Zum Inhalt springen

Zell (Romrod)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. Dezember 2025 um 05:24 Uhr durch imported>Fan-vom-Wiki (Neuzeit: Leerzeichen nach Komma).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zell
Stadt Romrod
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(650)&title=Zell 50° 44′ N, 9° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(650) 50° 43′ 51″ N, 9° 11′ 44″ O
 {{#coordinates:50,730833333333|9,1955555555556|primary
dim=10000 globe= name=Zell region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 310 (307–336) m ü. NHN
Fläche: 22,44 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 650<ref>Der Stadtteil im Internetauftritt der Stadt Romrod, abgerufen im September 2015.</ref>
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36329
Vorwahl: 06636

Zell ist der nach Einwohnerzahl zweitgrößte Stadtteil von Romrod im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Zell liegt nordwestlich des Hauptortes. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3070 und 3151. Sie verbinden Zell mit Romrod, Angenrod und Heimertshausen. Im Südosten führt die Bundesautobahn 5 am Ort vorbei.

Ortsgeschichte

Datei:Romrod Zell Kirche.png
Evangelische Kirche

Mittelalter

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes erfolgte zwischen 813 und 817 in einer Grenzbeschreibung der dem Kloster Fulda unterstellten Mark Cella. Konkret genannt wird in dem Kopiar, das um 1160 geschrieben wurde, eine Kirche: „ecclesia in Cella.“<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 17, S. 57. Datierung: Manfred Stimmig: Mainzer Urkundenbuch. Band 1 (bis 1137). Darmstadt 1932. Nr. 123, S. 65 f.</ref> Damit erweist sich der Ort als mönchische Gründung, die im Einflussbereich des Klosters Fulda häufig zu finden sind.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 408 f. S. 408.</ref> Diese Stationen dienten dem Gottesdienst, und die Felder wurden von Mönchen bearbeitet.<ref>Wilhelm Arnold: Ansiedelungen und Wanderungen deutscher Stämme, zumeist nach hessischen Ortsnamen. Marburg 1881. S. 486.</ref> 1278 heißt es: „quondam de Cella“, einst von Zelle.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 352, S. 264.</ref> Womit auch der Ortsname erklärt ist.

Am Ort der heutigen Wehrkirche aus dem 13. Jh. stand wahrscheinlich diese cella.<ref>Zell - Stadt Romrod. In: Romrod.de. Abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref> Das ahd. Wort calla, mhd. Zelle, bedeutet sowohl Klause eines Eremiten als auch kl. Nebenkloster oder Klostergut.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 879.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Zell:

„Zell (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 1 St. von Alsfeld, hat 131 Häuser und 763 Einwohner, die außer 2 Katholiken evangelisch sind. Man findet 1 Kirche, 1 Hof und 2 Mühlen. In der Gemarkung, 12 St. vom Ort, liegt ein Braunkohlenwerk, das aber weil die Holzpreise noch zu niedrig stehen, nicht betrieben wird. Die Einwohner beschäftigen sich stark mit dem Spinnen und der Leineweberei. Zell, früher Celle, gehörte vordem in das Kirchengebiet von Kirtorf.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Zum 31. Dezember 1971 wurde Zell im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basus in die Stadt Romrod eingegliedert.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Zell angehört(e):<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="lagis" /><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Zell durch das Amt Romrod. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. Das „Landgericht Homberg an der Ohm“ war das erstinstanzliche Gericht, das für Zell zuständig war. Aber bereits 1822 wurde Zell den Amtsbereich des Landgerichts Romrod zugewiesen. Dieses wurde 1829 in Landgericht Alsfeld umbenannt.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

• 1791: 551 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 579 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 738 Einwohner, 121 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 763 Einwohner, 131 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 637 Einwohner, 108 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Zell: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
551
1800
  
579
1806
  
738
1829
  
763
1834
  
701
1840
  
734
1846
  
722
1852
  
673
1858
  
681
1864
  
677
1871
  
676
1875
  
684
1885
  
627
1895
  
609
1905
  
632
1910
  
634
1925
  
628
1939
  
841
1946
  
1.065
1950
  
1.058
1956
  
872
1961
  
820
1967
  
776
1970
  
756
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
705
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; 1791:<ref name="Adr-LG-HD"/>; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref>

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 761 evangelische, zwei katholische Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 641 evangelische (= 78,17 %), 154 katholische (= 18,78 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Wirtschaft und Infrastruktur

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Zell, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 180 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 190 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 231 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>

Weblinks

Commons: Zell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende