart. Die Narbe ist groß und bohnenförmig. Das Staubblatt wird von einem gelappten Gewebe der Säule (Klinandrium) fast völlig umschlossen. Das Staubblatt enthält vier Pollinien, die ohne Stiel an einer Klebdrüse (Viscidium) sitzen. Das Rostellum zwischen Narbe und Staubblatt liegt quer zur Säulenachse, es endet stumpf oder gelappt.

Als Bestäuber wurde bei Myrosmodes rhynchocarpa die Solitäre Faltenwespe Incodynerus romandinus beobachtet.<ref name="BerryCalvo1991" />

Vorkommen

Myrosmodes kommt im westlichen Südamerika, in den Anden von Venezuela bis Argentinien vor.<ref name="WCSP" /> Es sind ausgesprochene Hochgebirgspflanzen, die Gattung besiedelt Höhenlagen von 3800 bis 4600 Meter. Die Standorte liegen häufig an feuchten Stellen, etwa in Sümpfen und an Bächen. Vergesellschaftet ist Myrosmodes häufig mit Azorella.<ref name="Wood2003" />

Systematik und botanische Geschichte

Die Gattung Myrosmodes wurde 1854 von Reichenbach in Xenia Orchidacea: Beitraege zur Kenntniss der Orchideen Band 1, Seite 19 aufgestellt. Der Name leitet sich aus dem griechischen μύρον myron für „aromatisches Öl“, ὀσμή osme für „Duft“ und der Silbe ὄδη -odes, „gleichend“ ab; er bezieht sich auf die duftenden Blüten. Typusart ist Myrosmodes nubigena.<ref name="Wood2003" />

Myrosmodes wird innerhalb der Tribus Cranichideae in die Subtribus Cranichidinae eingeordnet. Nah verwandt sind die Gattungen Aa sowie Porphyrostachys.<ref name="MolinaCameron2009" />

Es sind 14 Arten bekannt:<ref name="WCSP" />

  • Myrosmodes brevis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Garay: Sie kommt in Ecuador und Peru vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes chiogena <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) C.A.Vargas: Sie kommt in Peru und Bolivien vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes cleefii <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Mytnik & S.Nowak: Die 2012 erstbeschriebene Art kommt in Kolumbien vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes cochlearis <templatestyles src="Person/styles.css" />Garay: Sie kommt vom westlichen Südamerika bis ins nordwestliche Venezuela vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes filamentosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mansf.) Garay: Sie kommt in Ecuador vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes gymnandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) C.A.Vargas (Syn.: Myrosmodes weberbaueri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) C.A.Vargas): Sie kommt von Peru bis Argentinien vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes nervosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kraenzl.) Novoa, C.A.Vargas & Cisternas: Sie kommt vom südlichen Peru bis zum nördlichen Chile vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes nubigena <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.f.: Sie kommt vom nordwestlichen Venezuela bis zum westlichen Südamerika vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes paludosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) P.Ortiz: Sie kommt von Bolivien bis Peru vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes reticulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Mytnik & S.Nowak: Sie kommt in Kolumbien vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes rhynchocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Garay: Sie kommt von Kolumbien bis Ecuador vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes rostrata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) Garay: Sie kommt in Kolumbien, Ecuador und im westlichen Bolivien vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes subnivalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Mytnik & S.Nowak: Die 2012 erstbeschriebene Art kommt in Kolumbien und Ecuador vor.<ref name="WCSP" />
  • Myrosmodes ustulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Garay: Sie kommt von Kolumbien und Ecuador bis zum nordwestlichen Venezuela vor.<ref name="WCSP" />

Siehe auch

Literatur

  • Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. Bd 9, 1978, ISSN 0347-8742, S. 167–168.
  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 2). Vanilloideae. Bd 3/2. Oxford University Press, New York/Oxford 2003, ISBN 0-19-850711-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Wood2003">Jeffrey Wood: Myrosmodes. In: Genera Orchidacearum. Bd. 3, S. 40–41.</ref> <ref name="MolinaCameron2009">Aída Álvarez-Molina, Kenneth M. Cameron: Molecular phylogenetics of Prescottiinae s. l. and theit close allies (Orchidaceae, Cranichideae) inferred from plastid and nuclear ribosomal DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 96, Nr. 5, 2009, S. 1020–1040, doi:10.3732/ajb.0800219.</ref> <ref name="BerryCalvo1991">P. E. Berry, R. N. Calvo: Pollinator limitation and position dependent fruit set in the high Andean orchid Myrosmodes cochleare (Orchidaceae). In: Plant Systematics and Evolution. Band 174, 1991, S. 93–101.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Myrosmodes – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien