Zum Inhalt springen

Butene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. Februar 2026 um 17:53 Uhr durch imported>Mabschaaf (GHS-Daten aktualisiert, ggf. weitere Fixes/Formalia).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Butene (auch Butylene) sind eine Gruppe von vier isomeren Kohlenwasserstoffen mit der allgemeinen Summenformel C4H8, die über eine C=C-Doppelbindung verfügen. Sie zählen damit zu den Alkenen. Zwei der Isomere unterscheiden sich durch cis-trans-Isomerie.

Butene sind unter Standardbedingungen farblose, brennbare Gase mit einer größeren Dichte als Luft. Unter Druck lassen sich die Isomere verflüssigen. Sie wirken in höheren Konzentrationen narkotisierend und erstickend. Mit Luft bilden sie explosive Gemische.

Struktur und Eigenschaften

Eigenschaften der Butene
Name But-1-en (Z)-But-2-en (E)-But-2-en 2-Methylprop-1-en
Andere Namen 1-Buten
n-Buten
1-Butylen
α-Butylen
Vorlage:INCI
cis-2-Buten
(Z)-2-Buten
cis-But-2-en
trans-2-Buten
(E)-2-Buten
trans-But-2-en
2-Methyl-1-propen
Isobuten
i-Butylen
Struktur Datei:But-1-en.svg Datei:Cis-2-Buten.svg Datei:Trans-2-Buten.svg Datei:Struktur Isobuten.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
Vorlage:CASRN (EZ)-2-Buten
Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)
Summenformel C4H8
Molare Masse 56,11 g·mol−1
Kurzbeschreibung farblose Gase<ref name="GESTISALL">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Schmelzpunkt −185,4 °C<ref name="GESTIS" /> −138,9 °C<ref name="GESTIS2" /> −105,5 °C<ref name="GESTIS3" /> −140,4 °C<ref name="GESTIS4" />
Siedepunkt −6,2 °C<ref name="GESTIS" /> 3,7 °C<ref name="GESTIS2" /> 0,9 °C<ref name="GESTIS3" /> −7,1 °C<ref name="GESTIS4" />
molare Verdampfungsenthalpie am Siedepunkt 22,07 kJ·mol−1<ref name="Majer">V. Majer, V. Svoboda: Enthalpies of Vaporization of Organic Compounds: A Critical Review and Data Compilation. Blackwell Scientific Publications, Oxford 1985, S. 300.</ref> 23,34 kJ·mol−1<ref name="Majer" /> 22,72 kJ·mol−1<ref name="Majer" /> 24,03 kJ·mol−1<ref>R. C. Weast (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 66. Auflage. CRC Press, 1985, ISBN 0-8493-0466-0.</ref>
Dampfdruck 2,545 bar (20 °C) 1,813 bar (20 °C) 1,991 bar (20 °C) 2,59 bar (20 °C)
Untere Explosionsgrenze (20 °C / 1,013 bar)<ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen. Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase. Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft, Bremerhaven 2003.</ref> 1,2 Vol.‑% / 28 g·m3 1,6 Vol.‑% / 37 g·m3 1,6 Vol.‑% / 37 g·m3 1,6 Vol.‑% / 37 g·m3
Obere Explosionsgrenze (20 °C / 1,013 bar)<ref name="Brandes" /> 10,6 Vol.‑% / 252 g·m3 10,0 Vol.‑% / 235 g·m3 10,0 Vol.‑% / 235 g·m3 10,0 Vol.‑% / 235 g·m3
Zündtemperatur / Temperaturklasse<ref name="Brandes" /> 360 °C / T2 324 °C / T2 (E/Z-Isomerengemisch)<ref name="Roempp" /> 324 °C / T2 (E/Z-Isomerengemisch)<ref name="Roempp" /> 465 °C / T1
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser,<ref name="GESTIS" /><ref name="GESTIS2" /><ref name="GESTIS3" /><ref name="GESTIS4" /> leicht löslich in Ethanol und Ether
GHS-
Kennzeichnung
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.003.137">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS" />
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.008.795">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS2" />
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.009.869">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS3" />
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.003.697">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS4" />
H-Sätze 220​‐​280<ref name="GESTIS" /> 220​‐​280<ref name="GESTIS2" /> 220​‐​280<ref name="GESTIS3" /> 220​‐​280<ref name="GESTIS4" />
EUH-Sätze keine EUH-Sätze
P-Sätze 210​‐​377​‐​381​‐​403<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 210​‐​410+403<ref name="GESTIS2">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 210​‐​377​‐​381​‐​403<ref name="GESTIS3">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 210​‐​377​‐​381​‐​403<ref name="GESTIS4">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Thermodynamische Eigenschaften

Butene sind leicht zu verflüssigende Gase, deren Anwendung und Umsetzung oft unter erhöhtem Druck als Flüssigkeit oder im überkritischen Zustand erfolgt.

Dampf-Flüssig-Gleichgewichte
Name But-1-en (Z)-But-2-en (E)-But-2-en 2-Methylprop-1-en
Dampfdruckfunktion nach Antoine Parameter nach log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K)
A 4,24696 3,98744 4,04360 3,64709
B 1099,207 957,060 982,166 799,055
C −8,265 −36,504 −30,775 −46,615
Temperaturbereich 195,6 K – 269,4 K 203,06 K – 295,91 K 201,70 K – 274,13 K 216,40 K – 273 K
Quelle <ref>C. C. Coffin, O. Maass: The Preparation and Physical Properties of «alpha», «beta»- and «gamma»-Butylene and Normal and Isobutane. In: J. Am. Chem. Soc. 50, 1928, S. 1427–1437.</ref> <ref>R. B. Scott, W. J. Ferguson, F. G. Brickwedde: Thermodynamic properties of cis-2-butene from 15° to 1,500 K. In: J. Res. NBS. 33, 1944, S. 1–20.</ref> <ref>L. Guttman, K. S. Pitzer: trans-2-Butene. The heat capacity, heats of fusion and vaporization, and vapor pressure. The entropy and barrier to internal rotation. In: J. Am. Chem. Soc. 67, 1945, S. 324–327.</ref> <ref>A. B. Lamb, E. W. Roper: The Vapor Pressures of Certain Unsaturated Hydrocarbons. In: J. Am. Chem. Soc. 62, 1940, S. 806–814.</ref>
Kritische Größen<ref>C. Tsonopoulos, D. Ambrose: Vapor-Liquid Critical Properties of Elements and Compounds. 6. Unsaturated Aliphatic Hydrocarbons. In: J. Chem. Eng. Data. 41, 1996, S. 645–656.</ref>
Name But-1-en (Z)-But-2-en (E)-But-2-en 2-Methylprop-1-en
Kritische Temperatur Tc 146,35 °C / 419,5 K 162,35 °C / 435,5 K 155,45 °C / 428,6 K 144,75 °C / 417,9 K
Kritischer Druck pc 40,2 bar 42,1 bar 41,0 bar 40,0 bar
Kritisches Molvolumen Vm,c 0,2408 l·mol−1 0,2338 l·mol−1 0,2377 l·mol−1 0,2388 l·mol−1
Kritische Dichte ρc 4,15 mol·l−1 4,28 mol·l−1 4,21 mol·l−1 4,19 mol·l−1

Synthese

Michael Faraday fand Butene 1825 als gasförmigen Bestandteil bei der Destillation von Erdöl (siehe auch: Flüssiggas). Butene können durch Cracken von Erdöl als Isomerengemisch gewonnen werden. Sie werden auch durch katalytische Dehydrierung von Butan bzw. Isobutan gewonnen. Die Trennung der Isomeren kann mit Hilfe von Zeolithen erfolgen.<ref name=Roempp>Eintrag zu Butene. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Verwendung

Durch die C–C-Doppelbindung sind sie interessante und wichtige Ausgangsstoffe für chemische Synthesen. Sie werden zur Herstellung von Verbindungen wie 2-Butanol, 2-Butanon (Ethylmethylketon) und 1,3-Butadien verwendet und sind Ausgangsstoff zur Herstellung von Kunststoffen (z. B. Butylkautschuk und Polyisobuten).<ref name=Roempp /> Als Alkylierungsmittel dienen sie z. B. zur Synthese von Zusätzen für klopffeste Treibstoffe (2,2,4-Trimethylpentan (Isooctan)). Isobuten wird zur Synthese von Methyl-tert-butylether (MTBE) bzw. Ethyl-tert-butylether (ETBE) benötigt. Auch tert-Butylester lassen sich über die Reaktion von Isobuten und (Carbon)säuren herstellen. Diese Syntheseroute bietet sich speziell dann an, wenn bei der Veresterung mit tert-Butanol als Konkurrenzreaktion dessen Dehydratisierung dominiert.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein