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Senta Baldamus

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Senta Baldamus (* 14. Oktober 1920 in Breslau; † 26. Januar 2001 in Berlin) war eine deutsche Bildhauerin.

Leben

Senta Baldamus stammt aus der Familie Hildebrandt aus Berlin-Schöneberg. Sie studierte 1940/41 Bildhauerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg und 1941/42 bei Bernhard Bleeker an der Akademie der Bildenden Künste München. 1950 siedelte sie nach Berlin-Pankow über und richtete hier ein Atelier ein.<ref>Studium in München und Berlin – Biografisches. Berliner Zeitung, 18. Februar 1998; abgerufen am 7. November 2009.</ref> Sie schuf zahlreiche Porträtbüsten und seit 1970 Großplastiken für den öffentlichen Raum u. a. in Berlin, Halle-Neustadt, Leipzig, Magdeburg und Schwerin und illustrierte auch Bücher ihres Ehepartners, des Mediziners Ulrich Baldamus<ref>Ulrich Baldamus: Wissen hilft Vorbeugen. Illustrationen von Senta Baldamus-Hildebrandt. Verlag Tribüne, Berlin 1959</ref>. Senta Baldamus war außerhalb der DDR auch auf Ausstellungen in Bagdad, Belgrad, Brüssel, Helsinki, Moskau und Oslo vertreten.

Im Jahr 1991 erblindete Senta Baldamus infolge einer fortschreitenden Krankheit und musste ihre Tätigkeit aufgeben.<ref name="BZtg98">Birgit Kaulich: Blinde Bildhauerin sucht Käufer für einen Brunnen. Senta Baldamus arbeitet seit 23 Jahren an ihrem Lebenswerk / 1991 verlor sie das Augenlicht; Artikel in der Berliner Zeitung vom 18. Februar 1998; abgerufen am 7. November 2009.</ref>

Senta Baldamus war verheiratet und hatte zwei Töchter – Ulrike und Dietlind, beide inzwischen ebenfalls verheiratet – sowie einen Sohn Jürgen.<ref>Traueranzeige in der Berliner Zeitung vom 26. Januar 2001</ref>

Werksübersicht (Auswahl)

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Geschichte des Brunnens der Jugend

Die Stadtverwaltung von Schwerin gab im Jahr 1975 bei Senta Baldamus einen Brunnen der Jugend in Auftrag, der auf dem Schweriner Marktplatz aufgestellt werden sollte. Die Künstlerin fertigte einen Entwurf des von ihr als krönender Abschluss ihres bisherigen künstlerischen Schaffens betrachteten Werkes: Eine Mutterfigur in fließenden Gewändern als Sockelskulptur wird von acht spielenden Kindern umgeben. Die an barocke Darstellungen erinnernde Figurengruppe sollte inmitten einer großen steinernen Wasserschale stehen. Bis einige Zeit nach der Wende entstanden die ersten vier Bronzeskulpturen, darunter auch die zentrale zwei Meter hohe Frauengestalt, und wurden in einem Schuppen in Schwerin zwischengelagert. Durch die neue Funktion der Stadt Schwerin als Hauptstadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde das Projekt Marktbrunnen zuerst stillgelegt und schließlich aufgegeben, weil das ursprünglich eingeplante Geld nun für andere Aufgaben benötigt wurde. Senta Baldamus wandte sich daraufhin an die Interessengemeinschaft Partner für Berlin, um sowohl neue Geldgeber als auch neue Interessenten für die Aufstellung des Brunnens zu gewinnen:

„Als Berlinerin wäre mir Berlin natürlich am liebsten. […] Ich kann mir als Standort den Platz vor einem öffentlichen Gebäude, einen Innenhof oder einen Park vorstellen. Aber auch gegen eine andere Stadt hätte ich nichts einzuwenden. Hauptsache, der Brunnen wird überhaupt fertig. […] Ich bin sehr zäh. Wenn ich an einer Sache hänge, kämpfe ich bis zum letzten.“<ref name="BZtg98" />

Die Berliner Marketinggesellschaft gewann das Bezirksamt Lichtenberg-Hohenschönhausen als neuen Eigentümer des gesamten Brunnenprojektes. Im Einkaufszentrum Linden-Center in Berlin-Neu-Hohenschönhausen wurden im Februar 1998 die bis dahin fertigen Figuren und die Projektskizze ausgestellt. Eine gleichzeitige Ausstellung über Senta Baldamus, bei deren Eröffnung die Künstlerin selbst anwesend war, machte das Anliegen und das gesamte bisherige Schaffen einer breiten Öffentlichkeit bekannt.<ref name="BZtg98" /> Als Bauherr und Träger für den Brunnen konnten schließlich die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin gewonnen und rund 600.000 Euro aus dem Senats-Förderprogramm Wohnumfeldverbesserung 99 bereitgestellt werden.<ref>Information der Senatsabteilung für Stadtentwicklung zum Baldamus-Brunnen mit technischen Details.</ref> Eine Metallwerkstatt führte den Guss der bisher nur als Gipsmodelle vorliegenden restlichen 1,20 m großen Kinderfiguren für rund 40.000 Euro aus und der Steinmetzbetrieb Buchholzer Naturstein fertigte die zwölf Tonnen schwere Brunnenschale aus Granit mit einem Durchmesser von drei Metern.<ref>Marcel Gäding: Die Brunnenschale ist schon da; in: Berliner Zeitung vom 16. August 2002; abgerufen am 7. November 2009.</ref> Im September 2002 waren alle Teile des Brunnens der Jugend fertig. Sie fanden auf dem neu angelegten Stadtplatz Wartenberger-/Wustrower Straße einen repräsentativen Standort.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage Bildhauerei in Berlin (Memento vom 5. Juni 2014 im Internet Archive); abgerufen am 7. November 2009</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadtentwicklungsgesellschaft mit Details zum Brunnen der Jugend (Memento vom 7. November 2004 im Internet Archive), abgerufen am 7. November 2009, erneut abgerufen am 18. Januar 2016.</ref>

Ausstellungen (unvollständig)

  • 1969: Halle, Bezirkskunstausstellung
  • 1967, 1975 und 1980: Berlin, Treptower Park („Plastik und Blumen“)
  • 1977: Leipzig, Messehaus am Markt („Kunst und Sport“)

Literatur

  • Helmut Netzker: Manifestation der Freundschaft. Eine neue Arbeit von Senta Baldamus. In: Bildende Kunst. Nr. 1/1975. Berlin 1975, S. 25–27.
  • Baldamus, Senta. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 42

Weblinks

Einzelnachweise

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