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Bernsfeld

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Bernsfeld
Gemeinde Mücke
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(471)&title=Bernsfeld 50° 40′ N, 8° 59′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(471) 50° 40′ 7″ N, 8° 59′ 27″ O
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Höhe: 309 (303–317) m ü. NHN
Fläche: 8,34 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 471 (30. Juni 2022)<ref name="DF">„Daten und Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Mücke, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Januar 2024. (Daten aus Web-Archiv)</ref>
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35325
Vorwahl: 06634
Datei:Bernsfeld,Weitershainer Straße.jpg
Weitershainer Straße in Ortsmitte

Bernsfeld ist ein Ortsteil der Gemeinde Mücke im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Der Ort liegt am Fuße des Vogelsbergs auf dem Lumda-Plateau. Am Ortsrand treffen sich die Landesstraßen 3072, 3164 und 3325. Östlich liegt ein Naturschutzgebiet mit Fischteichen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste urkundliche Erwähnung von Bernsfeld erfolgte im Jahr 1227 „decimam in Bernesvelde“. (Der Zehnte in Bernsfeld).<ref>Valentin Ferdinand Gudenus: Codex diplomaticus 1–5. Göttingen, Ffm, Leipzig 1743–1768. Band 2: S. 53, Nr. 34.</ref> Eine weitere Urkunde, deren Kopie aus dem 14. Jahrhundert erhalten ist, stammt aus dem Jahre 1267. In ihr wird ein „Volcnandus de Bernisfelt“ erwähnt, der Schöffe in Homberg (Ohm) war.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. S. 177, Nr. 229.</ref> Der Ort wird in drei Einträge in Salbüchern 1582, 1587 und 1589 aufgeführt. Dabei wird 1582 ein „Melchiors Hanß von Bernsfelden“ genannt.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 297.</ref> Weiter wird erwähnt: 1587: „Bernsfellen“,<ref>Eduard Edwin Becker: Salbücher des Kreises Alsfeld. S. 193.</ref> 1589: „Bernsfelda“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. S. 302. </ref> Der Ortsname leitet sich von dem Rufnamen „Bern“ ab, bedeutet also: Siedlung auf dem Felde des Bern.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 50 f.</ref>

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Bernsfeld:

„Bernsfeld (L. Bez. Grünberg) evangel. Filialdorf; liegt 2 St. von Grünberg, hat 77 Häuser und 425 evangel. Einwohner. Der Ort besitzt 1 Kirche, so wie 3 Gemeinde Backhäuser. – Bernsfeld gehörte zum Gericht Niederohmen, welches 1370 Landgraf Heinrich II. von dem Stifte St. Stephan zu Mainz, zu Lehen trug.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bernsfeld im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Nieder-Ohmen eingegliedert. Zeitgleich fusionierten Nieder-Ohmen und Ober-Ohmen mit der Gemeinde Mücke zur neuen Großgemeinde Mücke.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 1. b) und 2. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Bernsfeld wurde, wie für die übrigen Ortsteile von Mücke, wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 147 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Bernsfeld angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Recht

Materielles Recht

In Bernsfeld galt der Stadt- und Amtsbrauch von Grünberg als Partikularrecht. Das Gemeine Recht galt nur, soweit der Amtsbrauch keine Bestimmungen enthielt. Dieses Sonderrecht alten Herkommens behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, bis es zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.<ref>Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 67, Anm. 40 und S. 103.</ref>

Gerichtsverfassung seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Bernsfeld das „Amt Grünberg“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Grünberg“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht das für Bernsfeld zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Gleichzeitig wurde Bernsfeld dem Amtsgericht Homberg an der Ohm zugewiesen. Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichts Alsfeld,<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 – 3200/7 – Ia9 995 – Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref> aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt.<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 – 3210/1 – Ia 1961 – Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen), siehe Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation und Gerichtsverfassung vom 17. November 1953. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1953 Nr. 30, S. 189–191, Anlagen 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,3 MB]).</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts, und Bernsfeld wurde dem Sprengel des Amtsgerichts Kirchhain zugelegt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 8 c) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Die übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

  • 1791: 343 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
  • 1800: 318 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
  • 1806: 362 Einwohner, 76 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
  • 1829: 425 Einwohner, 77 Häuser<ref name="GW" />
  • 1867: 385 Einwohner, 62 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
  • 1875: 296 Einwohner, 55 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Bernsfeld: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
343
1800
  
318
1806
  
362
1829
  
425
1834
  
439
1840
  
416
1846
  
445
1852
  
446
1858
  
414
1864
  
401
1871
  
415
1875
  
398
1885
  
395
1895
  
384
1905
  
380
1910
  
417
1925
  
436
1939
  
404
1946
  
553
1950
  
532
1956
  
456
1961
  
435
1967
  
424
1970
  
425
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
435
2015
  
426
2022
  
471
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Mücke<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bernsfeld 435 Einwohner. Darunter waren 9 (2,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 150 Einwohner unter 18 Jahren, 354 zwischen 18 und 49, 210 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 162 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 63 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 105 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Datei:Bernsfeld,evangelische Kirche.jpg
Evangelische Kirche

Politik

Ortsbeirat

Für Bernsfeld besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bernsfeld) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 62,43 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Bernsfeld“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Bernsfeld. In: Votemanager. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Arno Döring zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Bernsfeld. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen mit der Buslinie VB-75 sicher.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Bernsfeld, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 197 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 212 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 256 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref> </references>

Literatur

Weblinks

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