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Breuningsweiler

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Breuningsweiler
Stadt Winnenden
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(857)&title=Breuningsweiler 48° 51′ N, 9° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(857) 48° 51′ 12″ N, 9° 24′ 41″ O
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Einwohner: 857 (30. Juni 2021)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 71364
Vorwahl: 07195
Breuningsweiler (Baden-Württemberg)
Breuningsweiler (Baden-Württemberg)
Lage von Breuningsweiler in Baden-Württemberg
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Breuningsweiler ist ein Kirchdorf und seit 1972 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Winnenden im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis.

Geographische Lage

Breuningsweiler liegt südöstlich der Kernstadt Winnenden im Tal des Zipfelbach, der bei Poppenweiler in den Neckar mündet.

Umliegende Ortschaften sind Höfen und Birkmannsweiler im Nordosten, Lehnenberg (Gem. Berglen) im Osten, Buoch (Gem. Remshalden) im Südosten, Korb im Südwesten und Hanweiler im Westen.

Geschichte

Datei:Breuningsweiler, Luftbild - LABW - Staatsarchiv Sigmaringen N 1-96 T 1 Nr. 335.jpg
Luftbild von Erich Merkler (1983)

Das Dorf wurde am 22. Juli 1293 das erste Mal urkundlich erwähnt. Damals schloss das Kloster Lorch einen Schutzvertrag mit Graf Eberhard, der darin versprach, „Bruningswilar“ zu schützen, womit seither die Verwaltung durch einen württembergischen Vogt erfolgte. Wahrscheinlich gehrt der Ortsname auf den germanischen Personennamen Brüning zurück.<ref>Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, S. 61.</ref>

1443 erbte die Schenkin von Winnenden „Bruningswilar“.

Anhand des Steuerverzeichnisses von 1542 ist ersichtlich, dass 15 Familien dort lebten. 1593 wurde „Bruningswilar“ als „Bremischweiler“ bezeichnet und 1600 hatte das Dorf schon 30 Haushalte mit 150 Angehörigen.

Durch eine Pestepidemie im Jahre 1610 und den Dreißigjährigen Krieg sank die Einwohnerzahl bis 1654 auf 57 Menschen. Aus „Bremischweiler“ wurde 1680 „Bremersweiler“ und die Bevölkerung wuchs wieder.

Nach der Errichtung des Königreichs Württemberg kam Breuningsweiler 1808 zum Oberamt Waiblingen, welches 1938 im Landkreis Waiblingen aufging.

1829 wurde das Rathaus erbaut, das bis zum Bau einer neuen Schule (1962) auch als Schulhaus diente. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1886 gegründet und besitzt seit 1968 ein Feuerwehrfahrzeug. 1909 wurde der Brestling (Erdbeere) in Breuningsweiler eingeführt; ihm verdankt die Gemeinde, dass sie als Breschtlingsweiler bekannt wurde. Später wurde die Erdbeere sogar in das Wappen aufgenommen. 1911 hielt die Elektrizität Einzug in Breuningsweiler.

Die Kirche wurde 1922/23 erbaut und eine selbständige Kirchengemeinde gegründet. Die Einweihung des Kirchenneubaues erfolgte 1973. Die Gymnastikhalle beim Sportgelände wurde 1970 vom Sportverein erbaut.

Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 hatte Breuningsweiler 298 Einwohner; heute wohnen dort ungefähr 1000 Menschen.

Datei:Breuningsweiler, Winnenden, Andreas Kieser.png
Breuningsweiler im 17. Jahrhundert

Am 1. Januar 1972 wurde Breuningsweiler nach Winnenden eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

  • 1808: 239 Einwohner<ref>Königlich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703.</ref>
  • 1828: 292<ref>Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch. J.F. Steinkopf, Stuttgart 1828, S. 202.</ref>
  • 1850: 348 (alle evangelischen Glaubens)<ref>Beschreibung des Oberamts Waiblingen, S. 127.</ref>
  • 1961: 483
  • 1970: 597

Religion

Seit der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich ist Breuningsweiler wie ganz Altwürttemberg evangelisch geprägt. Der Ort hatte lange Zeit keine eigene Kirche, die Einwohner besuchten die Gottesdienste in Winnenden. Bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg blieb Breuningsweiler kirchlich bei Winnenden, ehe die evangelische Dorfkirche 1922/1923 errichtet und eine eigene Pfarrei gegründet wurde. Katholiken zogen erst nach dem Zweiten Weltkrieg in nennenswerter Zahl nach Breuningsweiler. Sie besuchen die Heilige Messe in Winnenden.<ref>Breuningsweiler - Altgemeinde~Teilort - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 9. November 2025.</ref>

Politik

Schultheißen und Bürgermeister

Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultheiß) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß durch Bürgermeister ersetzt.

Liste der Schultheißen und Bürgermeister:

  • 1808: Johann Georg Schäfer<ref>Königlich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703.</ref>
  • 1809: Matthäus Höllwarth<ref>Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch auf die Jahre 1809 und 1810. Verlag J. F. Steinkopf, Stuttgart 1810, S. 239.</ref>
  • 1913: Gottlob Schäfer<ref>Königlich Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1913, S. 319.</ref>

Wappen und Flagge

Datei:Breuningsweiler 4c.svg
Wappen der Altgemeinde Breuningsweiler

Die Altgemeinde Breuningsweiler führte ein Wappen und eine Flagge.

Blasonierung: In gelbem Wappenschild unter einer schrägen, schwarzen Leiter eine rote Erdbeere mit grünen Kelchblättern und grünem Stiel.

Wappenbegründung: Bereits im 19. Jahrhundert führte die Gemeinde ein Dienstsiegel, dass eine schräge Leiter zeigte. Das 1960 neu gestaltete Wappen ergänzt die altüberlieferte Leiter um die Erdbeere. Die Farben Gold und Schwarz weisen auf die Zugehörigkeit zu Alt-Württemberg hin.

Die Gemeindefarben waren Gold-Schwarz.

Das Gemeindewappen wurde am 19. März 1960 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.<ref>Landkreis Waiblingen und Archivdirektion Stuttgart (Hrsg.): Wappenbuch des Landkreises Waiblingen. Heft 24 der Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Stuttgart 1970.</ref>

Mit der Auflösung der Gemeinde 1972 ist das Wappen erloschen. Es wird noch von lokalen Vereinen in Form von Abzeichen, Autoaufklebern oder Wimpeln verwendet.

Wirtschaft

In Breuningsweiler wird seit dem Mittelalter Weinbau betrieben. Eine Winzergenossenschaft wurde bereits 1938 ins Leben gerufen. Die wichtigste Weinlage ist die Flur Haselstein. 1980 waren die Flächen zu 48 % mit Rotwein- und zu 52 % mit Weißweinsorten bepflanzt.<ref>Walter Nißler: Der Weinbau im Rems-Murr-Kreis. In: Horst Lässing (Hrsg.): Der Rems-Murr-Kreis. Konrad-Theiss-Verlag, Aalen 1980, ISBN 3-8062-0243-5, S. 403.</ref>

Natur und Landschaft

Geologie

Das Dorf liegt in der Keuperhügellandschaft Berglen, auf einer Ebene des Mittleren Stubensandsteins, der zu sandigen Böden verwittert. Da diese sandigen Bodenarten leicht zu bearbeiten sind und sich im Frühjahr rasch erwärmen, werden sie in der Landwirtschaft für Sonderkulturen, besonders für den Erdbeeranbau benutzt. Um Breuningsweiler wurde früher viel Sand gegraben (daher der Breuningsweiler Necknamen: Sandhasen) und Steine gebrochen, sichtbar an den vielen kleinen Steinbrüchen rund um das Dorf. Der größte Steinbruch südlich des Dorfes wurde zugeschüttet, heute ist ein Kinderspielplatz darauf eingerichtet. Eine Besonderheit des Dorfes sind die Sandsteinhöhlen unter den Häusern, die zwei letzten vermessen, gezeichnet und fotografiert von Herbert Sellner. Früher zur Gewinnung von Grabsand angelegt, sind sie heute verschüttet oder verschlossen.

Naturschutzgebiete

Gegen Westen hinunter zum Zipfelbachtal gibt es eine Reihe von Naturschutzgebieten, eingebunden in das Naturschutzkonzept Oberes Zipfelbachtal. Die größten Flächen werden von der NABU Gruppe Winnenden gepflegt, die auch eine Gebietsbeschreibung sowie eine Bestandsaufnahme von Pflanzen und Tieren herausgegeben hat.

Ortsnecknamen

Breuningsweiler wird scherzhaft Breschtlingsweiler und die Einwohner Sandhasen genannt.<ref>Kennzeichen WN, S. 223.</ref> Grund für die Bezeichnung ist wohl der sandige Boden des Dorfes.

Literatur

  • Vorlage:OberamtWürtt
  • Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-12-258290-2, S. 222.
  • Roland Schurig (Hrsg.): Breuningsweiler. Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte. Natur-Rems-Murr-Verlag 1993. ISBN 978-3-927981-33-1.
  • NABU Winnenden. Das Obere Zipfelbachtal. Verlag M. Hennecke 2007. ISBN 978-3-927981-89-8.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Breuningsweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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