Zum Inhalt springen

Heinz Gernot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. März 2026 um 20:38 Uhr durch imported>MenkinAlRire (Weblinks).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Heinz „Hein“ Gernot (* 2. Februar 1921 in Andreashütte, Provinz Oberschlesien; † 12. Oktober 2009 in Köln) war ein deutscher Bildhauer.

Leben

Heinz Gernot absolvierte eine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer.<ref name="akl">Dankmar Trier: Gernot, Hein. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 52, Saur, München u. a. 2006, ISBN 3-598-22792-2, S. 219.</ref> Vor dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Köln. Zur Wehrmacht eingezogen kehrte er neun Jahre nach Kriegsende als Spätheimkehrer aus Russland zurück. Diese Zeit war prägend für seinen weiteren Lebensweg und den Schaffensdrang als Künstler. Er studierte von 1951 bis 1955 an der Kunstakademie Düsseldorf und brachte es bis zum Meisterschüler bei Zoltan Székessy.<ref name="akl" /> 1956 heiratete er Helga, eine Tochter des Bildhauers Hermann Isenmann, des künstlerisch-technischen Leiters der Gipswerkstatt der Akademie. Ab 1957 unterhielt er ein eigenes Atelier in Köln.<ref name="akl" />

Schwerpunkt seines Lebenswerks waren religiöse Kunstwerke in katholischen Kirchen in Westdeutschland. So schuf er im Zeitraum von den 1960er-Jahren bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts über 150 Kirchenaltare. Seine Werke finden sich in Kirchen vom Frankfurter Raum bis an den Niederrhein.

Datei:2016-05-04-bonn-muensterbasilika-innenansicht-krypta-08.jpg
Schrein für Cassius und Florentius im Bonner Münster (1971)

Werke

Am umfangreichsten sind die Arbeiten, die er im für das Bonner Münster schuf: der Vierungsaltar in versilberter Bronze mit reliefverzierten Elfenbeinplättchen und an den Besuch von Johannes Paul II. erinnernden Darstellungen auf der Südseite (1980),<ref>Ausgewählte Kunstwerke im Bonner Münster in Bildern. In: bonner-muenster.de. Abgerufen am 27. September 2025.</ref> den Reliquienschrein für Cassius und Florentius in der Krypta (1971), die bronzene Taufsteinhaube mit einer Arche Noah in Elfenbein sowie Portale, Lampen und Gitter.<ref>Andrea Wicharz: Sakralwerk. In: Heinz Gernot (Homepage). Abgerufen am 17. Februar 2025.</ref>

Für die Kirche St. Joseph in Köln-Dünnwald schuf er den Altar, den Tauf- und den Weihwasserstein.<ref>Helmut Fußbroich, Architekturführer Köln, Köln 2005, S. 146.</ref> Von Gernot stammen u. a. der Altar und der Taufstein in der Kirche St. Johann Baptist, Bergisch Gladbach-Refrath (Weihe 1968).<ref>Die kirchliche Ausstattung der Pfarrkirche St. Johann Baptist, Bergisch Gladbach-Refrath, bearb. Martina Junghans, Archiv Erzbistum Köln, 2017.</ref> 1969/70 schuf er Tabernakel und Altar für die Kirche in Euskirchen-Elsig.

Gernot gestaltete unter anderem auch die Sakramentskapelle von St. Sebastian in Poppelsdorf, das Sakramentshaus und einen Kreuzweg für St. Petri in Lengsdorf, die Chorraum-Ausstattung für St. Judas Thaddäus in Heisterbacherrott (Weihe 1970) sowie steinerne Konsolfiguren für St. Walburga in Walberberg (1988/89, zusammen mit Olaf Höhnen und Sepp Hürten).<ref name="akl" />

Neben den religiösen Werken ist sein Schaffen auch an öffentlichen Bauten im Rheinland wiederzufinden. So schuf er die bronzene Eingangstür im Kölner Rathaus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verwaltungsbauten Historisches Rathaus (Memento vom 4. November 2018 im Internet Archive), Bilderbuch Köln, Abfragedatum: 19. April 2017.</ref> Von ihm stammt auch das Grabmal des 1992 verstorbenen Diözesanbaumeisters Erich Valder auf dem Friedhof Junkersdorf.<ref name="akl" />

Er arbeitete in Stein, Holz und Bronze, aber auch mit Aluminium. Häufig wurden Details aus Email, Elfenbein oder Bergkristall eingesetzt. Seine Werke weisen klare, dekorativ-abstrakte Formen auf.

Seine Skulpturen sind überwiegend im Privatbesitz der Familie.

Weblinks

Commons: Heinz Gernot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein