Oechsler AG
| Oechsler AG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Oechsler AG logo.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1864 |
| Sitz | Ansbach, Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 2.950 (2022)<ref name="JA-22"/> |
| Umsatz | 379,8 Mio. Euro (2022)<ref name="JA-22"> Bundesanzeiger: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022, abgerufen am 23. Januar 2025.</ref> |
| Branche | Kunststoffverarbeitung |
| Website | www.oechsler.com |
| Stand: 31. Dezember 2022 | |
Die Oechsler AG (Eigenschreibweise: OECHSLER) ist ein Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie mit Sitz in Ansbach in Bayern. Es ist für die Automobil-, Medizin- und Sportartikelindustrie tätig.<ref>Axia Award. Abgerufen am 9. Oktober 2020.</ref>
Geschichte
Die Unternehmensgeschichte geht auf das Jahr 1864 zurück, als der Namensgeber Matthias Oechsler es als Beinringler- und Beinknopfmacher-Handwerksbetrieb gründete.<ref>Oechsler AG. Abgerufen am 12. März 2019.</ref> Im Jahr 1893 stieg sein Sohn Otto Oechsler als Mitinhaber in das Unternehmen ein und übernahm den Betrieb 1901 nach dem den Tod des Vaters. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Mitarbeiterzahl auf 1000 an.
Im Jahr 1912 erweiterte Otto Oechsler das Unternehmen mit einem Zweigwerk in Weißenburg in Bayern. Bis in die 1930er Jahre expandierte das Unternehmen, ehe die Weltwirtschaftskrise es zwang, einzelne Abteilungen einhergehend mit einbrechenden Exporten zu schließen. Gesichert ab 1934 produzierte die Matthias Oechsler & Sohn AG verschiedene Abzeichen für NS-Organisationen, unter der Reichszeugmeisterei-Nummer M1/14, darunter Parteiabzeichen für die NSDAP und die Hitlerjugend.
Im Zweiten Weltkrieg fiel das Werk in Ansbach Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde eine neue Werkhalle für die Herstellung von Präzisionskunststoffteilen geschaffen.
Im Jahr 1947 entwickelte der inzwischen das Unternehmen leitende Albert Oechsler mit seinen beiden Brüdern eine Kunststoff-Spritzguss-Maschine und machte Oechsler zu einem Systemlieferanten. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde das Unternehmen in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Die damalige Bahnhofsstraße heißt seitdem zu Ehren des Unternehmensgründers Matthias-Oechsler-Straße. Von 1965 bis 1970 folgten weitere Ausbauten der Werke in Ansbach und Weißenburg.
Im Jahr 2000 wurde aus der Matthias Oechsler & Sohn GmbH & Co. KG die Oechsler AG. Diese verfolgt eine Globalisierungsstrategie. Heute hat die Oechsler-Gruppe Produktionsstandorte in Deutschland (Ansbach, Weißenburg, Brodswinden), China (Taicang), Rumänien (Lipova) und Mexiko (Querétaro).<ref>Standorte. Abgerufen am 24. Juli 2023.</ref>
Die Oechsler AG betrieb von 2015 bis 2019 als Technologie- und Entwicklungspartner die Speedfactories von adidas in Brodswinden und Acworth. In den Speedfactories wurde unter Nutzung von modernster Technologie die Schuhproduktion automatisiert.<ref>Gabriel Pankow: Prestigeprojekt am Ende: Adidas schließt Speed-Factory. Abgerufen am 19. Oktober 2020.</ref>
Tätigkeitsfelder und Produktgruppen
Das Unternehmen ist tätig im Kunststoff- und Keramikspritzguss, der Aktuatorik (allg. Antriebstechnik), in Additiver Fertigung und der Montage von Bauteilen. Die Produktpalette reicht von Medizinprodukten über Robotic Systeme bis hin zu Sportartikeln. Zudem gilt Oechsler als einer der größten Produzenten für kunststoffbasierte 3D-gedruckte Komponenten.
Zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens zählen die Elektronische Parkbremse, Komponenten für Vakuumpumpen, Assistenzsysteme für autonomes Fahren sowie Schuhsohlen, Sporthelme und Medizinprodukte.
Spritzguss
Der Spritzguss ist die älteste Kompetenz im Unternehmen. Der Bereich erstreckt sich von der Konstruktion und Fertigung von Spritzgusswerkzeugen über die Produktion von polymeren, keramischen und metallischen Komponenten bis hin zur Montage von Baugruppen (Klein- und Großserie).
Der Kunststoffspritzguss findet unter anderem im Automotive wie im Healthcare-Sektor Anwendung. In zertifizierten Reinräumen werden beispielsweise Blutzuckermessgeräte und Inhaliergeräte (bspw. für Asthmaerkrankungen) gefertigt.
Die Produkte des Keramikspritzguss werden unter anderem für Automotive-Anwendungen gefertigt. Kratzfeste Oberflächen mit Lichtapplikationen, freie 3D-Formgestaltung und Oberflächenveredelungen ermöglichen verschleißfeste Produkte.
