Zum Inhalt springen

Schopfteufelskralle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. Juli 2025 um 07:25 Uhr durch imported>Seysi.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Schopfteufelskralle
Datei:Physoplexis comosa Orchi 01.jpg

Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Schopfteufelskralle
Art: Schopfteufelskralle
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Physoplexis
(Endl.) Schur
Wissenschaftlicher Name der Art
Physoplexis comosa
(L.) Schur

Die Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa) ist die einzige Art der Pflanzengattung Physoplexis in der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie ist in Österreich, Italien und Slowenien beheimatet.

Datei:Physoplexis comosa kz01.jpg
Habitus

Merkmale

Die Schopfteufelskralle ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimeter erreicht. Sie bildet eine Pleiokorm-Rübe aus. Die Grundblätter sind rundlich-nierenförmig, grob und tief gesägt und lang gestielt. Die Stängelblätter sind länglich-eiförmig. Die unteren verschmälern sich in den Stiel, die oberen sind grob gesägt und sitzend, mit keilförmigem Grund. Die Krone ist blasslila und 16 bis 20 Millimeter lang. Sie ist aus einem eiförmigen Grund zu einem Schnabel, der an der Spitze dunkelviolett ist, zusammengezogen. Im Gegensatz zu den Teufelskrallen (Phyteuma) bleiben aber diese Zipfel zusammengeheftet und trennen sich später nicht. Der Griffel endet in zwei Narben.

Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 34.

Datei:Eine Teufelskralle.JPG
Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa)

Vorkommen

Die Schopfteufelskralle kommt in den südlichen Kalkalpen vom Comersee bis zu den West-Karawanken und den Julischen Alpen vor. Sie kommt also wild nur in den Gebieten von Österreich, Italien und Slowenien vor.<ref name="WCSP" /> Sie wächst in der montanen bis subalpinen Stufe in absonnigen Kalk- und Dolomit-Felsspalten in Höhenlagen von 1000 bis 1700 (selten ab 60 und bis 2000) Meter. Sie findet ihr Optimum in Gesellschaften des Unterverbands Physoplexido-Potentillenion caulescentis.<ref name="Aeschimann" /> Die Art ist nach den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Taxonomie

Die Scjopf-Teufelskralle wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 171 als Phyteuma comosa erstbeschrieben. Ferdinand Schur stellte die Art 1853 in Verhandlungen und Mittheilungen des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften zu Hermannstadt Band 4 Seite 47 als Physoplexis comosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Schur in eine eigene Gattung Physoplexis. Den Namen Physoplexis hatte aber Stephan Ladislaus Endlicher 1838 gebildet, der die Schopfteufelskralle innerhalb der Gattung Phyteuma in eine eigene Sektion mit Namen Phyteuma sect. Physoplexis (im Werk: Genera, S. 517) gestellt hatte. Der Name Physoplexis kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Blase, geflochten“, wegen der blasenförmig zusammenhängenden Blütenzipfel. Das Artepitheton comosa ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet „schopfig“.

Nutzung

Die Schopfteufelskralle wird selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt.

Literatur

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 533.
  • Jürgen Damboldt: Physoplexis (Endl.) Schur. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 4. S. 98. Cambridge University Press 1976. ISBN 0-521-08717-1
  • E. R. Farr, J. A. Leussink, Frans Antonie Stafleu: Index nominum genericorum. 3 Bände. Regnum vegetabile. Utrecht 1979.

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Aeschimann">David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 2, Seite 342. Bern, Stuttgart, Wien Haupt-Verlag, 2004. ISBN 3-258-06600-0</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Campanulaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 748.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien