Ansgar Heveling
Ansgar Guido Karl Johannes Heveling (* 3. Juli 1972 in Rheydt) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Berufliche Laufbahn
Heveling besuchte eine katholische Grundschule in Korschenbroich und machte 1992 sein Abitur am Stiftischen Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach. Am Ende seines Grundwehrdienstes in Braunschweig erhielt er die Ehrenmedaille der Bundeswehr. Von 1993 bis 1997 studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm Universität Bonn Rechtswissenschaften und schloss dieses Studium mit dem ersten Staatsexamen ab. Von 1997 bis 2001 leistete er das Rechtsreferendariat unter anderem mit Station am bischöflichen Generalvikariat Aachen (Abteilung weltliches Recht) ab und absolvierte ein verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Diese Ausbildung beendete er mit dem zweiten Staatsexamen.
Von 2001 bis 2002 arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Korschenbroich.
Politische Karriere
Im Jahr 1989 trat Heveling in die Schüler Union und die Junge Union in Mönchengladbach ein. Bis 1992 war er u. a. Landesgeschäftsführer der Schüler Union Nordrhein-Westfalen. Von 1992 bis 1995 war er Vorsitzender der Jungen Union Korschenbroich. Zwischen 1997 und 2000 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union Neuss und zwischen 1996 und 1998 stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederrhein. Seit dem 20. November 2021 ist er Kreisvorsitzender der CDU im Rhein-Kreis Neuss.<ref>Ansgar Heveling ist neuer CDU-Kreisvorsitzender. In: rp-online.de. 20. November 2021, abgerufen am 23. November 2021.</ref>
Heveling trat 1991 in die CDU ein. Seit 1992 gehört er dem Stadtverbandsvorstand Korschenbroich und dem CDU-Ortsverbandsvorstand Korschenbroich und Pesch an, 2000 wurde er Vorsitzender des Stadtverbandes. Seit 1997 ist er Mitglied im Kreisvorstand Neuss und von 2011 bis 2017 stellvertretender Kreisvorsitzender.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Lienenkämper führt Kreis-CDU.] NGZ Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Von 2006 bis 2011 war Heveling Schatzmeister der CDU im Rhein-Kreis Neuss. Zwischen 1999 und 2009 war er Mitglied im Stadtrat Korschenbroich, von 2002 bis 2009 als Vorsitzender der CDU-Fraktion.
Zwischen 2003 und 2005 war er Referent für Verkehrspolitik bei der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen. Von 2005 bis 2009 war er Referent und stellvertretender Leiter im Büro des nordrhein-westfälischen Finanzministers Helmut Linssen.
Bei der Bundestagswahl 2009 trat er im Wahlkreis Krefeld I – Neuss II an und gewann mit 42,3 % der Erststimmen das Direktmandat.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Durchatmen bei Heveling.] Rheinische Post, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Damit ist er seit Oktober 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2013 wurde er mit 49,1 %, 2017 mit 42,4 % sowie 2021 mit 33,4 % erneut als Direktkandidat in den Bundestag gewählt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Heveling überzeugt mit 49,09 Prozent.] Rheinische Post, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="welt-168296852">Wahlergebnis Krefeld I – Neuss II: Das Ergebnis im Wahlkreis 110 - Bundestagswahl 2017. In: welt.de. 24. September 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref><ref>Bundestagswahl: Ansgar Heveling und Jan Dieren direkt gewählt. In: Homepage der Stadt Krefeld. 27. September 2021, abgerufen am 23. November 2021.</ref> Auch bei der Bundestagswahl 2025 holte er mit 37,8 % der Erststimmen das Direktmandat und wird in den 21. Deutschen Bundestag einziehen.
Bis Juni 2024 hielt Heveling insgesamt 100 Reden im Bundestag.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Neunmal „100“ in der 100. Rede im Bundestag.] Rheinische Post, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Im März 2026 wurde Heveling von seiner Fraktion als Präsident des Bundesrechnungshofs nominiert.<ref>Rainer Leurs: Ansgar Heveling soll Bundesrechnungshof-Präsident werden - Einigung in Koalition. In: rp-online.de. 24. März 2026, abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Positionen
Ende Januar 2012 zählte Heveling zu den Mitunterzeichnern eines Unterstützungsschreibens für den gescheiterten Gesetzesentwurf Stop Online Piracy Act (SOPA) der USA.<ref name="Welt120126">CDU streitet über umstrittenes US-Internetgesetz SOPA. Die Welt, 26. Januar 2012, abgerufen am 19. Oktober 2015.</ref> Sein Fraktionskollege Michael Kretschmer bescheinigte Heveling daraufhin „mangelndes Fachwissen“ auf dem Gebiet der Netzpolitik.<ref name="Spiegel120126">Internet-Gesetz Sopa:Unionspolitiker pfeifen Copyright-Hardliner zurück. Der Spiegel, 26. Januar 2012, abgerufen am 30. Januar 2012.</ref>
Am 30. Januar 2012 zeichnete Heveling in einem Gastkommentar<ref name="Handelsblatt">Ansgar Heveling: Bürger, verteidigt Eure Werte auch im Netz!, Handelsblatt, 30. Januar 2012, S. 9 (auf Handelsblatt.com erschienen als Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren! (abgerufen am 30. Januar 2012)).</ref> im Handelsblatt mit dem Titel Bürger, verteidigt Eure Werte auch im Netz! laut der Süddeutschen Zeitung „ein düsteres Bild eines ‚Endkampfes‘ zwischen Internet-Nutzern und -Nichtnutzern“, in dem er u. a. die Thesen amerikanischen Informatikers Jaron Lanier zitierte, dass das Web 2.0 eine Art „Digitalen Maoismus“ erzeuge.<ref name=SZ>Lilith Volkert/Michael König: CDU-Abgeordneter sagt „Netzgemeinde“ den Kampf an, Süddeutsche.de, 30. Januar 2012 (abgerufen am 30. Januar 2012).</ref> Der Aufsatz wurde von zahlreichen Medien und Politikern – auch aus der eigenen Fraktion – scharf kritisiert;<ref>Vgl. Harry Nutt: Alle hacken auf Ansgar Heveling herum, FR-Online.de, 3. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).</ref><ref>Vgl. Thorsten Denkler/Oliver Das Gupta: Ansgar Hevelings Angriff auf das Internet – „Völlig wahnsinnige Kriegsrhetorik“, Sueddeutsche.de, 3. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).</ref> die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär empfahl Heveling darüber nachzudenken, „ob er als Politiker den richtigen Beruf gewählt hat.“<ref>Gregor Mayntz: CSU nennt Heveling „postpubertär“, RP Online, 2. Februar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).</ref> Zudem wurde seine Webpräsenz angegriffen und war vorübergehend nicht zu erreichen.<ref>Christian Stöcker: CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde, Spiegel Online, 30. Januar 2012 (abgerufen am 30. Januar 2012).</ref> Kurz darauf wies ein Blogger darauf hin, dass in Hevelings Newsletter Bilder von Wikimedia Commons verwendet wurden, ohne Fotografen und Lizenz korrekt zu nennen.<ref>Alvar Freude: Urheberrechtstrolle als Urheberrechtsverletzer, ODEM.blog, 31. Januar 2012 (abgerufen am 8. Februar 2012).</ref>
Am 31. Januar 2012 nahm er zu den Reaktionen auf seinen Gastkommentar wie folgt Stellung: „Die Art und Weise der Reaktionen haben mir zudem gezeigt, dass meine Grundthesen stimmen. Eigentlich läuft jetzt genau das ab, worauf ich aufmerksam gemacht habe.“ Heveling äußerte die Erwartung, „dass es schon bald eine Generation geben wird, die mit dem Internet ganz anders umgeht. Blogger haben dann keine Relevanz mehr.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vera Zischke: Ansgar Heveling legt nach: „Blogger werden keine Relevanz mehr haben“ ( vom 8. Juni 2014 im Internet Archive), wz-newsline.de, 31. Januar 2012. </ref>
Mitgliedschaften
Heveling war seit 2015 Vorsitzender des Innenausschusses des 18. Deutschen Bundestages. Außerdem war er als Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Kulturausschuss tätig. Zudem war er Teil der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft und war Mitglied des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages. Seit 2018 ist Heveling Justitiar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CDU: Heveling nun Justiziar in Berlin.] Rheinische Post, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Im 20. Deutschen Bundestag ist Heveling ordentliches Mitglied im Wahlausschuss, im Wahlprüfungsausschuss, im Rechtsausschuss sowie dem Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Zudem gehört er als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Kultur und Medien an.<ref name=":0">Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 3. März 2022.</ref>
Heveling ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.<ref>Europa-Union Parlamentarier im Deutschen Bundestag. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 11. August 2025.</ref>
Privates
Heveling lebt in Korschenbroich und ist seit 2002 verheiratet. Er hat einen Sohn. Heveling ist römisch-katholischer Konfession.<ref name=":0" />
Weblinks
- Webpräsenz
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Lebenslauf bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Ansgar Heveling auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
<references responsive />
Friedrich Maier (1953–1961) | Hermann Schmitt-Vockenhausen (1961–1969) | Friedrich Schäfer (1969–1976) | Axel Wernitz (1976–1987) | Hans Gottfried Bernrath (1987–1995) | Willfried Penner (1995–2000) | Ute Vogt (2000–2002) | Cornelie Sonntag-Wolgast (2002–2005) | Sebastian Edathy (2005–2009) | Wolfgang Bosbach (2009–2015) | Ansgar Heveling (2015–2018) | Andrea Lindholz (2018–2021) | Lars Castellucci (kommissarisch) (2021–2025) | Thomas Silberhorn (kommissarisch) (seit 2025)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heveling, Ansgar |
| ALTERNATIVNAMEN | Heveling, Ansgar Guido Karl Johannes (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdB |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1972 |
| GEBURTSORT | Rheydt |
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- Deutscher
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