Alsfeld-Elbenrod
Elbenrod Stadt Alsfeld
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(365)&title=Elbenrod 50° 47′ N, 9° 20′ O
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dim=10000 | globe= | name=Elbenrod | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 279 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 10,32 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 365 (31. Dez. 2021)<ref name="DF">Elbenrod. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im März 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 36304 | |||||
| Vorwahl: | 06631 | |||||
Elbenrod ist ein Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich vom Hauptort am Flüsschen Berf. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3295.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Die älteste bekannte gesicherte Erwähnung Elbenrods erfolgte 1238. „bona in Elbenrot“ (das Gut in Elbenrod) heißt es in einer Urkunde des Klosters Immichenhain.<ref>StAM, A II, Kl. Immichenhain, Elbenrod</ref> Deutlich älter ist ein Eintrag in einem Kopiar des Klosters Fulda aus dem Jahre 812.<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 18, S. 58.</ref> Bei dem Kopiar handelt es sich um den Codex Eberhardi. Dort heißt es: „usque ad Elbuuinesrod“ (bis Elbenrod). Allerdings ist die Verortung von „Elbuuinesrod“ unsicher. 1332 gibt eine Urkunde an: „in villa Elbinrode“ (im Dorf Elbenrod).<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Band 1. Nr. 745, S. 520.</ref> Hier wird die Siedlungsform Dorf für Elbenrod genannt. In einem Salbuch von 1574 findet sich der Name: „Elberodt“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 24.</ref>
Der Ortsname bezieht sich auf den Rufnamen Albwin, vgl. auch Elpenrod.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S.</ref>
Zwischen Hattenrod und Alsfeld-Elbenrod lag der spätere wüst gefallene Ort Ingebrechterode. In einer Urkunde von 1501 wird dieser Ort als Wüstung bezeichnet.<ref>StAM, Urkunde 14, 4919.</ref>
Neuzeit
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Elbenrod:
„Elbenrod (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt an der Churhessischen Grenze 1 St. von Alsfeld, hat 46 Häuser und 285 Einw., die außer 1 Kath. evangelisch sind. Dieser Ort kann unter die wohlstehenden Dörfer des Bezirks gezählt werden.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Elbenrod im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert.<ref></ref> Für Elbenrod, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 208 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im Februar 2012.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Elbenrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen,
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Alsfeld<ref name="Amt"> Die Zugehörigkeit des Amtes Alsfeld anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg bis 1648)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld
- ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld<ref name="PR" /><ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Alsfeld<ref name="NLVK" />
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Romrod<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung.</ref>
- ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Alsfeld
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld
Gerichtszugehörigkeit seit 1803
In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Elbenrod durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Elbenrod zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elbenrod 372 Einwohner. Darunter waren 6 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 132 zwischen 18 und 49, 84 zwischen 50 und 64 und 93 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 144 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 51 Paare ohne Kinder und 48 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 36 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 72 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| • 1791: | 224 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" /> |
| • 1800: | 224 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 246 Einwohner, 39 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 285 Einwohner, 46 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 249 Einwohner, 43 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Elbenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 224 | |||
| 1800 | 224 | |||
| 1806 | 246 | |||
| 1829 | 285 | |||
| 1834 | 305 | |||
| 1840 | 277 | |||
| 1846 | 298 | |||
| 1852 | 337 | |||
| 1858 | 295 | |||
| 1864 | 284 | |||
| 1871 | 307 | |||
| 1875 | 289 | |||
| 1885 | 276 | |||
| 1895 | 271 | |||
| 1905 | 303 | |||
| 1910 | 312 | |||
| 1925 | 305 | |||
| 1939 | 357 | |||
| 1946 | 482 | |||
| 1950 | 489 | |||
| 1956 | 453 | |||
| 1961 | 444 | |||
| 1967 | 416 | |||
| 1970 | 430 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2006 | 415 | |||
| 2011 | 372 | |||
| 2015 | 377 | |||
| 2020 | 373 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Alsfeld: 2006<ref>Stadtteil Elbenrod im Webauftritt der Stadt Alsfeld. Abgerufen im Oktober 2017.</ref>, 2015<ref>Haushaltsplan 2017, Vorbericht.</ref>, 2020<ref>Einwohner 2020.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 294 evangelische, ein römisch-katholischer Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 381 evangelische (= 85,81 %), 62 katholische (= 13,96 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Elbenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Elbenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 52,04 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Elbenrod“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Elbenrod. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Bernd Wettlaufer zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im September 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind die evangelische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, Grenzsteine aus dem 15. Jahrhundert und die gut erhaltenen Hofreiten. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Literatur
Weblinks
- Elbenrod In: Webtauftritt der Stadt Alsfeld.
- Elbenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Elbenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 187 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 227 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>
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