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Heinrich Martens

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Vorlage:Hinweisbaustein Heinrich Martens (russisch Генрих Генрихович Мартенс<ref>Мартенс Генрих Генрихович - член МАИИКРН. Abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>, wiss. Transliteration Genrich Genrichovič Martens; * 1956 in Donezk, Ukrainische SSR) ist ein russlanddeutscher Kulturaktivist. Martens ist Gründer und Vorsitzender des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK), Vorsitzender des Verbandes Föderale Nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen (FNKA) sowie Gründer und Herausgeber der Moskauer Deutschen Zeitung (MDZ).

Leben

Heinrich Martens wurde 1956 in einer von Russlandmennoniten abstammenden Familie in der Stadt Donezk (heute Ukraine) geboren. 1974 absolvierte er die mittlere Schule und arbeitete bis 1981 u. a. in der Forschungsabteilung für technische Ausbildungsmittel an der Donezker staatlichen Universität. 1986 absolvierte Martens als Bergingenieur die Donezker polytechnische Hochschule und arbeitete bis 1991 für die Kohlenindustrie in der Sowjetunion. In den späteren Jahren setzte Heinrich Martens sich auf nationaler Ebene in Russland und ebenso auf internationaler Ebene vor allem für die kulturellen Belange der Russlanddeutschen ein. Er ist mit Olga Martens verheiratet und lebte bis 2022 in Moskau, anschließend wanderte das Paar nach Deutschland aus.

Engagement für Deutsche in Russland

1989 gründete Martens die Donezker Gebietsgesellschaft der sowjetdeutschen „Wiedergeburt“ und 1991 den Internationalen Verband der deutschen Kultur, dessen Vorsitzender er bis heute ist.

Seit 1991 hat Heinrich Martens zahlreiche russlandweite und zwischenregionale Kulturfestivals sowie Bildungs- und Sprachprojekte organisiert, die größtenteils von der Russischen Föderation gefördert wurden. Seit 1992 ist Martens Mitglied der „Zwischenstaatlichen deutsch-russischen Kommission für die Probleme der Russlanddeutschen“. Mitte der 1990er Jahre initiierte Martens die Gründung des Jugendrings der Russlanddeutschen, eine zwischenregionale NGO in Russland.

1997/98 organisierte Heinrich Martens die Neugründung der Moskauer Deutschen Zeitung, deren Herausgeber er bis heute ist. Außerdem gründete Martens den russlanddeutschen Verlag „IVDK-Press“ sowie die Kinderzeitschrift Schrumdirum, die gleichzeitig als Deutschlehrwerk für Kinder eingesetzt wird.

Martens nimmt seit 2004 an den Sitzungen des deutsch-russischen Forums Petersburger Dialog teil, ist seit 2005 Mitglied der Arbeitsgruppe des Ausschusses für nationale Angelegenheiten der Duma und wurde 2007 mit der Ehrenurkunde des Ministeriums für regionale Entwicklung der Russischen Föderation für seinen Beitrag zur Entwicklung der internationalen Beziehungen in der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Heinrich Martens ist Beauftragter des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei der Präsidentenwahl 2018.<ref name="Interessant">Центризбирком обнародовал первую часть списка доверенных лиц Владимира Путина</ref>

Gegenüber OstWest verriet Olga Martens im Juli 2022, dass der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK), sich in einer öffentlichen Erklärung gegen den Angriffskrieg in der Ukraine positioniert habe; diese ist auf der Website der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland abrufbar.<ref>Телеканал OstWest: Российские немцы и Путин. Как закрывают сообщества немцев в России. 23. Juli 2022, abgerufen am 18. August 2024.</ref><ref>IVDK: Russlanddeutsche gegen den Krieg in der Ukraine. Abgerufen am 18. August 2024.</ref> Diese Darstellung steht in deutlichem Widerspruch zu früheren Aktivitäten Martens’: Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine rief Heinrich Martens laut Medienberichten weiterhin offen zur Zusammenarbeit mit staatlichen russischen Institutionen auf, was Kritiker als klare Unterstützung russischer Interessen interpretieren.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Diaspora w służbie Kremla.] In: Onet. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Kritik und Kontroversen

In mehreren Medienberichten wurde die Rolle von Heinrich Martens und den von ihm geleiteten Organisationen im Zusammenhang mit der Politik der Russischen Föderation gegenüber der Russlanddeutschen kritisch diskutiert.<ref name="Onet">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Diaspora w służbie Kremla.] In: Onet. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 besuchte eine Delegation der Föderalen Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen die Halbinsel. Laut Medienberichten äußerte Martens Verständnis für die russische Position und sprach von einer möglichen „Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit“ für deportierte Deutsche. Kritiker weisen darauf hin, dass diese Rhetorik möglicherweise zur Legitimierung der Annexion der Krim und zur Rechtfertigung der Handlungen des Kremls durch Mobilisierung der russlanddeutschen Diaspora genutzt wurde.<ref name="Onet"/>

Journalistische Analysen stellten außerdem fest, dass die von Martens gegründete Moskauer Deutsche Zeitung häufig Narrative der russischen Regierung über den Ukraine-Krieg und die Beziehungen zum Westen reproduziert und dabei bei Lesern ein positives Bild des Krieges und der offiziellen Politik des Kremls vermittelt.<ref name="Akzent">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Невидимый фронт: немецкая диаспора Украины против кремлёвской дезинформации.] In: Akzent. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Medien berichten zudem, dass Martens’ Projekte, darunter die MDZ, kulturelle Festivals und Bildungsprogramme, sowohl aus russischen staatlichen und privaten Quellen als auch aus deutschen finanziert wurden. Ein Teil der Veröffentlichungen wird als Propagandainstrument zur Unterstützung der Politik des Kremls bewertet.<ref name="RFI">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Русский мир за деньги ФРГ.] In: RFI. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Darüber hinaus wird berichtet, dass Martens in die ukrainische Datenbank «Myrotvorets» sowie in die Liste „6000 Novalny“ aufgenommen wurde, in der Personen erfasst sind, denen Aktivitäten im Interesse russischer staatlicher Strukturen zugeschrieben werden.<ref name="Akzent"/>

Diese Veröffentlichungen und Aktivitäten stehen in klarem Widerspruch zu einer angeblichen antikriegspolitischen Position: Nach Beginn des großangelegten Krieges in der Ukraine rief Martens weiterhin offen zur Zusammenarbeit mit staatlichen russischen Institutionen auf. Kritiker werten dies als Unterstützung der russischen Politik, Legitimation des Krieges und Förderung eines positiven Bildes der russischen Aggression.<ref name="Onet"/><ref name="RFI"/>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />