Zum Inhalt springen

Egon-Erwin-Kisch-Preis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. April 2026 um 20:33 Uhr durch ~2026-26084-25 (Diskussion) (Preisträger der Kategorie Reportage seit 2005: https://www.reporterpreis.de/upload/eva-umlauf--65186be2354cb.pdf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Egon-Erwin-Kisch-Preis (Eigenschreibweise: Egon Erwin Kisch-Preis) wurde 1977 von Henri Nannen, dem Gründer des Stern, gestiftet. Der Preis sollte die journalistische Qualität von Reportagen in der deutschsprachigen Presse (insbesondere in den Printmedien) fördern. Die Auswahl geschah ganz im Sinne des von Egon Erwin Kisch formulierten und in der Präambel der Satzung zitierten Anspruchs „Schreib das auf, Kisch!“.

2005 ging der Preis in der Kategorie Reportage des neu geschaffenen Henri-Nannen-Preises auf.

Regularien

Der Preis wurde einmal jährlich vergeben und war mit 10.000 Euro für den ersten Platz, 7.500 Euro für den zweiten und 5.000 Euro für den dritten Platz dotiert.

Geschichte und Entwicklung

Von 1977 bis 2004 war der Egon-Erwin-Kisch-Preis ein eigenständiger Journalismuspreis.

Im Zeitalter der Medienvielfalt und Globalisierung waren auf den Print-Journalismus neue Aufgaben zugekommen, die sich mit der klassischen Reportage allein nicht mehr abbilden lassen, jedoch ebenso wichtig und preiswürdig sind. Im Sinne von Henri Nannen, der die Reportage in Wort und Bild als die Königsdisziplin des Journalismus schätzte, blieb der Egon-Erwin-Kisch-Preis als Kategorie des 2005 neu geschaffenen Henri-Nannen-Preises (heute: Stern-Preis) bestehen – ergänzt durch weitere Kategorien. Im Jahr 2005 wurde der Egon-Erwin-Kisch-Preis erstmals als Kategorie des Henri-Nannen-Preises vergeben.

Bei der letztmaligen Verleihung des eigenständigen Kisch-Preises im Jahr 2004 gehörten der Jury u. a. an: Giovanni di Lorenzo (damals Der Tagesspiegel), Andreas Petzold (Stern), Peter Sartorius (Autor), Iris Radisch (Die Zeit), Cordt Schnibben (Der Spiegel), Hermann Schreiber (Journalist) und Jutta Voigt (Autorin).

Preisträger

1977–2004

Jahr Preis Preisträger Erschienen
1977 1. Preis  : Blindekuh unterm Nordkap Süddeutsche Zeitung
1977 2. Preis  : Alltag einer Trinkerin Der Spiegel
1977 3. Preis  : Zirkus Rodeo GEO
1978 1. Preis über Boxer Conny Velensek Frankfurter Rundschau
1978 2. Preis über Majdanek-Prozess Süddeutsche Zeitung
1978 3. Preis  : Das Revier der hungrigen Wölfe Süddeutsche Zeitung
1979 1. Preis  : Blutsauger im Akkord Süddeutsche Zeitung
1979 2. Preis  : Auf deutsch gesagt: gestrauchelt Der Spiegel
1979 3. Preis  : Charlys treuer Killer GEO
1980 1. Preis  : Tod am vierten Hindernis GEO
1980 2. Preis  : Irgendwann packt dich 'ne einzige Wut Süddeutsche Zeitung
1980 3. Preis  : Herr Meier, wo Blumen, wo Sommer? Der Spiegel
1981 1. Preis  : Spiel ohne Grenzen Stern
1981 2. Preis  : Die Komplizen Sozialmagazin
1981 3. Preis  : Die Einsamkeit der Rita M. Stern
1982 1. Preis  : Ich muß doch die Sozis bändigen Der Spiegel
1982 2. Preis  : Die Diebe von Köln Stern
1982 3. Preis  : Und viel Spaß am Leben Frankfurter Allgemeine Zeitung
1983 1. Preis  : Herantasten ans Unbegreifliche Süddeutsche Zeitung
1983 2. Preis  : Das Spenderherz darf nicht sterben Der Spiegel
1983 3. Preis  : Es ist so still geworden bei uns Stern
1984 1. Preis  : Die Startmaschine GEO
1984 2. Preis  : Das Playmate vom Hasenbergl Süddeutsche Zeitung
1984 3. Preis  : Die Habichte sind im Nest Der Spiegel
1985 1. Preis  : Der Maestro aus der Schildergasse Süddeutsche Zeitung
1985 2. Preis  : Manhattan, Brooklyn und Bronx: Gott aber wohnt in Kalifornien FAZ-Magazin
1985 3. Preis  : Über einen, der sitzt Tempo
1986 1. Preis  : Die Karriere eines Kriegsverbrechers Die Zeit
1986 2. Preis  : Kleine, böse Welt Süddeutsche Zeitung
1986 3. Preis  : Als Knecht im Garten Eden GEO
1987 1. Preis  : Er ist ein wildes Tier Der Spiegel
1987 2. Preis  : Immer an der Emscher lang GEO
1987 3. Preis  : Die lange Gerade ins schwarze Loch Süddeutsche Zeitung
1988 1. Preis  : Chile im Jahr der Entscheidung FAZ-Magazin
1988 2. Preis  : Falls Roads Tages-Anzeiger
1988 3. Preis  : Die Mauer der Versöhnung GEO
1989 1. Preis  : Spiel mir das Lied von Bonn Stern
1989 2. Preis  : Die sich selbst ein Rätsel sind GEO
1989 3. Preis  : Tanja Ballerina Zeitmagazin
1990 1. Preis (erschienen unter dem Pseudonym Birgit Saß): Ein tödliches Fleckchen Unschuld TransAtlantik
1990 2. Preis  : Rodeo im wilden Osten Der Spiegel
1990 3. Preis  : Die Angst vor dem Leben nach der Agonie Süddeutsche Zeitung
1991 1. Preis  : Äthiopien ganz nah: Leben am Rand der Welt FAZ-Magazin
1991 2. Preis  : Wie eine Kampfsau, schwarz im Gesicht Die Weltwoche
1991 3. Preis  : Der Fluch der guten Tat GEO Wissen
1992 Ab 1993 wird der Egon Erwin Kisch-Preis nach dem Jahr der Preisverleihung benannt und nicht mehr – wie vorher – nach dem Jahr der Reportagen. Daher fehlt 1992.
1993 1. Preis  : Mein Heim ist doch kein Durchgangszimmer Berliner Zeitung
1993 2. Preis  : Swetlana Boginskaja FAZ-Magazin
1993 3. Preis  : Karlagin – bitte 4x klingeln GEO Special
1994 1. Preis  : Polski Blues NZZ Folio
1994 2. Preis  : Ein himmlischer Tropfen GEO
1994 3. Preis  : Eine Liebe im Osten Die Zeit
1995 1. Preis  : Das Loch in Mitte Wochenpost
1995 2. Preis  : Herr Bui möchte bleiben Der Spiegel
1995 3. Preis  : Dann eben im sitzen! Zeitmagazin
1996 1. Preis  : Der Mensch Paul Das Magazin
1996 2. Preis  : Bis ins Mark Zeitmagazin
1996 3. Preis  : Sag es. Damit es ein Ende hat SZ-Magazin
1997 1. Preis  : Das Land, in dem die Gräber reden Die Zeit
1997 2. Preis  : Das Wispern im Palazzo GEO Special
1997 3. Preis  : Hier ist Totentanz Der Spiegel
1998 1. Preis  : Die Folter war sauber und ordentlich Die Zeit
1998 2. Preis  : Eine Liebe in Berlin Stern
1998 3. Preis  : Der letzte Umzug Süddeutsche Zeitung
1999 1. Preis  : Alle sind wir da, bis auf Erich Honecka Süddeutsche Zeitung
1999 2. Preis  : Ein brauchbarer Held Berliner Zeitung
1999 3. Preis  : Die Welt des Herrn Conrad Frankfurter Rundschau
2000 1. Preis  : Kriegstagebuch Der Spiegel
2000 2. Preis  : Letzte Tage NZZ Folio
2000 3. Preis  : Die verlorene Ehre des Friedrich B. Frankfurter Rundschau
2001 1. Preis  : Das eiserne Mädchen Spiegel Reporter
2001 2. Preis  : Vom Glück, das rechte Wort zu treffen Süddeutsche Zeitung
2001 3. Preis  : Die Strafkolonie von Moabit ZEIT Dossier
2002 1. Preis und Dietmar Hawranek: Die drei-Welten-AG Der Spiegel
2002 2. Preis  : Die Mörderin Die Zeit
2002 3. Preis  : Die Rebellen von Schloss Salem Stern
2003 1. Preis  : Der Herr der Pleiten Die Zeit
2003 2. Preis  : Wolfslächeln und Nadelstiche Süddeutsche Zeitung
2003 3. Preis  : Josef, der Panzerknacker Tages-Anzeiger
2004 1. Preis  : Das letzte Gefecht Der Spiegel
2004 2. Preis  : Siegfrieds Erbin Der Tagesspiegel
2004 3. Preis , Horand Knaup, Hartmut Palmer, Gerd Rosenkranz: Schröders Spiel Der Spiegel

Preisträger der Kategorie Reportage seit 2005

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Jahr Preis Preisträger Erschienen Bemerkung
2005 1. Preis  : Herr Mo holt die Fabrik Die Zeit
2006 1. Preis  : Ich will nur fröhliche Musik Die Zeit
2007 1. Preis  : Die afrikanische Odyssee Der Spiegel
 : Hoffmanns Blick auf die Welt Die Zeit
2008 1. Preis  : Wie das Böse nach Tessin kam Die Zeit
2009 1. Preis  : Rolf, ich und Alzheimer Der Spiegel
2010 1. Preis  : Ein neuer Bauch für Lenie GEO
2011 1. Preis  : Am Stellpult Der Spiegel nachträglich aberkannt<ref>Jury erkennt Spiegel-Redakteur Nannen-Preis ab. In: Hamburger Abendblatt</ref><ref>In eigener Sache: Unverständnis über Aberkennung des Egon-Erwin-Kisch-Preises. Spiegel Online, 9. Mai 2011</ref>
2012 1. Preis  : Der letzte Saurier Die Zeit
2013 1. Preis  : Der Getriebene Zeitmagazin
2014 1. Preis  : Die Liebe seines Lebens Der Spiegel
2016 1. Preis  : Drei Krieger Stern
2018 1. Preis  : Mannomannomann<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NANNEN PREIS 2018. Nominierte und Preisträger (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nannen-preis.de</ref><ref>Nannen-Preis für Markus Feldenkirchen. Artikel vom 12. April 2018, abgerufen am 18. April 2018.</ref> Der Spiegel
2019 1. Preis  : Ich und der ganz andere<ref>SZ-Magazin-Reporter Bastian Berbner holt den begehrten Egon Erwin Kisch-Preis, Meedia vom 25. Mai 2019, abgerufen am 26. Mai 2019.</ref> Süddeutsche Zeitung SZ-Magazin
2020 1. Preis  : Wenn das Herz versagt und es nur eine Rettung gibt<ref>Nannen Preis 2020: Das sind die Gewinner. 30. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.</ref> Stern
2021 1. Preis Xifan Yang: Die Gesandte des Konfuzius Die Zeit
2022 1. Preis Özlem Gezer, Timofey Neshitov: Die Hanau-Protokolle Der Spiegel
2023 1. Preis Rudolf Novotny: Ich will eine normale Frau sein. Einfach so<ref>Gewinner 2023 - STERN-Preis 2023. 20. April 2023, abgerufen am 4. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ZEITmagazin
2024 1. Preis Timofey Neshitov: Die perfekte Zeugin Der Spiegel Reportage über die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf
2025 1. Preis Malte Henk: Wie weit weg ist Buchenwald?<ref>ZEIT-Autor Malte Henk erhält Egon-Erwin-Kisch-Preis für Reportage. 14. Mai 2025, abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Zeit

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein