Zum Inhalt springen

RegioPort OWL

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. April 2025 um 09:11 Uhr durch imported>Aeggy (Geschichte: geprüft).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
RegioPort OWL
Datei:Logo regio port owl.jpg
Logo des RegioPort OWL
Daten
UN/LOCODE DE MID
Betreiber RegioPort OWL Betriebs GmbH
Baubeginn 2017
Kosten 23 Millionen Euro
Eröffnung 2019
Hafentyp Lände
Tägliche Schiffskapazität 2 Schiffe
Gesamtfläche des Hafens 0,1 km²
Piers/Kais 1 Pier, 200 m lang
Umgeschlagene Güter Container
Container (TEU) 38.000 TEU (2021) <ref>Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021. RegioPort OWL Betriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung, 20. Januar 2022, abgerufen am 10. Februar 2023.</ref>
Webseite regioport-owl.de
Geografische Informationen
Ort Minden
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Datei:Portalkran im RegioPort OWL.jpg
Portalkran
Portalkran
Koordinaten 52° 18′ 0″ N, 8° 59′ 0″ OKoordinaten: 52° 18′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O
 {{#coordinates:52,3|8,9833|primary
dim=2000 globe= name= region=DE-NW type=waterbody
  }}
RegioPort OWL (Nordrhein-Westfalen)
RegioPort OWL (Nordrhein-Westfalen)
Lagekarte
Datei:Häfen Minden.svg
Die Mindener Häfen am Wasserstraßenkreuz Minden und das Entwicklungsgebiet RegioPort Weser unter Einbeziehung des Bückeburger Hafens Berenbusch

Der RegioPort OWL (früher RegioPort Weser) ist ein 2019 eröffneter Hafen am Mittellandkanal bei Minden in Ostwestfalen, der dem Container-Umschlag dient. Sein Name OWL ist eine Abkürzung von Ostwestfalen.

Das Gelände des Hafens liegt unmittelbar östlich der Bahnstrecke Nienburg–Minden. Ein Gleisanschluss soll „erst bei Bedarf“ geschaffen werden.<ref>Bebauungsplan für RegioPort Weser wird neu aufgestellt. In: Binnenschifffahrt. Schiffahrts-Verlag Hansa, 18. September 2018, abgerufen am 10. Februar 2023.</ref>

Geschichte

Der zunehmende Containerverkehr führte an den bisherigen Containerumschlag im Industriehafen am Wasserstraßenkreuz Minden an seine Kapazitätsgrenzen. Umschlagssteigerungen um bis zu 80 Prozent verlangten nach neuen Flächen, die der bestehende Hafen nicht bieten konnte.<ref name="welt-2375589">Silke Kettig: Bei Minden entsteht ein riesiger Container-Hafen. In: welt.de. 31. August 2008, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref> Zudem waren die Schleusen, die den Zugang zum Industriehafen herstellten, nur auf die alte Europaklasse der Binnenschiffe ausgelegt und konnten nicht die neuen Großmotorgüterschiffe schleusen. Daher plante man ab Anfang 2000 einen neuen Hafen im äußersten Osten der Stadt Minden an der Grenze zu Niedersachsen. Damit sollte eine Kapazitätsanpassung des Hinterlandhafens für die Verbindung zu den Seehäfen Bremen, Nordenham, Hamburg und Wilhelmshaven geschaffen werden.<ref>http://www.regionalrat-detmold.nrw.de/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayIYu8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok6KfyIhuGWsBSq4Qp0OezKeyDWq8Sn6Rk1Lf0KjvFavETqASj1Mj0KaxJYr8Zm9UGJ/Beschlussvorlage_Regionalrat_RR-9-2008.pdf</ref> Die Weser ist allerdings nicht für Großmotorschiffe ausgebaut worden.<ref>Startschuss mit vielen Fragezeichen. In: Neue Westfälische Nr. 152/2017, 4. Juli 2017; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wirtschaftsverband Weser e.V. zum Ausbau der Mittelweser (Memento vom 2. Juli 2017 im Internet Archive) 14. Juni 2017.</ref>

Datei:Weserport Minden.jpg
Der RegioPort Weser im Betrieb im Januar 2020

2009 schufen die nordrhein-westfälische Stadt Minden, die niedersächsische Stadt Bückeburg sowie der Kreis Minden-Lübbecke und der Landkreis Schaumburg den Planungsverband RegioPort Weser. Dieser veröffentlichte im Juni 2010 einen Masterplan zum RegioPort veröffentlicht, der eine umfassende Regionsplanung vorlegte, jedoch keine rechtlichen Auswirkungen auf den Bau hatte.<ref>Mindener Tageblatt vom 30. Juni 2010 abgerufen im Juli 2010</ref> Als ersten Bauabschnitt sah er die Errichtung von Kaianlagen und Umschlagflächen am Mittellandkanal sowie die Errichtung einer Krananlage vor. Als Ausgleich sollten zahlreiche Maßnahmen zur Retention und Renaturierung umgesetzt werden.

Projektgegner im Bückeburger Ortsteil Cammer gründeten eine „Bürgerinitiative Containerhafen“ (Bicon). Sie monierte vor allem die Belastung durch Lastkraftwagen, deren Anzahl sie mit rund 400 pro Tag angab.<ref>Rechtliche Schritte gegen Regionalrat, abgerufen im Juli 2010</ref>

In seiner Sitzung am 28. Februar 2013 stimmte der Rat der Stadt Minden in namentlicher Abstimmung dem Grundsatzbeschluss für den Bau des RegioPorts zu.<ref>regioport-nein-danke.de: Große Mehrheit für Millionenprojekt Regioport Weser abgerufen am 26. Februar 2016</ref> Am 25. Juli 2015 wurde bei einer Verbandsversammlung des Planungsverbandes RegioPort Weser mit 14 gegen zwei Stimmen und einer Enthaltung der Bebauungsplan „RegioPort Weser 1“ angenommen. Darin wurde die Gesamtfläche des Hafens auf 14 Hektar reduziert. Die ökologischen Eingriffe sollten durch eine Renaturierung im Bereich der Aue vor Ort kompensiert sowie die Lärm- und Lichtbelästigung reduziert werden. Die Container dürfen in allen Bereichen bis 15 Meter Höhe gestapelt werden, im Nordteil bis 10 Meter. Begleitend findet ein Monitoring statt.<ref>Mindener Tageblatt: "Weg fast frei für Mindens neuen Hafen", Druckausgabe vom 27. Juni 2015, Seite 5</ref>

Die Stadt Porta Westfalica und eine Stadt klagten gegen die Aufstellung des Bebauungsplans durch den Planungsverband und argumentierten, dessen Satzung stellte nicht sicher, dass die Letztverantwortung für die Bauleitplanung bei den Städten verbleibe.<ref>Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts Nr. 32/2018 vom 17. Mai 2018: Unwirksamkeit des Bebauungsplans RegioPort Weser I abgerufen am 18. Mai 2018</ref>

Mit Urteil vom 26. Juni 2017 erklärte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen den Bebauungsplan für unwirksam. Der Planungsverband sei nicht rechtwirksam begründet, da die ihm angehörenden Landkreise in dieser Sache keinerlei Planungskompetenz besäßen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung des OVG Münster (Memento vom 11. Juli 2017 im Internet Archive)</ref><ref>dpa: Urteil: Bebauungsplan für «RegioPort Weser I» gekippt. In: Westfälische Nachrichten. (wn.de [abgerufen am 27. Juni 2017]).</ref> Die Revision der Kläger wurde am 17. Mai 2018 vom Bundesverwaltungsgericht verworfen.

Das Urteil hatte keinen Einfluss auf die von der Stadt Minden genehmigten Baumaßnahmen<ref>Mindener Tageblatt: Gerichtsentscheid: Bebauungsplan für Regioplan unzulässig Online-Ausgabe vom 17. Mai 2018, abgerufen am 18. Mai 2018</ref>; diese wurden am 3. Juli 2017 ohne den üblichen „ersten Spatenstich“ begonnen.<ref>Startschuss mit vielen Fragezeichen. In: Neue Westfälische Nr. 152/2017, 4. Juli 2017.</ref>

Die Stadt Minden erstellte im Herbst 2018 einen neuen Bebauungsplan. Die angrenzenden niedersächsischen Flächen sind durch einen Bebauungsplan der Stadt Bückeburg planungstechnisch abgedeckt.<ref>Binnenschifffahrt: bebeauungspläne für Regioport werden neu aufgestellt Ausgabe vom 14. September 2018, abgerufen am 1. April 2019</ref>

Im Januar 2019 wurde der Portalkran errichtet.<ref>Octobernews: Regioport Weser kurz vor der Fertigstellung abgerufen am 1. April 2019</ref> Im April begann der Probebetrieb. Die Eröffnung des RegioPorts fand im Juli 2019 statt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 23 Millionen Euro, wovon der Bund 16,6 Millionen Euro trägt.<ref>Meilenstein und Zankapfel. In: Neue Westfälische 3. Juli 2019; RegioPort OWL eröffnet</ref> Bei der Einweihungsfeier wurde der Hafen von Regio Port Weser in Region Port OWL umbenannt, damit er sich leichter verorten lässt. Der Containerhafen ging am 1. September 2019 ans Netz.<ref>Deutscher Verkehrszeitung:Regioport OWL ist einsatzbereit, abgerufen am 27. Januar 2020</ref>

Im Dezember 2023 beschloss der Stadtrat der Stadt Minden den Bebauungsplan für das Gelände, das auf Mindener Stadtgebiet liegt, und stimmte ihm mit Mehrheit zu. Demnach ist die Fläche nun als Sondergebiet für den Hafen und als hafenaffines Sondergebiet für Gewerbe ausgewiesen. Die große 400 Meter lange Halle des Logistikunternehmens Hölkemeier kann gebaut werden. Die Ostseite wird dabei begrünt und das Dach mit einer leistungsstarken Solaranlage ausgerüstet. Von dieser Halle würden künftig deutlich geringere Emissionen ausgehen, als von kleinteilig angeordneten Gewerbebetrieben, wie es die ursprüngliche Planung vorsah.<ref>Mindener Tageblatt: Hafen kann wachsen. Der Regioport OWL hat nun einen gültigen Bebauungsplan, abgerufen am 7. Januar 2024</ref>

Betreiber

Der Hafen wird von der Gesellschaft RegioPort OWL Betriebs GmbH betrieben. Die Betreibergesellschaft wird von drei gleichberechtigten Mitgliedern gebildet, der Mindener Hafen GmbH, der Weser Container Xpress und der Bobe Spedition, die jeweils ein Drittel besitzen.<ref>Magazin Binnenschifffahrt 07-2019: Mindens neuer Containerhafen eröffnet, abgerufen am 27. Januar 2019</ref>

Weblinks

Commons: RegioPort Weser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />