Zum Inhalt springen

Alsfeld-Schwabenrod

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2026 um 22:59 Uhr durch imported>Fan-vom-Wiki (Politik: Tippfehler).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Schwabenrod
Stadt Alsfeld
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(324)&title=Schwabenrod 50° 47′ N, 9° 15′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(324) 50° 47′ 0″ N, 9° 15′ 30″ O
 {{#coordinates:50,783333333333|9,2583333333333|primary
dim=10000 globe= name=Schwabenrod region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 249 (246–276) m ü. NHN
Fläche: 3,88 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 324 (31. Dez. 2021)<ref name="DF">Schwabenrod. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im März 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06631

Schwabenrod ist ein Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt nördlich vom Hauptort am Erlenbach, einem Nebenfluss der Berf. Westlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3145, östlich die Landesstraße 3156.

Ortsgeschichte

Datei:Alsfeld Schwabenrod Kirche An der Kirche 4 f 12577.png
Evangelische Kirche in Schwabenrod

Mittelalter

Die Ersterwähnung von Schwabenrod erfolgte in einem Kopiar aus dem Jahr 1257: „Swabenrod“ im Bezug zum Kloster Immichenhain. Propst Heinrich von Immichenhain tauscht am 14. Dezember 1257 Äcker der Propstei, die oberhalb des Dorfes Schwabenrod liegen, gegen Äcker des Eckehard von Schwabenrod, die jenseits des Ufers gegenüber den Äckern der Propstei liegen. Diese Äcker benötigt der Propst, um dort einen Hof bauen. Außerdem tauscht der Propst mit Walter und Konrad, die in Schwabenrod wohnen, einen halben Acker der Kirche dieses Dorfes.<ref>Neue Signatur: StAM, Urk. 31, 6.</ref> „... Eckehardo de Swabenrod ... universitas de Swabenrod ...“<ref>alte Signatur: StAM, Repertorium Kloster Immichenhain, fol. 191.</ref> Eckehard ist dem Ortsadel zuzurechnen. Mit „universitas“ ist die gesamte Dorfgemeinschaft von Schwabenrod gemeint, die auch die Handlung bezeugt.

Graf Gottfried V. von Cigenhain bekundet am 6. Mai 1266 in Treysa, dass er die Seelgerätstiftung einiger Güter durch Johannes von Schwabenrod an das Kloster Immichenhain erlaubt habe. Die Güter liegen in Swabenrode.<ref>StAM, Urk. 31, 7.</ref>

Vermutlich ein namensgleicher Eckehard von Schwabenrod verkauft dem Deutschen Haus in Marburg „... in villa Vockenrot sitos“ (im Dorf Vockenrod gelegen) Einkünfte am 6. Februar 1303.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 2. Nr. 48, S. 36.</ref> 1305 heißt es in einer Urkunde: „... bona mea sita in Swabenrode ...“ (Meine Güter gelegen in Schwabenrod).<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 2, Nr. 71, S. 52.></ref> Ein Hof, „... curtem dictum Swobinraode“, genannt Schwabenrod, findet sich 1325.<ref>StAM, Urkunde Kloster Immichenhain.</ref>

Wigand von Buchayn, Wappner, und seine Ehefrau Else bekannten am 27. Januar 1354, dass sie dem Propst, der Meisterin und dem Konvent des Klosters Immichenhain zwei Güter in Schwabenrod, worauf Eberhard Kyl und Henne Ysenborg sitzen, um 72 Schillinge großer Turnose verkauft hatten.<ref>StAM Urk. 31, 148.</ref>

Landgraf Wilhelm belehnte am 31. Januar 1490 Philipp von Urff, Sohn des verstorbenen Henne von Urff dem Alten mit den Lehen, die dieser vom verstorbenen Landgrafen Heinrich III. erhalten hatte. Dazu gehörten der halbe Zehnte zu Dietershausen und Sachsenhausen, außer dem Wasser zu Dietershausen, eine Behausung und Hofstatt im Schloss Treysa, die der verstorbene Rüdiger von Dietershausen zu Lehen trug, der halben Zehnte zu Schwabenrod, Holzburg, (Ober-) Berfa, der Zehnte zu Ihringshausen, die Wüstung Brück, Müs und andere Güter.<ref>StAD, G 26 A, 232/1.</ref>

Der Ortsname lässt sich als „Siedlung des Swabo“ erklären und nicht als Schwabensiedlung.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 336.</ref>

Die Kleemühle wurde 1491 erbaut.

Neuzeit

Die Kirche errichtete man 1755 und den Brunnen auf dem Marktplatz 1837.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Schwabenrod:

„Schwabenrod (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 34 St. von Alsfeld, hat 1 Kirche, 36 Häuser und 238 Einwohner, die alle evangelisch sind. – Der Ort gehörte im 15. Jahrhundert zum Kirchengebiet von Alsfeld.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwabenrod im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert.<ref></ref> Für Schwabenrod, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 208 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im Februar 2012.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Schwabenrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Schwabenrod durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Schwabenrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwabenrod 318 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 75 zwischen 50 und 64 und 66 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 126 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 78 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 158 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 156 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 172 Einwohner, 32 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 238 Einwohner, 36 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 240 Einwohner, 80 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Schwabenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
158
1800
  
156
1806
  
172
1829
  
240
1834
  
217
1840
  
208
1846
  
221
1852
  
223
1858
  
222
1864
  
249
1871
  
232
1875
  
248
1885
  
267
1895
  
293
1905
  
295
1910
  
285
1925
  
275
1939
  
253
1946
  
360
1950
  
373
1956
  
305
1961
  
295
1967
  
277
1970
  
314
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2006
  
384
2011
  
318
2015
  
321
2020
  
330
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Alsfeld: 2006<ref>Stadtteil Schwabenrod im Webauftritt der Stadt Alsfeld, abgerufen im Oktober 2017.</ref>, 2015<ref>Haushaltsplan 2017, Vorbericht.</ref>, 2020<ref>Einwohner 2020.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E"/>

Konfessionsstatistik

• 1829: 238 evangelische Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 261 evangelische (= 88,47 %), 31 römisch-katholische (= 10,51 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Schwabenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Schwabenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 68,57 %. Alle Kandidaten gehörten der „Freien Wählergemeinschaft Schwabenrod“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Schwabenrod. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Sebastian Zinn zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im September 2023.</ref>

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Schwabenrod

Vereine

Folgende Vereine sind in das kulturelle Ortsleben eingebunden:

  • Gesangverein,
  • Freiwillige Feuerwehr,
  • Jugendgruppe,
  • Gymnastikverein,
  • Sportverein,
  • Jugendfußballverein, und
  • VdK Schwabenrod-Heidelbach.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Schwabenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 187 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 228 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Schwabenrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein