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Apitherapie

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Datei:Honey comb02.jpg
Honigwabe

Als Apitherapie (lat. Apis Biene und griech. θεραπεία therapeia Dienen; die Pflege der Kranken) wird die pseudomedizinische Verwendung der Bienenprodukte, hauptsächlich Propolis, Bienengift, Honig und die Bienenluft bezeichnet. Ebenso wird die Einnahme von Pollen und Gelée royale zur Apitherapie gezählt. Wie bei allen pseudomedizinischen Verfahren konnte eine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Es gab hingegen nachweisbar Todesfälle im Zusammenhang mit im Rahmen einer Apitherapie verabreichtem Bienengift aufgrund einer Bienengift-Allergie<ref>Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Apitherapie: Todesfall nach „Akupunktur“ mit Bienengift. 27. März 2018, abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>.

Geschichte der Apitherapie

Früher war die Apitherapie eher ein Nebenprodukt der Imkerarbeit und darüber hinaus kaum bekannt. Heute ist sie, vor allem in den letzten Jahren, mehr und mehr ins Blickfeld der Forschung geraten und könnte Relevanz bei der Bekämpfung von multiresistenten Bakterienstämmen<ref name="dw-world.de"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Natürliches Antibiotikum – Wie ein Honig gegen multiresistente Bakterien wirkt (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive), Deutsche Welle</ref><ref>Honey and maggots used to fight MRSA</ref> sowie schwer heilenden Wunden haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Manuka honey improved wound healing in patients with sloughy venous leg ulcers (Memento vom 10. April 2016 im Internet Archive)</ref>

In Russland führte Dinara Usbekowa Apitherapie-Fortbildungskurse für Ärzte ein.

Apitherapie in Deutschland

In Deutschland war die Apitherapie noch weitgehend unbekannt, bis im Jahre 1986 der Bamberger Imker Wilhelm Hemme (1923–2022) beim Studium der Apimondia-Berichte (Apimondia ist die Welt-Bienen-Vereinigung) im Bieneninstitut von Stuttgart-Hohenheim auf den Begriff „Apitherapie“ stieß. Am 17. Oktober 1986 wurde auch durch ihn der Deutsche Apitherapie Bund (DAB), eine Vereinigung der Freunde der Apitherapie, gegründet, dessen erster Präsident auch Hemme wurde.

Anwendungsgebiete

Propolis

Datei:Propolis in beehives.jpg
Das Propolis-Harz findet sich als „Fugendichter“ zwischen den Wänden des Bienenstockes. Für medizinisches Propolis wird es in Spezial-Kunststoffgittern gesammelt

Propolis wirkt bakterizid und antiviral.<ref>Oxford Journals: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aqueous Extract of Brazilian Green Propolis (Memento vom 18. September 2009 im Internet Archive) (englisch)</ref> Das Harz legt zusätzlich einen dünnen Film über die behandelte Stelle. Es können Unverträglichkeiten auftreten; besonders bei häufigen großflächigen Kontakt kann es zu Kontaktallergien kommen.

Bienengift

Datei:Stechende Biene 12a.jpg
„Stechen-lassen“ von Bienen.

Die Wirksamkeit bei postulierten Anwendungsgebieten wie Multipler Sklerose oder arthritischen Schmerzen ist nicht bewiesen.

Honig

Die apitherapeutische Anwendung von Honig geht über die Einnahme bei Halsbeschwerden hinaus; Honig wird beispielsweise äußerlich lokal angewendet (auf die betroffenen Stellen aufgetragen).

Honig enthält keimhemmende Stoffe, die als Inhibine bezeichnet werden. Sterilisierter Honig kann direkt auf offene Wunden<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />journalofwoundcare.com (Memento vom 9. Januar 2012 im Internet Archive)</ref> und Verbrennungen<ref> New Zealand Medical Journal: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Honey in the treatment of burns: a systematic review and meta-analysis of its efficacy (Memento vom 24. Juni 2009 im Internet Archive) (englisch)</ref> aufgetragen werden. Er hat einen leicht sauren pH-Wert und erzeugt durch seinen hohen Zuckeranteil einen starken osmotischen Druck. In einer Pilotstudie war er auch gegen multiresistente Bakterien wirksam.<ref name="dw-world.de" /> Insbesondere der neuseeländische Manuka-Honig wurde dahingehend untersucht<ref>Dee A. Carter, Shona E. Blair, Nural N. Cokcetin, Daniel Bouzo, Peter Brooks: Therapeutic Manuka Honey: No Longer So Alternative. In: Frontiers in Microbiology. Band 7, 20. April 2016, ISSN 1664-302X, doi:10.3389/fmicb.2016.00569, PMID 27148246, PMC 4837971 (freier Volltext) – (frontiersin.org [abgerufen am 5. Februar 2020]).</ref> und als Therapeutikum vermarktet.

Insgesamt lässt die derzeitige Datenlage keine eindeutigen Rückschlüsse auf die therapeutische Wirksamkeit von Bienenhonig zu.<ref></ref>

Stocklufttherapie

Bienen halten ihren Bienenstock sauber. Die Luft im Bienenstock riecht angenehm nach Propolis, Pollen und Honig. Für Asthma könnte das Einatmen der Bienen-Stockluft lindernde Wirkung haben. Einzelne Berichte sind euphorisch, jedoch ist die Datenlage auch hier so dünn, dass man keine generelle therapeutische Aussage treffen kann.<ref>Heilende Luft aus dem Bienenstock? Abgerufen am 5. Februar 2020.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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