Gilserberg (Ortsteil)
Gilserberg Gemeinde Gilserberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(923)&title=Gilserberg 50° 57′ N, 9° 4′ O
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dim=10000 | globe= | name=Gilserberg | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 338 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 9,22 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 923 (30. Juni 2016)<ref name="findcity" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 100 Einwohner/km² | |||||
| Postleitzahl: | 34630 | |||||
| Vorwahl: | 06696 | |||||
Gilserberg ist der nach Einwohnerzahl größte Ortsteil und Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Gemeinde Gilserberg im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographische Lage
Der Ort liegt am Oberlauf der Gilsa im Zentrum des Gilserberger Hochlandes, einer Hochfläche im nördlichen Teil der Oberhessischen Schwelle. In Gilserberg kreuzen sich die Bundesstraße 3 Kassel–Marburg und die Landesstraße 3155 Schwalmstadt–Gemünden. Schwalmstadt ist in Richtung Südosten etwa 10 km entfernt, Marburg in Richtung Südwesten etwa 30 km. Die Kreuzung der beiden Straßen markiert den südlichsten Punkt des Naturparks Kellerwald-Edersee.
Geschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Gilserberg erfolgte unter dem Namen Willingeshusen im Jahr 1261 in einer Urkunde des Klosters Haina. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Willingeshusen minori (1262), Wilngishusin (vor dem Walde) (1402), Willinshusen (1496), Willingshausen (nach 1500) und Gilserberg (seit Anfang 18. Jahrhundert).
Am nordwestlichen Ortsrand befand sich ein Bahnhof der 1911 eröffneten Kellerwaldbahn, auf der der Personenverkehr 1972 und der Güterverkehr im Winter 1980/81 eingestellt wurde. Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden zwischen 1972 und 1974 zehn umliegende Dörfer in der neu gebildeten Gemeinde Gilserberg vereinigt.
Der Ort Gilserberg gehört seit dem 16. Jahrhundert zum evangelischen Kirchspiel Sebbeterode. Die im Ortszentrum gelegene heutige Kirche wurde von 1706 bis 1709 erbaut. Seit 1949 gibt es auch eine katholische Kirche.
Bis in die 1930er Jahre gab es in Gilserberg eine jüdische Gemeinde, die um 1900 über 70 Mitglieder hatte und etwa 15 % der Ortsbevölkerung ausmachte.<ref>Gilserberg mit Stadtteil Winterscheid (Schwalm-Eder-Kreis). Alemannia Judaica, abgerufen am 25. Januar 2016.</ref>
2012 feierte Gilserberg sein 750-jähriges Bestehen.
Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gilserberg, Heimbach, Lischeid, Sachsenhausen, Schönau und Winterscheid freiwillig zur neuen Gemeinde Gilserberg.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 40. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,9 MB]).</ref> Aufgrund der zentralen Lage im Gilserberger Hochland wurde Gilserberg Sitz der Verwaltung und Namensgeber der neuen Gemeinde. Am 1. April 1972 kamen Appenhain sowie Itzenhain mit dem im Jahr 1928 eingegliederten Bellnhausen hinzu. Nachdem diese Zusammenschlüsse freiwillig erfolgt waren, wurden am 1. Januar 1974 auch Moischeid, Sebbeterode und Schönstein kraft Landesgesetz eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain (GVBl. II 330-22) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 356, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref><ref></ref> Für alle nach Gilserberg eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 1,07 MB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Gilserberg, abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Gilserberg 945 Einwohner. Darunter waren 15 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 141 Einwohner unter 18 Jahren, 363 zwischen 18 und 49, 210 zwischen 50 und 64 und 231 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 372 Haushalten. Davon waren 105 Singlehaushalte, 96 Paare ohne Kinder und 141 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 69 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 243 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1576: | 30 Hausgesesse |
| • 1585: | 31 Hausgesesse |
| • 1639: | 20 Hausgesesse |
| • 1681: | 20 Hausgesesse, ein Ausschuss, ein Junggeselle. |
| • 1743: | 7 Hofreiten, 44 Einwohner |
| Appenhain: Einwohnerzahlen von 1776 bis 2016 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1776 | 332 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 453 | |||
| 1840 | 496 | |||
| 1846 | 542 | |||
| 1852 | 589 | |||
| 1858 | 540 | |||
| 1864 | 538 | |||
| 1871 | 425 | |||
| 1875 | 465 | |||
| 1885 | 487 | |||
| 1895 | 468 | |||
| 1905 | 476 | |||
| 1910 | 563 | |||
| 1925 | 572 | |||
| 1939 | 603 | |||
| 1946 | 944 | |||
| 1950 | 965 | |||
| 1956 | 834 | |||
| 1961 | 735 | |||
| 1967 | 714 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 945 | |||
| 2016 | 923 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Gilserberg<ref name="findcity" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | 450 evangelische, einen katholischen, 27 jüdische Einwohner |
| • 1885: | 440 evangelische (= 90,35 %), keine katholischen, 47 (= 9,65 %) jüdische Einwohner |
| • 1961: | 642 evangelische (= 87,47 %), 88 katholische (= 11,99 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| • 1776: | vier Wirte einschließlich zwei Brauer, zwei Wagner, drei Schmiede, zwei Schneider, zwei Leineweber, ein Schreiner, ein Zimmermann, ein Ziegelbrenner, drei Handelsjuden, vier Tagelöhner, zwei Schäfer |
| • 1838 | Familien: 32 Ackerbau, 13 Gewerbe, 55 Tagelöhner |
| • 1961 | Erwerbspersonen: 70 Land- und Forstwirtschaft, 126 produzierendes Gewerbe, 44 Handel und Verkehr, 58 Dienstleistungen und Sonstiges |
Politik
Für den Ortsteil Gilserberg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Gilserberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat Gilserberg besteht aus sieben Mitgliedern.<ref name="HS"/> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,55 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Gilserberg“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Gilserberg. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Anja Nordmann zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Gilserberg. In: Webauftritt. Gemeinde Gilserberg, abgerufen im März 2023.</ref>
Weblinks
- Die Ortsteile In: Webauftritt der Gemeinde Gilserberg.
- Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Einzelnachweise
<references> <ref name="lagis"> Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="findcity">Gilserberg - Daten und Fakten. Einwohnerzahlen. BVB-Verlagsgesellschaft mbH, 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2018; abgerufen am 3. Mai 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 90, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Appenhain | Gilserberg | Heimbach | Itzenhain mit Bellnhausen | Lischeid | Moischeid | Sachsenhausen | Schönau | Schönstein | Sebbeterode | Winterscheid