Rotenkirchen
Rotenkirchen Stadt Einbeck
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(168)&title=Rotenkirchen 51° 46′ N, 9° 50′ O
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| Höhe: | 147 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 168 (1. Okt. 2025)<ref name="Einwohner">Einbeck – Zahlen-Daten-Fakten. In: einbeck.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juni 2021; abgerufen am 7. September 2021.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. März 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 37574 | |||||
| Vorwahl: | 05561 | |||||
Lage von Rotenkirchen in Niedersachsen
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Rotenkirchen ist ein an der Nordseite des Höhenzugs Ahlsburg liegender Ortsteil der Stadt Einbeck in Niedersachsen südwestlich des Stadtkerns. In seiner Nähe liegt die Burgruine Grubenhagen.
Geschichte
Dorf und Schloss
Im 16. Jahrhundert leitete Herzog Philipp I. von Braunschweig-Grubenhagen nach Angaben von Johannes Letzner den Aufbau eines Hofes ein.<ref>Wilhelm Görges: Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Vorzeit. Band 2. 1844, S. 158.</ref> Diesen Hof und zugleich die Katlenburg erhielt Philipp II. von seinem älteren Bruder und Vorgänger Wolfgang als Apanage und veranlasste den weiteren Ausbau.<ref>Friedrich Anton Klinkhard: Historische Nachrichten von dem Schlosse und Fürstenthum Grubenhagen. 1818, S. 40.</ref>
Im Jahre 1816 ließ der neu ernannte Generalstatthalter und spätere Vizekönig Adolphus Frederick nach Plänen von Georg Ludwig Friedrich Laves ein Jagdschloss einrichten.<ref>Allgemeine Zeitung. 30. Januar 1816, S. 120.</ref> 1837 fiel es an seinen Bruder Ernst August I. Dazu gehörten auch von Franz Christian Schaumburg entworfene Gartenanlagen.<ref>Nelkenhalle, Gartenbrücken, Fasanerie, Schweizerei. In: Einbecker Morgenpost. 7. November 2009.</ref> Eine 1588 errichtete Kapelle wurde durch Umnutzung aufgehoben. Ihr Altar und ihre Kanzel wurden in die Kirche Dassensen gebracht.<ref>Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. 1992, S. 377.</ref> 1868 pachtete Matthias Rabbethge, Sohn von Matthias Christian Rabbethge, die damit verbundene Domäne.<ref>Helmut Gäde: Auf dem Felde der Aehre - Landwirtschaftliches Kulturerbe in Deutschland. 2004, S. 126.</ref> Bei der Domäne handelt es sich um einen Komplex von etwa einem Dutzend Gebäuden, die einen viereckigen Hofraum bilden.<ref>Heinrich Albert Oppermann: Hundert Jahre 1770–1870. 2011, S. 861.</ref> Das Herrenhaus wurde teilweise künstlerisch mit Grisaillemalerei ausgestaltet.<ref>Harald Schnitker: Domäne Rotenkirchen (Einbeck) 1816–1829. Saal im Erdgeschoß; Gestaltung von Wandflächen unter Berücksichtigung der vorhandenen historischen Deckenbemalung; (Grisaillemalerei vom Maler Herting ca. 1826). 1990.</ref> Südlich vor der Domäne entwickelte sich das heutige Dorf Rotenkirchen.<ref>Heinrich Daniel Andreas Sonne: Beschreibung des Königreichs Hannover. Band 5. 1834, S. 318.</ref>
Rotenkirchen wurde am 1. März 1974 durch Eingemeindung zum Ortsteil der Stadt Einbeck.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 207.</ref>
Amt
1549 löste das Amt Rotenkirchen das Amt Grubenhagen ab.<ref>Brage bei der Wieden: Handbuch der niedersächsischen Landtags- und Ständegeschichte. Band 1: 1500–1806. 2004, S. 320.</ref>
Von 1807 bis 1813 bestand der Kanton Rotenkirchen, dessen Maire Forstmeister von Dassel war. In dieser Zeit befanden sich Amtshaus und Hof in Besitz von Pierre Daru.<ref>Friedrich Anton Klinkhard: Historische Nachrichten von dem Schlosse und Fürstenthum Grubenhagen. 1818, S. 65.</ref>
Die umliegenden Ortschaften Edemissen, Dörrigsen, Odagsen, Iber, Strodthagen, Buensen, Stöckheim, Wetze, das Landgut Wickershausen, Dassensen, Wellersen, Hullersen, Holtensen, Vardeilsen, Avendshausen, Rengershausen, Kuventhal, Andershausen und Kohnsen gehörten bis 1826 zum Amt Rotenkirchen. Danach wurde es mit dem Amt Salzderhelden vereinigt und der Amtssitz mit der Bezeichnung Grubenhagen nach Salzderhelden verlegt.
Wüstung
Unweit östlich des heutigen Dorfes gab es im Mittelalter ein Dorf mit gleichem Namen, das wüst gefallen ist.<ref>Hans-Georg Stephan, Ursula Werben: Rotenkirchen bei Einbeck im südlichen Niedersachsen. Ein Beitrag zur frühen Dorfbildung, der Frage der Siedlungskontinuität im Altsiedelland sowie zum Problem früher Herrenhöfe. In: Archäologisches Korrespondenzblatt. 23, 1993, S. 365–378.</ref> Das Dorf Rotenkirchen fand im Jahr 1203 erste urkundliche Erwähnung. In einer archäologischen Grabung wurden dort 2010 Pfostenlöcher nachgewiesen, die als Spuren einer bereits zur Zeit der Linienbandkeramik erfolgten Besiedlung gedeutet werden; weitere Spuren stammen aus der römischen Kaiserzeit.<ref>Führungen am Sonntag bei der Grabung in Rotenkirchen. In: Einbecker Morgenpost. 8. September 2010 (einbecker-morgenpost.de).</ref> Nach dem Mittelalter lag der Ort außerhalb der Einbecker Landwehr.<ref>Klemens Honselmann: Die Alten Mönchslisten und die Traditionen von Corvey. Band 2. 1982, S. 188.</ref> Während der Belagerung der Burg Grubenhagen 1448 durch ein Bündnis unter Führung von Wilhelm I., Heinrich II., Wilhelm II., Friedrich III. und Ludwig I. wurde Rotenkirchen zerstört und fiel wüst.<ref>Franziskus Lubecus: Göttinger Annalen: von den Anfängen bis zum Jahr 1588. 1994, S. 171 (books.google.de).</ref>
Politik
Ortsrat
Der Ortsrat, der Rotenkirchen vertritt, setzt sich aus fünf Ratsmitgliedern zusammen:<ref>Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 11. Juli 2022.</ref>
- Wgem. Rotenkirchen: 5 Sitze
(Stand: Kommunalwahl 2021)
Ortsbürgermeister
Ortsbürgermeister ist Klaus Lehberger (WG).
Wappen
Im Ortswappen ist der Turm der Burg Grubenhagen abgebildet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Im 19. Jahrhundert wurde im Ort ein Schloss errichtet, das u. a. von hannoverschen Königen zu Freizeitzwecken benutzt wurde.<ref>Geschichte von Schloss Rotenkirchen.</ref> Davon ist heute ein verpachteter Gutshof im Besitz des Landes Niedersachsen verblieben. Das in dem vorgelagerten Wald befindliche ehemalige Ökonomiegebäude<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichtliches zur Außenstelle Grubenhagen. ( vom 31. Oktober 2007 im Internet Archive).</ref> dieser Anlage dient heute dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik für geowissenschaftliche Forschungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Außenstelle LIAG ( vom 26. Juni 2009 im Internet Archive).</ref>
Weiterhin befand sich unweit vom Ort die einstige Burg Grubenhagen, die vor dem 13. Jahrhundert entstand und 1263 mit den Worten ante castrum Grubenhagen erwähnt wird.<ref>Georg Max: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Erster Theil. Schmorl u. Seefeld, Hannover 1863, S. 21, Anm. 1.</ref> Auf der Burg saßen die Herren Grubo von Grubenhagen als Ministeriale der Braunschweiger Herzöge, als deren Erbauer die Grafen von Dassel in Betracht zu ziehen sind, da der Bereich der Ahlsburg einst zu ihrem Herrschaftsgebiet zählte. Im 14. Jahrhundert war die Burg oft verlehnt oder verpfändet, späterhin residierten die Welfenherzöge nur noch gelegentlich am Ort, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts die Burg allmählich dem Verfall preisgegeben wurde. Ein Jahrhundert später brach man sie bis auf den Bergfried ab und erbaute aus den gewonnenen Steinen ein Wirtschaftsgebäude in Rotenkirchen.<ref>Erhard Kühlhorn: Historisch-Landeskundliche Exkursionskarte. Blatt Moringen am Solling. Lax, Hildesheim 1976, ISBN 3-7848-3624-0, S. 123–125.</ref>
Vereine und Institutionen
- Burgverein Grubenhagen
- Freiwillige Feuerwehr Rotenkirchen
Persönlichkeiten
- Wilhelm Aly (1766–1833), königlich hannoverischer Generalmajor
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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