Wetterkreuz
Das Wetterkreuz, auch Hagelkreuz oder Wettermarterl ist ein Kreuz, aufgestellt als Wettersegen. Zu demselben Zweck findet sich regional auch die Wettersäule.
Zu Symbolik und Brauchtum
Im Volksglauben ist das Aufstellen von Flurkreuzen, die vor den Unbilden des Wetters schützen sollen, so weit verbreitet wie die Verehrung der Wetterheiligen. Das Kreuz Christi als Wettersegen zu verwenden, bezieht sich auf die Bibelstelle der Passion: „Als die sechste Stunde kam, brach über das ganze Land eine Finsternis herein“ (Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link), und „die Erde bebte und die Felsen spalteten sich“ (Vorlage:Bibel/Link) im Moment des Todes Jesu. Das wird als Schutz vor Naturkatastrophen (typischerweise etwa Gewitter mit Blitzschlag, Sturm oder Hagelschlag), wie auch plötzlichem Tod gedeutet, daher sind Wetterkreuze oft auch Kruzifixe, also Kreuze mit der Figur des Gekreuzigten. Sicardus von Cremona schrieb um 1200: „In dieser Zeit, da die Früchte noch in zarter Blüte stehen, und die Kriege ihren Anfang zu nehmen pflegen, fleht man zu Gott, daß er Hagel und Wetter abhalte und fruchtbare Ernte seinem Volk gebe.“<ref name="Lehmann-Brauns 1986">Elke Lehmann-Brauns: Himmel, Hölle, Pest und Wölfe: Basaltlava-Kreuze der Eifel. Köln 1986, S. 13 (Zitiert nach Geschichte & Forschung).</ref>
Wetterkreuze waren typischerweise regionales Ziel von Bitt- und Bußprozessionen.
Wie Deubler, Künstler und Ost<ref name="Deubler/Künstler/Ost 1976">Heinz Deubler, Richard Künstler, Gerhard Ost: Steinerne Flurdenkmale in Ostthüringen. 1976, Unsere Steinkreuze in Sage und Geschichte, S. 67 (Zitiert nach Geschichte & Forschung).</ref> darlegen, ist eine örtliche Benennung als ‚Wetterkreuz‘ noch kein Beleg für die Funktion, die Bezeichnung kann sich zu mittelhochdeutsch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für ‚wett, quitt, wetten‘ auf den ebenso alten Brauch der Schwur- und Sühnekreuze beziehen. Inwiefern das Brauchtum der apotropäischen Kreuze auf noch ältere, etwa germanische Thor/Donar-Verehrung zurückgeht<ref name="Weinmann 1981">So etwa in: Fred Weinmann: Kreuze zur Abwehr von Not. In: Pfalzatlas. Textband I. Speyer 1981, S. 302.</ref>, ist auch in der Fachliteratur umstritten. Zumindest im Ostösterreichischen wird in diesem Zusammenhang der Hl. Donatus, der Schutzpatron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst, verehrt.<ref name="Vancsa 1905">Max Vancsa: Über Bet- und Denksäulen in Niederösterreich. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereins zu Wien. Band XXXIX, 1905, S. 110.</ref>
Beispiele besonderer Wetterkreuze
Viele Wetterkreuze sind auffallende Landmarken. Da sie meist mitten im Felde stehen, sind viele der Kreuze den Flurbereinigungen zum Opfer gefallen. Neben den zahlreichen Wetterkreuzen im landwirtschaftlichen Raum – die teils auch Gedenkkreuze an Errettung vor solchen Gefahren, aber auch dadurch Verstorbene sind – finden sich Wetterkreuze auch:
- auf Kirchen, etwa mit der Windrose oder dem Wetterhahn
- die auf Berggipfeln im deutschsprachigen Alpenraum verbreiteten Gipfelkreuze, sowie Pass- oder Gratkreuze
Besondere, denkmalgeschützte Objekte sind etwa:
- Hagelkreuz, Bienen (Rees)
- Langenfeld-Hagelkreuz
- Hagelkreuz (Lendersdorf)
- Hambach an der Weinstraße, Rheinland-Pfalz: Wetterkreuz (Barockes Doppelkreuz in Stein, bez. 1717)<ref name="Hambach">Hambach (I). In: Deutschland → Rheinland-Pfalz → Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. Abgerufen am 15. Juni 2010.</ref>
- Wachenheim, Landkreis Bad Dürkheim: Wetterkreuz (Steinernes Kreuz von 1513, von Winzern errichtet)
Wetterkreuze, an die mehrere Gemarkungen angrenzen, sind:
- Wetterkreuz (Tauberbischofsheim), das Postament war der Grenzstein der ehemaligen Gemarkungen der fünf Altgemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar, deren Ortswappen darauf abgebildet sind,<ref>300 Jahre Wetterkreuz: Sternmarsch aus den Anrainer-Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar sowie Heckfeld: Resonanz übertraf alle Erwartungen. In: Fränkische Nachrichten, 16. September 2014; abgerufen am 29. Dezember 2014.</ref><ref>Das Wetterkreuz. hkvdittwar.de, Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.; abgerufen am 16. Mai 2015.</ref> nach der Gemeindereform teils nurmehr Ortsteile und Dittigheim nicht mehr unmittelbarer Anlieger
Siehe auch
Weblinks
- Wetterkreuze, auch Wettermarter, Hagelkreuz etc. In: suehnekreuz.de → Geschichte & Forschung → volkstümliche Bezeichnungen. Sven Gerth, abgerufen im Jahr 2010 (mit Literatur-Auszügen).
Einzelnachweise
<references />