Zum Inhalt springen

Camphin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. Mai 2025 um 20:33 Uhr durch imported>Aka (Eigenschaften und Verwendung: doppelte Leerzeichen entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Camphin, auch Kamphin, ist gereinigtes, harzfreies Terpentinöl, das im 19. Jahrhundert als Lampenbrennstoff verwendet wurde.<ref></ref> Als Camphin wurde früher auch das Produkt der Zersetzung des Camphers durch Iod bezeichnet.<ref name="claus">C. Claus: Über das Verhalten des Camphers zu den Haloiden. In: Journal für praktische Chemie, 1842, Band 1, S. 257–274. Barth; Textarchiv – Internet Archive.</ref> Die exakte Konstitution der so erhaltenen Substanz blieb jedoch fraglich.<ref name="gmelin">Leopold Gmelin: Handbuch der Chemie. 7. Band, Erste Abteilung. 4. Auflage. Karl Winter, Heidelberg 1862, S. 402 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="kekule">August Kekulé, Richard Anschütz, Gustav Schultz, Wilhelm LaCos: Lehrbuch der organischen Chemie. Band 2, Teil 1. Verlag von Ferdinand Enke, Erlangen 1863, S. 461; Textarchiv – Internet Archive.</ref>

Herstellung

Zur Herstellung von Camphin wurde Terpentinöl einer Wasserdampfdestillation unterworfen, um das darin enthaltene Harz abzutrennen. Dazu wurde das Terpentinöl mit etwa dem gleichen Volumen Wasser versetzt und etwas gebrannter Kalk oder Chlorkalk zugegeben. Das so erhaltene Destillat trennt sich in zwei Phasen, wovon die wässrige verworfen wurde. Als Alternative zur Destillation wurde auch ein Versetzen des Terpentinöls mit konzentrierter Schwefelsäure beschrieben, was dazu führte, dass sich die Harzbestandteile als ein dunkelbrauner Rückstand absetzten, von dem man das Camphin dekantieren konnte. Das nach diesem Verfahren erhaltene Produkt wird jedoch als gelblich und mit verändertem Geruch beschrieben.<ref name="rep">Buchner (Hrsg.), F. J. Bernays u. a.: Repertorium für die Pharmacie. 3. Reihe, 8. Band. Schrag, Nürnberg 1851, S. 225 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Eigenschaften und Verwendung

Camphin ist leicht entzündlich. Es verbrennt mit weißer, stark leuchtender Flamme ohne Ruß- oder Geruchsbildung, was den Einsatz als Leuchtmaterial erklärt, beispielsweise in den von W. Young erfundenen und zunächst aus England importierten Camphinlampen (auch Young-, Vesta- oder Imperial-Lampen).<ref name="Natur">Aus der Natur. Die neuesten Entdeckungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. 13. Band. Verlag v. Ambr. Abel, Leipzig 1860, S. 387 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Eine Mischung aus 4 Teilen Spiritus mit 1 Teil Camphin ergibt so genannten Leuchtspiritus, der durch Erhitzen in das mit stark leuchtender, weißer Flamme brennende Camphingas verwandelt wird. Es diente als Leuchtmaterial in der Lüdersdorffschen Dampflampe.

Einzelnachweise

<references />