Karl Kriete
Karl Kriete (* 24. Juni 1887 in Fähr, Landkreis Blumenthal; † 24. Oktober 1968 in Bremen) war ein deutscher Maler und Professor für Angewandte Kunst und Dekorative Malerei.
Biografie
Kriete zeigte bereits früh Interesse an Kunst und begann 1905 das Studium an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf zu verfolgen, das er 1909 abschloss. Er war ab 1912 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Essen, die später zur Folkwangschule wurde.
Ab 1923 war er Professor für Angewandte Kunst und Dekorative Malerei. Während seiner Laufbahn beeinflusste er zahlreiche Studierende, darunter auch Julo Levin. Zusätzlich wirkte er als privater Mallehrer in der Villa Hügel (Krupp) in Essen. Das Werk von Kriete war tief in der rheinischen sowie in der Worpsweder Kunsttradition verwurzelt.
Während des Ersten Weltkriegs war Kriete von 1914 bis 1918 Soldat. 1919 trat er der anthroposophischen Gesellschaft bei, einer geistigen Bewegung, die von Rudolf Steiner ins Leben gerufen wurde. Diese Entscheidung prägte nicht nur sein künstlerisches Schaffen, sondern auch seinen Lebensweg nachhaltig.
1932 beendete Kriete seine Lehrtätigkeit, zog 1932 nach Worpswede und lebte dort bis 1941. Seine Verbindung zur anthroposophischen Gesellschaft und seine künstlerische Haltung führten zu zunehmenden Schwierigkeiten. 1935 wurde ihm die Mitgliedschaft in der anthroposophischen Gesellschaft verboten. Er setzte seine künstlerische Arbeit fort, auch wenn ihm Ausstellungsmöglichkeiten verwehrt blieben. 1937 erlebte Kriete einen weiteren Rückschlag, als eines seiner Werke von den Nationalsozialisten in der Kunsthalle Bremen beschlagnahmt wurde. 1938, beteiligte er sich im antifaschistischen Ring um den Künstler Franz Harjes, in dessen Rahmen er Flugblätter verteilte und somit gegen das NS-Regime Stellung bezog. 1941 folgte eine Bestrafung durch die Gestapo, als seine Bibliothek in Worpswede beschlagnahmt wurde. Er wurde verhört und es wurde ihm untersagt, Worpswede zu verlassen. Infolge dieser Repressionen zog Kriete nach Bremen. 1944 wurde er erneut einberufen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er einen Antrag auf Anerkennung als Verfolgter des Nationalsozialismus, was 1953 abgelehnt wurde, trotz seiner Mitgliedschaft in der anthroposophischen Gesellschaft und der Beschlagnahmung seiner Bücher.
Kriete war verheiratet und hatte zwei Kinder.
Werke (Auswahl)
- Der Prophet. O. J., Tusch-/Farbstiftzeichnung
- The Girls. Entwurf für eine Zigarettenmarke, um 1920, Aquarell/Tempera
- Die Bassgeiger. 1922, Holzschnitt
- Heidelandschaft bei Wilsede. 1929, Aquarell
Literatur
- Karl Kriete. In: Hans-Joachim Manske und Birgit Neumann-Dietzsch (Hrsg.): „entartet“ – beschlagnahmt. Bremer Künstler im Nationalsozialismus. Anlässlich der Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen vom 6. September bis 15. November 2009, Städtische Galerie Bremen, Bremen 2009, ISBN 978-3-938795-10-1; S. 80–83
Weblinks
- https://www.karl-kriete.com/
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Version 1 ( vom 17. Dezember 2014 im Internet Archive)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Version 2 ( vom 9. August 2018 im Internet Archive)
- "entartet" – beschlagnahmt, Bremer Künstler im Nationalsozialismus. Ankündigung der Ausstellung. staedtischegalerie-bremen.de, 20. Dezember 2009 (u. a. Foto von Der Prophet).
- Karl Kriete bei lot-tissimo
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kriete, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1887 |
| GEBURTSORT | Fähr |
| STERBEDATUM | 24. Oktober 1968 |
| STERBEORT | Bremen |