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Otto Schwanz

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Otto Schwanz (* 11. November 1939 als Wolfgang Otto Albert Waldemar Schwanz;<ref>Ein Mann von mittlerer Größe, taz, 4. November 2019 (abgerufen am 19. Juni 2025).</ref> † 17. August 2003) war ein Bordellbetreiber in Berlin-Wilmersdorf.

Leben

Schwanz war gelernter Fliesenleger. Nach Milieukämpfen wurde Schwanz der Leibwächter des Berliner Bordellbesitzers Hans Helmcke.<ref>Von Halbwelt, Politikern und Klüngel in: taz am 20. Juli 2010</ref> In den 1970er Jahren betrieb er in West-Berlin die Bordelle „Me and You“ und „Mireille“, dann den im Berliner Europa Center gelegenen „Blauen Engel“. Schwanz hatte gut funktionierende Beziehungen in Wirtschaft und Politik. So durfte er an der Eröffnung des ICC 1979 als Ehrengast des Regierenden Bürgermeisters Dietrich Stobbe (SPD) teilnehmen.<ref>Uli Kulke: Der Name als Markenzeichen / Der Bordellbetreiber Otto Schwanz war ein Ganove und ein Mann mit Beziehungen im West-Berlin der 1980er Jahre, aber auch in der DDR. Und er kokettierte stets damit, wie er hieß In: Berliner Morgenpost, Spätform, 23. November 2024. S. 44.</ref> In Boulevardblättern wurde er als „Bordell-König“ tituliert.<ref>Otto Schwanz ist tot. Der frühere Bordell-Betreiber brachte den Antes-Skandal in Schwung – und die CDU in Verlegenheit. In: Tagesspiegel, 22. August 2003</ref>

Er besaß ein DDR-Dauervisum und aus dem Handel mit Spirituosen stammende gute Kontakte zu Alexander Schalck-Golodkowski.<ref>In der Berliner Korruptionsaffäre gerät die CDU durch ihren langjährigen Parteifreund Otto Schwanz in Verlegenheit: Der Bordellwirt unterhielt zweifelhafte Kontakte zur DDR. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1986 (online).</ref>

Als Protagonist des Berliner Bauskandals oder Antes-Skandals wurde er 1987 zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Bestechung verurteilt.<ref>Hohe Haftstrafe fuer Bordellbesitzer / Der fruehere Bordellbesitzer Otto Schwanz (47) ist gestern von der zehnten Grossen Strafkammer des Berliner Landgerichts wegen Bestechung, schwerer Brandstiftung, Betruges sowie Beihilfe zur versuchten Erpressung und versuchten Bestechlichkeit zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. In: Bonner Generalanzeiger, 8. April 1987, S. 30 (dpa).</ref> In der Justizvollzugsanstalt erlernte er den Beruf eines Buchbinders.<ref>Michael Sontheimer: Das war das alte Westberlin: Ein Mann von mittlerer Größe. In: taz. 4. November 2019 (taz.de).</ref> Er konnte nach seiner Entlassung nicht mehr an frühere Geschäftserfolge anknüpfen, sondern bezog Arbeitslosengeld. 1998 wurde er wegen Fälschung von Fahrkarten der Berliner Verkehrsbetriebe zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.<ref>Otto Schwanz muß wegen Wertzeichenfälschung vier Jahre ins Gefängnis: Nach der Antes-Affäre stolperte Ex-Bordellkönig über Dollar-Blüten. 7. Juli 1998, abgerufen am 26. November 2024.</ref><ref>Berlin: Der Mann aus dem Sumpf. In: Der Tagesspiegel Online. Abgerufen am 26. November 2024.</ref>

Nachrufe wie in der Wochenzeitung Die Zeit bezeichneten ihn als „Stück nationaler Verbrechenskultur“ und wegen seiner Ost-Kontakte als „Zuhälter der Entspannungspolitik“.<ref>Zum Tode von Otto Schwanz. In: Die Zeit. Nr. 36, 2003 (zeit.de).</ref>

Schwanz war langjähriges Mitglied in der Wilmersdorfer CDU.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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