Aktuatorik
Neben der Herstellung von Einzelkomponenten bietet das Unternehmen auch antriebstechnische Baueinheiten, so genannte Aktuatoren an. Diese setzen elektrische Signale in eine mechanische Bewegung um. Aktuatoren werden bislang vor allem für den Automobilsektor produziert, wobei Anwendungsmöglichkeiten auch im Roboter- oder Mobilitätsbereich gegeben sind. Eines der Kernprodukte in diesem Bereich ist die elektronische Parkbremse. Oechsler gilt als globaler Marktführer in Bezug auf absolut gefertigte Stückzahlen von elektronischen Parkbremsen. Im Jahr 2018 wurde das Unternehmen von ZF Friedrichshafen in dem Bereich „Innovation“ mit dem „ZF Supplier Award“ ausgezeichnet.<ref>ZF zeichnet seine besten Zulieferer 2018 aus. Abgerufen am 18. März 2019.</ref>
Additive Fertigung
Die additive Fertigung, oft auch 3D-Druck genannt, nutzt Oechsler in Ergänzung zu den bestehenden Herstellungsverfahren. Die Kapazität umfasst ca. 200 Drucker weltweit. Bisherige Produkte sind vor allem Sport- und Lifestyle-Artikel wie Schuhsohlen, Sporthelme (in Zusammenarbeit mit American Football Team Riddell<ref>How OECHSLER Went From Design to Serial Production of Riddell Helmet Liners in 100 Days. In: Carbon3D. 21. September 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) oder Sportsitze (in Zusammenarbeit mit Porsche).<ref>Industrielle Massenproduktion von 3D-Druckteilen. 22. Juni 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Montierte Baugruppen
Das Unternehmen produziert stromleitende Heizsysteme für Sensoren, die als Assistenzsysteme für autonomes Fahren genutzt werden, sowie Systeme für die selektive katalytische Reduktion (SCR-Systeme) im Automobilbereich. Diese Technik beschreibt die Verminderung von Stickoxiden in Abgasen. Daneben produziert das Unternehmen auch Schlüsselkomponenten für Vakuumpumpen, die zum Druckaufbau bei Autobremsen verwendet werden.
Zahlen und Fakten
Die Oechsler-Gruppe unterhält Produktionsstandorte in Ansbach, Ansbach-Brodswinden und Weißenburg sowie bei der chinesischen Tochtergesellschaft Oechsler Plastic Products Co. Ltd. in Taicang, der Oechsler Romania s.r.l. in Lipova, der Oechsler Mexico S.A. de C.V. in Querétaro, der Oechsler Motion Inc. in Acworth (USA) und der Oechsler Motion LLC in Long An (Vietnam). Die Nachkommen des Unternehmensgründers sind nach wie vor mit 79 Prozent am Grundkapital der Aktiengesellschaft beteiligt, neben dem Management ist der Finanzinvestor Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) mit 20 Prozent beteiligt.<ref>OECHSLER AG. Abgerufen am 8. Januar 2025.</ref>
Auszeichnungen seit 2015
- 2020: „Das sind Deutschlands 100 wachstumsstärkste Mittelständler“<ref>Handelsblatt testet: Das sind Deutschlands 100 wachstumsstärkste Mittelständler. Abgerufen am 4. November 2020.</ref>
- 2020: Axia Best Managed Companies Award<ref>Axia Award. Abgerufen am 9. Oktober 2020.</ref>
- 2018: SPE Automotive Award – Parts & Components 2018 First Prize – Electronical/Optical Part „Universeller Turboaktuator“ der Internationalen Gesellschaft für Kunststofftechnik e. V.
- 2018: ZF Supplier Award – Innovation ZF
- 2018: Innovationspreis 2018 (adidas für SPEEDFACTORY) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
- 2018: Finalist im Wettbewerb „Excellence in Production“ (Fraunhofer IPT, WZL, RWTH Aachen)
- 2018: Hella Best Logistics Supplier Award des Hella Corporate Center China
- 2017: High-Tech Enterprise Award Science and technology department and Finance department and Tax bureau of Jiangsu province
- 2017: Top Taxpayer Award High and new technology industry development zone management committee of Taicang Jiangsu Province
- 2017: Intelligent & Safety Production Award High and new technology industry development zone management committee of Taicang Jiangsu Province
- 2017: Advanced Technology Innovation Award High and new technology industry development zone management committee of Taicang Jiangsu Province
- 2017: Bosch Crazy for suCCess Award der Robert Bosch GmbH
- 2017: Cummins EMEA Supplier Conference Cummins Inc.
- 2016: ZF Supplier Award – Production Materials ZF
- 2016: KieCup – Oechsler Nr. 1 in Europa (Qualitätspreis) der Kiekert AG
- 2015: Großer Preis des Mittelstands der Oskar-Patzelt-Stiftung
Quelle:<ref>Oechsler AG. Abgerufen am 12. März 2019.</ref>
Einzelnachweise
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