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Esther Goldfrank

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Esther Schiff Goldfrank (* 5. Mai 1896 in New York City; † 23. April 1997 in Mamaroneck, Westchester County, NY) war eine US-amerikanische Anthropologin.

Leben

Esther Goldfrank, geb. Schiff<ref>Eltern: Der Arzt Dr. Herman J. Schiff († 1905) und Matilda Schiff, geb. Metzger.</ref>, studierte Ökonomie als Hauptfach am Barnard College mit dem Abschluss Bachelor of Arts im Jahr 1918. In ihrem letzten Semester besuchte sie mit zahlreichen anderen Studenten eine Vorlesungsreihe des Anthropologen Franz Boas (1858–1942): Einführung in die Anthropologie, und begeisterte sich seither für dieses Fach. Zunächst war sie von 1919 bis 1922 als Sekretärin in dem von Boas geleiteten „Department of Anthropology“ (Abteilung für Anthropologie) der Columbia University tätig. In dieser Zeit begleitete sie Boas nach New Mexico, um die Pueblo-Indianer und deren Kultur zu erforschen. Im Sommer 1924 unternahm sie eine Feldforschung in Isleta, die von Elsie Clews Parsons finanziert wurde.<ref>Vgl. Isleta Paintings (1962) u. The Artist of „Isleta Paintings“ (1967). Übersichtliche Darstellung bei Bill Anthes, Native Moderns. American Indian Painting, 1940-1960, Duke University Press, Durham, North Carolina, 2006.</ref>

In erster Ehe verheiratete sie sich 1922 mit dem Witwer Walter Goldfrank, Vater zweier Söhne. Sie hatten eine Tochter. Walter Goldfrank verstarb 1935. Zwei Jahre später begann sie an der Columbia University ein ordentliches Studium der Anthropologie mit den Schwerpunkten Theorie, Ethnologie, Kultur und Persönlichkeit, ohne jedoch einen akademischen Grad anzustreben, wie sie in ihren Memoiren schreibt.<ref>Esther S. Goldfrank: Notes on an undirected life: as one anthropologist tells it. In: Queens College Publications in Anthropology. Queens College Press, Flushing, New York 1978, ISBN 0-930146-11-5, S. 1–17, 111.</ref> Und sie arbeitete wieder als Anthropologin: gemeinsam mit Ruth Benedict erforschte sie im Jahr 1939 die Blackfoot in Alberta, Kanada. Goldfrank war auch an einem von der Rockefeller-Stiftung geförderten Forschungsprojekt zur Adoleszenz beteiligt. Im Januar 1940 lernte sie den Sinologen Karl August Wittfogel in New York kennen,<ref>Esther S. Goldfrank: Notes on an undirected life: as one anthropologist tells it. In: Queens College Publications in Anthropology. Queens College Press, Flushing, New York 1978, ISBN 0-930146-11-5, S. 155–156.</ref> damals Direktor des Chinese History Project an der Columbia University.<ref>Bertolt Brecht, den Wittfogel 1943 im Exil in den USA besuchte, unterstellte, Wittfogel habe sein damaliges Wohlleben nicht seinem Direktorenposten, sondern dieser Heirat zu verdanken.Bertolt Brecht: Arbeitsjournal 1942-1955, 1938-1942. Hrsg.: Werner Hecht. Aufbau Verlag, Berlin 1973, S. 280: „Eintrag vom 16.2.43 : abends kommt K A W[ittfogel] mit seiner frau […] auch W […] ist jetzt 'stout', hat reich geheiratet, einen namen als sinologe, eine art salon [...]“</ref> Sie verheiratete sich mit ihm im März 1940 in zweiter Ehe, übernahm aber seinen Nachnamen nicht. Wittfogel stellte sie 1943 offiziell als Anthropologin seines Teams ein, u. a. weil sie die englische Sprache perfekt beherrschte (im Gegensatz zu ihm und den chinesischen Mitarbeitern des Projektes).<ref>Bertolt Brecht: Arbeitsjournal 1942-1955, 1938-1942. Hrsg.: Werner Hecht. Aufbau Verlag, Berlin 1973, S. 280: „Eintrag vom 16.2.43 : abends kommt K A W[ittfogel] mit seiner frau […] auch W […] ist jetzt 'stout', hat reich geheiratet, einen namen als sinologe, eine art salon [...]“</ref> Ihr wissenschaftliches Wirken und die akademischen und politischen Auseinandersetzungen in ihrem Umfeld während des Zweiten Weltkriegs beschrieb sie 1968–1978 in der Monografie Notes on an undirected life: as one anthropologist tells it. Darin enthalten ist auch ihre Publikationsliste mit 25 Titeln (Buchbeiträge und Artikel in Fachzeitschriften) zwischen 1923 und 1974.

Mitgliedschaft

Esther Goldfrank war Mitglied der American Ethnological Society (gegründet 1842 in New York von Albert Gallatin und John Russell Bartlett) in folgenden Funktionen:

  • Schatzmeisterin 1945–1947
  • Präsidentin 1948
  • Herausgeberin 1952–1956.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Autorin
  • The Social and Ceremonial Organization of Cochiti, American Anthropological Association Memoir, Nr. 33. Menasha, Wisconsin, 1927, S. 5–129.
  • Changing Configurations in the Social Organization of a Blackfoot Tribe During the Reserve Period. The Blood of Alberta, Canada, Monographs of the American Ethnological Society, Nr. 8, J.J. Augustin, New York, 1945.
  • mit Karl August Wittfogel, Some Aspects of Pueblo Mythology and Society, Journal of American Folklore, Band 56, Nr. 219, 1943, S. 17–30.
  • Socialization, Personality, and the Structure of Pueblo Society, American Anthropologist, Band 47, Nr. 4, 1945, S. 516–537.
  • The Artist of „Isleta Paintings“ in Pueblo Society, Smithsonian Contributions to Anthropology Nr. 5. Smithsonian Institution, Washington, DC, 1967.
  • Notes on an Undirected Life. As One Anthropologist Tells It, Queens College Publications in Anthropology, Nr. 3, Queens College, Flushing, New York, 1978.
  • Another View: Margaret and Me, Ethnohistory, Band 30, Nr. 1, 1983, S. 1–14.
Herausgeberin
  • Isleta Paintings. Mit Elsie Clews Parsons. Bureau of American Ethnology Bulletin, Nr. 181. Smithsonian Institution, Washington, DC, 1962.

Literatur

  • Gloria Levitas, Esther Schiff Goldfrank, (1896- ), in: Ute Gacs, et alii (Hrsg.), Women Anthropologists, Selected Biographies, [Westport, Conn., Greenwood Press, 1988], Urbana, University of Illinois Press, 1989, S. 120–126. (Google Bücher)

Quellen

Anmerkungen

<references />

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