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Connellia

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Connellia
Datei:Roraima Connellia quelchii.JPG

Connellia quelchii

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Lindmanioideae
Gattung: Connellia
Wissenschaftlicher Name
Connellia
N.E.Br.

Connellia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Lindmanioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Früher wurden sie in die Unterfamilie Pitcairnioideae eingeordnet. Die etwa sechs Arten gedeihen nur auf dem Guayana-Schild vom Ptari-Tepui bis Roraima-Tepui im östlichen Venezuela und angrenzenden Gebieten in Guyana und Brasilien. Keine der Arten wird vom Menschen genutzt und sie sind in kaum einem botanischen Garten vorhanden.

Beschreibung

Datei:Flor Connellia augustae bromeliaceae.jpg
Blütenstand von Connellia augustae mit auffälligen roten Blüten

Vegetative Merkmale

Bei Connellia-Arten handelt es sich um terrestrische oder lithophytische, meist xerophytische, ausdauernde krautige Pflanzen, die manchmal durch vegetative Vermehrung Bestände bilden. Einige Arten bilden im Verlauf von vielen Jahren kleine, nicht verholzende Stämme, die manchmal auch verzweigt sein können.

In grundständigen oder endständigen Rosetten stehen die derben Laubblätter zusammen. Die Blattscheide ist gut ausgebildet. Die Blattränder sind glatt oder stachelig gesägt. Mindestens die Blattunterseite ist beschuppt. Die Stomata sind deutlich länger als breit und besitzen schmale Nebenzellen.

Generative Merkmale

Connellia-Arten bilden einen je nach Art 0,4 bis 2,5 Meter langen Blütenstandsschaft. Die einfachen oder verzweigten Blütenstände besitzen Hochblätter; wenn Teilblütenstände vorhanden sind enthalten sie nur wenige Blüten. Es sind Blütenstiele vorhanden.

Die auffälligen, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die drei freien, convoluten Kelchblätter sind viel kürzer als die Kronblätter. Die drei freien Kronblätter besitzen keine Ligula, sind leuchtend rosafarben bis violett und voll aufgeblüht ausgebreitet. Es sind zwei Kreise mit je drei freien Staubblättern vorhanden und sie überragen die Kronblätter nicht. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der schlanke Griffel ist aufrecht und gerade.

Die Blütenformel lautet: <math>\star\; K_3 \; C_3 \; A_{3+3}</math> oder <math>G_{\underline{(3)}} </math>

Es werden septizide Kapselfrüchte gebildet. Die schmalen Samen besitzen zwei relativ lange Anhängsel als Flügel.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Connellia wurde im Januar 1901 von Nicholas Edward Brown in Transactions of the Linnean Society of London, Serie 2, 6, S, 66 veröffentlicht. Typusart ist Connellia augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.H.Schomb.) N.E.Br., die als Encholirion augustae von Robert Hermann Schomburgk in Verh. Vereins Beförd. Gartenbaues Königl. Preuss. Staaten, Band 18, 1846, S. 156 erstveröffentlicht wurde.<ref name="Grant1998" /> Der Gattungsname Connellia ehrt den englischen Ornithologen und Biologen Frederick Vavasour McConnell (1868–1914), der mit J. J. Quelch Exemplare von Connellia augustae und Connellia quelchii auf dem Roraima-Tepui im Dreiländereck zwischen Venezuela, Brasilien und Guyana gesammelt hat.<ref name="Grant1998" />

Da molekulargenetische Untersuchungen ergaben, dass die Unterfamilie Pitcairnioideae in ihrem ursprünglichen Umfang nicht monophyletisch war, wurde sie in mehrere Unterfamilien aufgeteilt. Die Unterfamilie der Lindmanioideae mit den beiden Gattungen Connellia und Lindmania wurde von Givnish et al. 2007 aufgestellt. Die Connellia-Arten besitzen im Vergleich zu den Lindmania-Arten größere und farbintensivere Kronblätter.

Das Verbreitungsgebiet ist das östliche Venezuela und angrenzende Gebiete in Guyana und Brasilien. Sie kommen nur auf dem Guayana-Schild vom Ptari-Tepui bis Roraima-Tepui vor. Sie gedeihen an unbewaldeten Hängen und im Gipfelbereich der Tepui.

Es gibt etwa sechs Connellia-Arten:<ref name="BromeliadEncyclopaedia" /><ref name="Gouda_Butcher_Online" /><ref name="Luther2014" />

  • Connellia augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.H.Schomb.) N.E.Br. (Syn.: Encholirium augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />M.R.Schomb., Dyckia augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.R.Schomb.) Baker, Puya augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.R.Schomb.) Mez): Sie wächst terrestrisch oder lithophytisch in Höhenlagen von 1200 bis 2800 Metern in Venezuela und Guyana.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
  • Connellia caricifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />L.B.Sm.: Sie wächst terrestrisch oder lithophytisch in Höhenlagen von 2300 bis 2600 Metern im Bundesstaat Bolivar in Venezuela.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
  • Connellia nahoumii <templatestyles src="Person/styles.css" />Leme: Sie wächst im Bundesstaat Bolivar in Venezuela.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
  • Connellia nutans <templatestyles src="Person/styles.css" />L.B.Sm.: Sie wächst lithophytisch in Höhenlagen von 1300 bis 2700 Metern im Bundesstaat Bolivar in Venezuela.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
  • Connellia quelchii <templatestyles src="Person/styles.css" />N.E.Br. (Syn.: Puya augustae <templatestyles src="Person/styles.css" />Mez, Puya roraimae <templatestyles src="Person/styles.css" />Mez, Puya quelchii <templatestyles src="Person/styles.css" />(N.E.Br.) L.B.Sm.): Sie wächst lithophytisch meist in Höhenlagen von 2400 bis 2800 Metern im Bundesstaat Bolivar in Venezuela.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
  • Connellia varadarajanii <templatestyles src="Person/styles.css" />L.B.Sm. & Steyermark: Sie wächst terrestrisch oder lithophytisch in Höhenlagen von 19500 bis 2800 Metern im Bundesstaat Bolivar in Venezuela, Hauptfundort ist der Auyan-Tepui.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />

Nicht mehr zur Gattung Connellia gehört:

  • Connellia smithiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Steyerm. & LuteynLindmania smithiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Steyerm. & Luteyn) L.B.Sm.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Grant1998"> Jason R. Grant: An Annotated Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae. In: The Marie Selby Botanical Gardens, 1998. (Herkunft der Gattungsnamen in der Familie der Bromeliaceae in englischer Sprache) online. </ref> <ref name="BromeliadEncyclopaedia"> Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 4, 2018. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Connellia klicken zuletzt eingesehen am 5. April 2021 </ref> <ref name="Gouda_Butcher_Online"> Eric J. Gouda, Derek Butcher (fortlaufend updated): A List of Accepted Bromeliaceae Names. online, University Botanic Gardens, Utrecht. zuletzt eingesehen am 5. April 2021 </ref> <ref name="Luther2014"> Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, XIV - 2014 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International. </ref> </references>

Weiterführende Literatur

  • B. K. Holst: Bromeliaceae., S. 548–676, In: P. E. Berry, B. K. Holst, K. Yatskievych (Herausgeber): Flora of the Venezuelan Guayana, Volume 2, Missouri Botanical Garden, St. Louis, USA, 1997.

Weblinks

Commons: Connellia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien