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Scheuchzer-Teufelskralle

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Scheuchzer-Teufelskralle
Datei:Phyteuma scheuchzeri kz04.jpg

Scheuchzer-Teufelskralle (Phyteuma scheuchzeri)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Teufelskrallen (Phyteuma)
Art: Scheuchzer-Teufelskralle
Wissenschaftlicher Name
Phyteuma scheuchzeri
All.

Die Scheuchzer-Teufelskralle (Phyteuma scheuchzeri) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Teufelskrallen (Phyteuma) innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).<ref name="InfoFlora" />

Beschreibung

Datei:Phyteuma scheuchzeri Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Anton Hartinger: Atlas der Alpenflora, 1882
Datei:Neuchâtel Herbarium - Phyteuma scheuchzeri - NEU000028201.jpg
Herbarbeleg

Vorlage:Hinweisbaustein

Vegetative Merkmale

Die Scheuchzer-Teufelskralle ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 40 Zentimetern erreicht.<ref name="InfoFlora" />

Die grundständig und wechselständig an den Stängeln angeordneten Laubblätter sind leicht bläulichgrün. Die Grundblätter sind lang gestielt, herz-eiförmig bis lanzettlich und gezähnt oder mehr oder weniger ganzrandig. Die unteren Stängelblätter sind gestielt und schmal lanzettlich, die oberen sind sitzend.<ref name="InfoFlora" />

Generative Merkmale

In einem kugeligen, köpfchenförmigen Blütenstand sind viele Blüten angeordnet. Die abstehenden oder zurückgebogenen und am Grunde kaum verbreiterten Hüllblätter sind lanzettlich bis linealisch und in der Regel länger als der Blütenstand.<ref name="InfoFlora" />

Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Krone hat eine violettblaue Farbe und unterscheidet sich somit visuell deutlich von der grünweißen bis lilaweißen Krone der Ährigen Teufelskralle (Phyteuma spicatum). Bei der Scheuchzer-Teufelskralle ist die Krone 10 bis 15 Millimeter lang und vor dem Aufblühen fast gerade.<ref name="InfoFlora" /> Es sind drei Narben vorhanden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.<ref name="FloraHelvetica1996" /><ref name="InfoFlora" />

Vorkommen

Die Scheuchzer-Teufelskralle kommt von den Grajischen bis zu den Julischen Südalpen vor und außerdem im nördlichen Apennin.<ref name="WCSP" />

Sie gedeiht in den Alpen meist in Felsspalten und Blockfluren auf Kalkstein und Silikatgestein in Höhenlagen von bis zu 3600 Metern. Sie hat ihr Optimum in Pflanzengesellschaften der Klasse Asplenietea trichomanis.<ref name="Aeschimann2004" /> In der Schweiz kommt sie besonders in der Silikatfelsflur in Pflanzengesellschaften des Verbands Androsacion vandellii vor.<ref name="InfoFlora" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Phyteuma scheuchzeri erfolgte 1785 durch Carlo Allioni in Auctarium ad Synopsim Methodicam Stirpium Horti Reg. Taurinensis, Seite 11. Synonyme für Phyteuma scheuchzeri <templatestyles src="Person/styles.css" />All. sind: Phyteuma ovatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. nom. superfl., Phyteuma corniculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Clairv. nom. superfl., Phyteuma corniculatum subsp. scheuchzeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(All.) Gaudin, Rapunculus scheuchzeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(All.) Bubani.<ref name="WCSP" />

Von Phyteuma scheuchzeri gibt es je nach Autor etwa zwei Unterarten:<ref name="WCSP" />

  • Phyteuma scheuchzeri subsp. columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />(E.Thomas) Bech.<ref name="InfoFlora" /> (Syn.: Phyteuma columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Thomas, Phyteuma corniculatum subsp. columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />(E.Thomas) Gaudin, Phyteuma charmelioides <templatestyles src="Person/styles.css" />Biroli, Phyteuma scheuchzeri var. serratum <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch, Phyteuma corniculatum subsp. charmelioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Biroli) Rich.Schulz, Phyteuma corniculatum var. petraeum <templatestyles src="Person/styles.css" />Rich.Schulz, Phyteuma corniculatum var. serratum <templatestyles src="Person/styles.css" />(W.D.J.Koch) Rich.Schulz, Phyteuma charmelii var. serratum <templatestyles src="Person/styles.css" />(W.D.J.Koch) Rouy, Phyteuma scheuchzeri subsp. charmelioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Biroli) Hayek): Die Rosettenblätter sind am Spreitengrund herzförmig.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Sie kommt außer in den Südalpen auch im nördlichen Apennin vor.<ref name="WCSP" /> Sie gedeiht optimal in Pflanzengesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis.<ref name="Aeschimann2004" /> Sie hat ursprüngliche Vorkommen in Frankreich, Italien, Schweiz, Österreich, Slowenien und Kroatien.<ref name="Euro+Med" />
  • Phyteuma scheuchzeri <templatestyles src="Person/styles.css" />All. subsp. scheuchzeri<ref name="InfoFlora" /> (Syn.: Phyteuma scheuchzeri var. michelii <templatestyles src="Person/styles.css" />Schult., Phyteuma humile <templatestyles src="Person/styles.css" />Roth nom. illeg., Phyteuma corniculatum var. angustifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaudin, Phyteuma scheuchzeri var. leucanthum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schur, Phyteuma corniculatum var. vulgare <templatestyles src="Person/styles.css" />Rich.Schulz): Die Rosettenblätter sind am Spreitengrund keilförmig.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Sie kommt nur in den Südalpen in Frankreich, Italien, Schweiz und Kroatien vor.<ref name="Euro+Med" />

Nutzung

Die Scheuchzer-Teufelskralle wird selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt. Sie ist seit spätestens 1813 in Kultur.

Literatur

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 533.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraHelvetica1996"> Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 990. </ref> <ref name="Aeschimann2004"> David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 2, Bern, Stuttgart, Wien Haupt-Verlag, 2004. ISBN 3-258-06600-0. S. 338. </ref> <ref name="WCSP"> T. G. Lammers, 2007: World checklist and bibliography of Campanulaceae: 1-675. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Vorlage:WCSP </ref> <ref name="InfoFlora"> Phyteuma scheuchzeri All. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> S.Castroviejo, J.J.Aldasoro & M.Alarcón; with contributions from R.Hand (2010+): Campanulaceae: Datenblatt Phyteuma scheuchzeri In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Campanulaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 749.</ref> </references>

Weblinks