Armarium
Das Armarium ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Schrank“) bezeichnet allgemein einen Schrank, ein Behältnis oder einen Bibliotheksraum.
Etymologie
Der Begriff leitet sich von arma (lateinisch für „Waffe“) her und war in seiner ursprünglichen Bedeutung nach ein Waffenschrank.<ref name="Lueger" /> Das Diminutiv ist armāriŏlum (lateinisch für „Schränkchen“).<ref>Vorlage:Georges-1913-Latein</ref> Jemand, der ein armārium benutzt, ist ein armārius (Waffenschmied, Bibliothekar oder in Klöstern der Vorsänger, als Verwahrer der Kirchenbücher).<ref></ref> Eine Nebenform kann armāria, -ae, f. sein.<ref name="Georges">Vorlage:Georges-1913-Latein</ref>
Das Armarium im Kloster
In christlichem Sprachgebrauch bezeichnet er den Teil eines Klosters, in dem die Mönche ihre Bücher lagern. In den Klöstern des 12. und 13. Jahrhunderts, als sich große Bibliotheksräume noch nicht durchgesetzt hatten, da die kleinen Buchbestände ein solches Raumprogramm schlicht nicht notwendig machten, handelt es sich beim Armarium um eine Wandnische in der Ostwand des Kreuzganges zwischen Kapitelsaal und Kirchenportal. Verwaltet wurde das Armarium von einem Kantor, der dieses während der Zeit körperlicher Arbeit sowie den Schlafzeiten der Mönche und während des Essens verschlossen hielt. Vor dem Armarium brannte eine Kerze und die regalartig eingebauten Bretter nahmen die Bücher auf. Angepasste Türen gewährten einen gewissen Schutz der Bücher. Nach dem Aufkommen größerer Bibliotheksbestände wurden Armarien hin und wieder in Grablegen für verdiente Äbte umgebaut, so z. B. im Kloster Eberbach im Rheingau.
Weitere Verwendungen des Begriffs
- armārium: Schrank für Waffen, Geräte, Kleider, Geld, Schmucksachen oder Bücher<ref>August Mau: Armarium 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1176 f.</ref>
- armārium: Denkmal, Totengruft<ref name="Georges" /><ref>August Mau: Armarium 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1177.</ref>
- armārium promptuarium: Schrank für Speisen<ref name="Georges" />
- armārium librorum: Bücherschrank<ref name="Georges" />
- armārium eucharistiae: Sakramentshäuschen<ref name="Lueger"></ref>
- armārium reliquiarum: Reliquienschrank in Nähe des Hochaltars<ref name="Lueger" />
- armārium muricibus praefixum: ein Folter- und Hinrichtungsinstrument<ref name="Georges" />
- armārium parieti insertum: Wandschrank<ref>Vorlage:Georges-1910-Deutsch-Latein</ref>
- vasorum argenteorum armārium: Silberschrank<ref>Vorlage:Georges-1910-Deutsch-Latein</ref>
- Unguentum armārium: Waffensalbe<ref></ref>
- armārium imaginum: Schrank oder Schrein für römische Ahnenmasken<ref></ref>
Aber man findet das Armarium auch in der Sakristei.
Siehe auch
Literatur
- Tom Graber, Martina Schattkowsky (Hrsg.): Die Zisterzienser und ihre Bibliotheken. Buchbesitz und Schriftgebrauch des Klosters Altzelle im europäischen Vergleich. Leipzig 2008, ISBN 978-3-86583-325-9.
- Hilmar Tilgner: Armarium und Bibliotheksbau. Die Bibliotheksräume im Zisterzienserkloster Eberbach vom 12. Jahrhundert bis 1810. In: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte, 1998, 23, S. 132–181.
- Edgar Lehmann: Die Bibliotheksräume der deutschen Klöster im Mittelalter. Berlin 1957, S. 2–7 (Schriften zur Kunstgeschichte 2).
- August Mau: Armarium 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1176 f.
- August Mau: Armarium 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1177.
Weblinks
Anmerkungen
<references />