Speyerbrunn
Speyerbrunn Ortsgemeinde Elmstein
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(100)&title=Speyerbrunn 49° 21′ N, 7° 52′ O
{{#coordinates:49,349722222222|7,8711111111111|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Speyerbrunn | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 312–337 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 100[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1976 | |||||
| Postleitzahl: | 67471 | |||||
| Vorwahl: | 06328 | |||||
Lage von Speyerbrunn in Rheinland-Pfalz
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Speyerbrunn ist ein Ortsteil der im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim gelegenen Ortsgemeinde Elmstein. Zuvor lag sein größter Teil bis Ende 1975 auf der Gemarkung der Gemeinde Wilgartswiesen.
Geographie
Lage
Speyerbrunn liegt mitten im Pfälzerwald innerhalb von dessen Teilgebiet Frankenweide etwa sechs Kilometer westlich der Kerngemeinde im Elmsteiner Tal. Nächstgelegene Ortschaften sind die ebenfalls zu Elmstein gehörenden Annexen Mückenwiese, Erlenbach und Schwarzbach sowie der zu Trippstadt gehörende Weiler Johanniskreuz und der Wilgartswieser Ortsteil Hofstätten.
Erhebungen
Nördlich des Ortes erstrecken sich der 516 m hohe Mückenberg und der 514 m hohe Riesenberg und unmittelbar südlich des Siedlungsgebiets das Speyerbrunner Eck.
Gewässer
Südöstlich des Siedlungsgebiets befindet sich der Speyerbrunner Woog, ein kleiner Stausee, der dem Namen nach den Beginn des Speyerbachs bildet. In ihn fließt aus südlicher Richtung der Erlenbach, der aus hydrologischer Perspektive als Quellfluss des Speyerbachs gilt. Zudem fließt in den Quellteich aus dem Westen der Schwarzbach. Einen halben Kilometer weiter östlich mündet von links der Enkenbach in den Speyerbach.
Geschichte
Speyerbrunn wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Holzfällern, Köhlern und Harzsiedern gegründet, wobei hinsichtlich der genauen Jahreszahl widersprüchliche Angaben existieren.<ref>Musik und Wald bestimmten das Leben des Speyerbrunner Bürgers. In: mittelpfalz.de. 13. Mai 2011, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Elmsteiner Ortsteile ( vom 2. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref><ref name="kullmer">Klaus Kullmer: Wilgartswiesen oder Neustadt, zu wem wollten die Speyerbrunner? In: Förderkreis Kirchturmruine Appenthal e.V. (Hrsg.): Elmsteiner Heimatschrift 28. 2020, S. 32.</ref> Der Name des Ortes rührt daher, dass unmittelbar südwestlich des Siedlungsgebiets eine Quelle entspringt, die lange Zeit für den Ursprung des Speyerbachs gehalten wurde.<ref name="ross10">Wolfgang Ross: Viel Steine gab's und wenig Brot. Anmerkungen zur Siedlungsgeschichte Elmsteins. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 10.</ref> Mittlerweile wird jedoch der nahe Erlenbach als Quellfluss des Speyerbachs eingestuft.
Der Siedlungsbereich lag an der Gemarkungsgrenze der Gemeinden Wilgartswiesen-Hofstätten und Elmstein, die im Wesentlichen entlang von Erlenbach und Schwarzbach verlief. Die Wohnhäuser entstanden dabei auf beiden Seiten der Grenze, sodass die Häuser am nördlichen und nordöstlichen Rand der Bebauung bereits auf der Gemarkung von Elmstein lagen. Speyerbrunn war dadurch ein „geteiltes Dorf“, bei dem die Grenze teilweise Verwandte „abschnitt“.<ref>Die Annexen der Gemeinde Wilgartswiesen gestern und heute. In: Wilgartswiesen (Hrsg.): Chronik der Ortsgemeinde Wilgartswiesen. Warda Druck, Münchweiler an der Rodalb 1996, S. 33.</ref><ref>Die Annexen der Gemeinde Wilgartswiesen gestern und heute. In: Wilgartswiesen (Hrsg.): Chronik der Ortsgemeinde Wilgartswiesen. Warda Druck, Münchweiler an der Rodalb 1996, S. 459.</ref><ref name="kullmer"/> Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde erwogen, den Ort wegen seiner Randlage aufzugeben.<ref>Wolfgang Ross: Viel Steine gab's und wenig Brot. Anmerkungen zur Siedlungsgeschichte Elmsteins. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 13.</ref>
Im Februar 1920 erhielt der Ort erstmals elektrisches Licht, das vom Sägewerk Mückenwiese erzeugt wurde.<ref>Wolfgang Ross: Das war das Jahr 1920. In: Förderkreis Kirchturmruine Appenthal e.V. (Hrsg.): Elmsteiner Heimatschrift 28. 2020, S. 34.</ref> Nach dem amtlichen Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern von 1925 lebten im zu Wilgartswiesen-Hofstätten gehörenden Teil 78 Einwohner in 14 Wohngebäuden.<ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 726 (Digitalisat). </ref> Der Elmsteiner Teil hatte 60 Einwohner in neun Wohngebäuden.<ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 774 (Digitalisat). </ref>
Der Wilgartswieser Kernort liegt rund 20 Kilometer weiter südlich und erforderte seinerzeit für Bewohner des südlichen Teils bei Behördengängen lange Wege. 1953 fand deswegen eine Volksabstimmung statt, bei der die Bewohner dieses Teilortes mit 95 Prozent für den Verbleib bei Wilgartswiesen votierten.<ref name="kullmer"/> Trotzdem wurde dieser Teil zwei Jahrzehnte später am 1. Januar 1976 zusammen mit den benachbarten Orten Schwarzbach und Erlenbach nach Elmstein umgemeindet.<ref name="ross10" />
Sehenswürdigkeiten
Kulturdenkmäler
Seit 1997 stehen die Kirche, das alte Schulhaus und der Speyerbrunner Woog unter Denkmalschutz. Weitere denkmalgeschützte Objekte sind das ehemalige Kinderheim in der Johanniskreuzer Straße sowie das frühere Forsthaus.
In früherer Zeit mussten sich die Katholiken für Gottesdienste in die sechs Kilometer entfernte Kirche Mariä Heimsuchung in Elmstein begeben. Deshalb entstand am nordöstlichen Siedlungsrand die Sandsteinkirche St. Wendelinus und Hubertus mit Zwiebelturm nach Plänen des Kirchenbaumeisters Josef Kuld aus Mannheim; sie steht bereits auf der Gemarkung von Elmstein. Am 27. November 1932 weihte Bischof Ludwig Sebastian von Speyer die Kirche. Sie dient auch den Bewohnern aus den Dörfern Mückenwiese, Erlenbach und Schwarzbach als Gotteshaus.<ref>Geplanter Kirchenverkauf: Emotionen kochen hoch. In: rheinpfalz.de. 16. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref><ref>Diskussion um die Zukunft der Kirche in Speyerbrunn. In: mittelpfalz.de. 13. Mai 2011, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref> Etwas außerhalb hat Speyerbrunn einen kleinen Friedhof.<ref>Ortsteile. Abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref><ref>Eigene Kirche und eigener Friedhof. In: rheinpfalz.de. 23. Dezember 2015, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref>
In dem Schulhaus gab es von 1853 bis 1965 eine Schule; danach wurde die Heinrich-Weintz-Schule im Elmsteiner Kernort genutzt.<ref>Klaus Kullmer: Bilder von Elmstein und seinen Ortsteilen aus 100 Jahren. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 108.</ref>
Rittersteine
Im Einzugsgebiet von Speyerbrunn befinden sich mehrere Rittersteine. Ritterstein 121, der die Aufschrift Frh. v. Haacke Holsriese<ref group="Anm.">Schreibfehler im Original</ref> trägt, erinnert an eine frühere Holzriese, die Ludwig Anton von Hacke angelegt hatte, um den Holztransport in die Vorderpfalz zu erleichtern.<ref>Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald. Neustadt an der Weinstraße 2005, ISBN 3-00-003544-3, S. 97 f.</ref> Ritterstein 254 mit der Aufschrift Speyerbach-Ursprung – Floßwoog mit Schleuse befindet sich an der vermeintlichen Speyerbachquelle.<ref>Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald. Neustadt an der Weinstraße 2005, ISBN 3-00-003544-3, S. 215.</ref><ref>Ritterstein Nr. 121 Frh. v. Haacke Holsriese. In: pwv-elmstein.de.tl. 3. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref><ref>Ritterstein „Frh. v. Haacke=Holsriese“ in Speyerbrunn an der L 499. In: kuladig.de. 2020, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
In Speyerbrunn existierte zeitweise eine Mühle.<ref>Verzeichnis der pfälzischen Mühlen erstellt von Eberhard Ref (mailto: eberhard.ref@gmx.de) - Litera S (Speyer – St. Johann). In: eberhard-ref.net. 3. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref> Im Ort befindet sich ein kombiniertes Hotel und Restaurant.<ref>Hotel-Restaurant "Waldschlössel". In: pfalz.de. 3. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>
Verkehr
Durch Speyerbrunn führt die Landesstraße 499, die den Ort mit Frankeneck und Waldfischbach-Burgalben verbindet. Am östlichen Bebauungsrand zweigt von dieser die Kreisstraße 40 ab, die zur Annexe Erlenbach führt.
Die Buslinie 517 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die von Neustadt an der Weinstraße über Helmbach, Appenthal und Elmstein bis nach Iggelbach verkehrt, fuhr bis 2022 während der Sommersaison zusätzlich über Johanniskreuz, Speyerbrunn und Mückenwiese; mangels Nachfrage wurde diese Route eingestellt.<ref>Busse fahren nicht mehr nach Johanniskreuz. In: Die Rheinpfalz. 31. März 2023, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref> Zudem existieren Schulbusse der Relation Elmstein–Röderthal-Schafhof-Harzofen-Iggelbach-Mückenwiese–Speyerbrunn–Schwarzbach.<ref>T517. Neustadt - Lambrecht - Esthal / Elmstein - Iggelbach. 5. Juni 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref>
Tourismus
Durch Speyerbrunn führen der Fernwanderweg Saar-Rhein-Main, die Nordroute der Pfälzer Jakobswege und ein Wanderweg, der mit einem blau-gelben Balken markiert ist, sowie die Tour 5 des Mountainbikeparks Pfälzerwald.<ref>Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 3. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref><ref>Mountainbiketour 5 Lambrecht. In: mountainbikepark-pfaelzerwald.de. 3. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref> Am Ort vorbei führte bis 2015 der blau markierte und mittlerweile zurückgebaute forstgeschichtliche Wanderweg 3 Spurensuche des Forstamtes Johanniskreuz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- Erich Obeldobel (1931–2015), Organist und Chorleiter<ref>Musik und Wald bestimmten das Leben des Speyerbrunner Bürgers. In: mittelpfalz.de. Abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref>
- Peter Marx (1956–2022), Politiker (NPD)
Personen, die mit Speyerbrunn verbunden sind
- Johann König (~1783–1839), aus Siebenbürgen stammender, im Zuge der Koalitionskriege ins Elmsteiner Tal gelangter Soldat, genannt der „Felsenkönig“, lebte hier in einer 1869 gesprengten Felsenhöhle<ref>Felsenkönig Audiotour Infotafel 11. In: pfalz.de. 19. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref><ref>Höhle des Felsenkönigs. Abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Kernort | Am Schützenhaus | Appenthal | Erlenbach | Forsthaus Frechental | Harzofen | Helmbach | Hornesselwiese | Iggelbach | Mückenwiese | Röderthal | Schafhof | Schwabenbach | Schwarzbach | Speyerbrunn | Stilles Tal | Wolfsgrube