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Blaue Fliesen

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Blaue Fliesen (auch: blaue Kacheln)<ref>Blaue Kacheln. In: Der Spiegel 16/1981 vom 13. April 1981, S. 101–102. Online auf spiegel.de.</ref> war in der DDR eine umgangssprachliche Bezeichnung für die in der Bundesrepublik Deutschland ausgegebene D-Mark. Die Bezeichnung spielte einerseits auf die blaue Farbgebung des 100-DM-Scheins an, die im Barock hochgeschätzten und wertvollen Keramikfliesen aus Delft oder anderen Manufakturen waren blauweiß bemalt. Andererseits bezog sich die Materialbeschaffenheit von Fliesen oder Kacheln auf die Werthaltigkeit einer harten Währung.<ref>Blaue Fliesen | Synonym für Geld in der DDR | Eine Welt Eine Zukunft. 17. Dezember 2012, abgerufen am 27. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die in der DDR herrschende Mangellage führte zu einer ausgeprägten Schattenwirtschaft. Die D-Mark wurde dabei als inoffizielles Zahlungsmittel im Sinne einer Schattenwährung für gefragte Dienstleistungen in Bau und Handwerk und knappe Waren wie Pkw-Ersatzteile eingesetzt.<ref>Schattenwirtschaft – GRAUSTUFEN – Innenansichten aus der DDR. Abgerufen am 27. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Dietmar Grosser: Vor 25 Jahren: Fliesen gegen Westmark. 16. April 2015, abgerufen am 27. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anders als der gleichfalls gebräuchliche Begriff Westgeld fand die Bezeichnung blaue Fliesen dabei als Tarnbezeichnung Verwendung. In Zeitungsanzeigen, in denen die Verwendung des Begriffs D-Mark oder Westgeld unter DDR-devisenrechtlichen Aspekten nicht möglich gewesen wäre, fanden sich Angaben wie „Biete blaue Fliesen, suche …“.<ref>Klaus-Dieter Schmidt: Über Raritäten in der Versorgung der DDR. Website der Arbeitsgruppe Zeitzeugen des Seniorenstudiums der Universität Leipzig. Online auf uni-leipzig.de.</ref>

Einzelnachweise

<references />