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Pink Lady (Cocktail)

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Pink Lady
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Clover Club

Pink Lady ist ein klassischer, auf Basis von Gin zubereiteter Cocktail, dessen rosa Farbe (engl. pink) durch die Hinzugabe von Grenadine entsteht.

Zubereitung und Varianten

Es existieren verschiedene weit verbreitete Varianten der Pink Lady, die jedoch alle die Verwendung von Gin, Grenadine und Eiklar gemeinsam haben. Diese drei Zutaten bilden zugleich auch schon die einfachste Variante. So schreibt das Cafe Royal Cocktail Book in seiner Ausgabe von 1937, dass man ein Glas Gin, einen Esslöffel Grenadine und das Eiklar von einem Ei mit Eis in einem Cocktail-Shaker gibt, gut durchschüttelt und danach in ein mittelgroßes Glas ohne das Eis abseiht. Dasselbe Rezept findet sich auch im Wordsworth Dictionary of Drink.<ref name="halley" /><ref name="tarling/carter" />

Gelegentlich wird zu diesem Basisrezept auch noch etwas Zitronensaft hinzugegeben. Diese Kombination aus Gin, Grenadine, Zitronensaft und Eiklar wird in vielen Barbüchern auch als Clover Club geführt. Einige Autoren fügen dann noch Applejack (Apfel-Brandy) hinzu und sehen diese Variante als die „echte“ Pink Lady an, deren spezieller Geschmack erst durch die Hinzugabe von Applejack erzeugt wird und weniger süß als die anderen „falschen“ Varianten ist.<ref name="haigh" /><ref name="giglio/fink" /><ref name="felten" /><ref name="chronicles" /> Der Applejack dessen Geschmack und Herstellung sich im Verlauf der letzten 100 Jahre stark verändert hat,<ref name="albala" /> kann auch durch einen anderen Apfel-Brandy ersetzt werden, so wird in einigen deutschen Cocktailbüchern zum Beispiel Calvados verwandt.<ref name="Brandl" />

Eine cremige Variante, die seit den 1920er Jahren existiert, fügt dem Basisrezept noch Sahne zu. In New Orleans war sie zur Zeit der Prohibition auch unter dem Namen Pink Shimmy bekannt. Darüber hinaus gibt es auch Sahnevarianten, bei denen außer Sahne zum Basisrezept noch Zitronensaft hinzukommt oder in denen die Sahne das Eiklar aus dem Basisrezept ersetzt. Die Variante mit Zitronensaft wird gelegentlich auch als Pink Rose bezeichnet.<ref name="reynolds" /><ref name="chirico" /><ref name="white" /><ref name="widmer" />

Der Cocktail wird stets mit Eiswürfeln geschüttelt und „straight up“, also ohne Eis in einer Cocktailschale serviert. Im Glas wird das fertige Getränk dann oft noch mit einer Kirsche garniert.<ref name="giglio/fink" /><ref name="chirico" /><ref name="calabrese" /><ref name="white" />

Geschichte

Die Erfindung der Pink Lady wird gelegentlich der Raumgestalterin und Gesellschaftsdame Elsie de Wolfe (1865–1950) zugeschrieben. Allerdings weicht das mit ihr verbundene Rezept, das auch als Lady-Mendl-Cocktail bekannt ist, stark von den üblichen Rezepten der Pink Lady ab. Die Basis besteht zwar auch hier aus Gin, aber statt Grenadine und Eiklar werden dort Grapefruitsaft und Cointreau hinzugegeben.<ref name="fehrman" /><ref name="barnard" /> Der Name des Cocktails wird zudem auf das damals populäre gleichnamige Musical von Ivan Caryll zurückgeführt, welches 1911 am Broadway aufgeführt wurde.<ref name="calabrese" /><ref name="white" /> Während der Prohibition war der Cocktail bereits weit verbreitet<ref name="widmer" /><ref name="felten" /> und seine Kombination von Gin und Grenadine wurde Vorbild für eine ganze Reihe von weiteren „Pink“-Cocktails.<ref name="chirico" /> In New Orleans wurde zu dieser Zeit eine cremige Variante der Pink Lady, der Pink Shimmy, im Southern Yacht Club serviert. Ihr Rezept ging auf Armond Schroeder, einen Angestellten des Clubs, zurück.<ref name="scheib" /> Ein Grund für die Popularität der Pink Lady zur Prohibitionszeit lag vermutlich darin, dass der zu dieser Zeit verwendete Gin oft einen schlechten Eigengeschmack hatte und daher ein Bedarf bestand, ihn durch weitere Zutaten aufzubessern.<ref name="chirico" /><ref name="randall" />

Spätestens seit den 1930er Jahren entwickelte die Pink Lady eine Reputation als ein typisch „weiblicher“ Cocktail, was sowohl auf ihren Namen als auch auf ihre cremig-süßen Bestandteile zurückgeführt wurde, da letztere in Cocktail-Büchern wie Esquires Handbook for Hosts (1949) mit einem weiblichen Geschmack assoziiert wurden.<ref name="felten" /><ref name="randall" /> Von dem Sexsymbol und Hollywoodstar Jayne Mansfield ist überliefert, dass sie vor dem Essen gerne eine Pink Lady trank.<ref name="wsj" /> Männliche Kritiker beklagten oder verspotteten oft den „weiblichen“ Charakter des Cocktails<ref name="felten" /> und er landete zwischenzeitlich auch auf der Liste der zehn schlechtesten Cocktails des Esquire Magazins.<ref name="chirico" />

Literatur

  • Rob Chirico: Field Guide to Cocktails: How to Identify and Prepare Virtually Every Mixed Drink at the Bar. Quirk Books, 2005, ISBN 1-59474-063-1, S. 208–210.
  • Eric Felten: How's Your Drink? Cocktails, Culture, and the Art of Drinking Well. Agate Publishing, 2007, ISBN 978-1-57284-089-8, S. 120–123.
  • Ted Haigh: Vintage Spirits and Forgotten Cocktails. Quarry Books, ISBN 978-1-59253-561-3, S. 251–252.

Weblinks

Commons: Pink Lady (Cocktail) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="chirico">Rob Chirico: Field Guide to Cocktails: How to Identify and Prepare Virtually Every Mixed Drink at the Bar. Quirk Books, 2005, ISBN 1-59474-063-1, S. 208–210 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="white">Daniel R. White: The Classic Cocktails Book. Andrews McMeel Publishing, 1998, ISBN 0-8362-6796-6, S. 51 (Online-Kopie)</ref> <ref name="widmer">Mary Lou Widmer: New Orleans in the Twenties. Pelican Publishing Company, 1993, ISBN 0-88289-933-3, S. 132 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="calabrese">Salvatore Calabrese: Complete Home Bartender's Guide: 780 Recipes for the Perfect Drink. Sterling Publishing Company, 2002, ISBN 0-8069-8511-9, S. 61 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="felten">Eric Felten: How's Your Drink? Cocktails, Culture, and the Art of Drinking Well. Agate Publishing, 2007, ISBN 978-1-57284-089-8, S. 120–123 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="haigh">Ted Haigh: Vintage Spirits and Forgotten Cocktails. Quarry Books, ISBN 978-1-59253-561-3, S. 251–252 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="giglio/fink">Anthony Giglio, Ben Fink: Mr. Boston Official Bartender's Guide. John Wiley and Sons, ISBN 978-0-470-39065-8, S. 89 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="halley">Ned Halley: Wordsworth Dictionary of Drink. Wordsworth Editions, 2005, ISBN 1-84022-302-2, S. 461 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="tarling/carter">W. J. Tarling, Frederick Carter: The Cafe Royal Cocktail Book. Pall Mall Ltd., Coronation Edition, London 1937, S. 154.</ref> <ref name="fehrman">Cherie Fehrman, Kenneth R. Fehrman: Interior Design Innovators 1910–1960. Fehrmann Books, 2009, ISBN 978-0-9842001-0-8, S. 15 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="scheib">Flora K. Scheib: History of the Southern Yacht Club. Pelican Publishing, 1986, ISBN 1-56554-537-0, S. 170 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="chronicles">A Change in Fortune. In: The Cocktail Chronicles. 22. März 2006, abgerufen am 23. November 2009 (engl.)</ref> <ref name="randall">Jessy Randall: "Girl" Drinks. In: Jack S. Blocker, David M. Fahey, Ian R. Tyrrell: Alcohol and Temperance in Modern History: An International Encyclopedia. ABC-CLIO, 2003, ISBN 1-57607-833-7, Band 1, S. 267. (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="reynolds">Virginia Reynolds: Little Black Book der Cocktails: Das Handbuch rund um alte und neue Klassiker. Wiley-VCH, 2008, ISBN 978-3-527-50359-9, S. 131 (Auszug in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> <ref name="wsj">Eric Felten: This Lady Is Tart in Taste. In: The Wall Street Journal. 21. März 2007</ref> <ref name="albala">Ken Albala: Applejack. In: Rachel Black: Alcohol in Popular Culture: An Encyclopedia. ABC-CLIO, 2010, ISBN 978-0-313-38048-8, S. 10–11.</ref> <ref name="Brandl">Franz Brandl: Cocktails mit Alkohol - 555 Mixgetränke. 6. Auflage. Cormoran, 2001, ISBN 3-517-07927-8, S. 56.</ref> <ref name="barnard"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Elsie de Wolfe: Cultural Maverick, Moral Iconoclast, and Interior Designer of Barnard’s Brooks Hall. (Memento vom 25. Februar 2006 im Internet Archive) – Biografie von Elsie de Wolfe auf einer Webseite des Barnard College (abgerufen am 20. März 2010)</ref> </references>