Franz Seraph Destouches
Franz Seraph Destouches (* 21. Januar 1772 in München; † 10. Dezember 1844 ebenda) war ein deutscher Musiker und Komponist.
Leben
Destouches war ein Sohn des bayerischen Hofkammerrats Joseph des Touches und seiner Ehefrau Sabina. Seine musikalische Ausbildung erhielt er bei Theodor Grünberger und Joseph Haydn. Er spielte Cello im Orchester des Fürsten Esterházy und unternahm als Klavierspieler Konzertreisen nach Österreich und in die Schweiz. 1791 schrieb er die Oper Die Thomasnacht, zu der sein älterer Bruder Joseph Anton das Libretto beisteuerte.
Nach zwei Jahren als Musikdirektor der Stadt Erlangen trat Destouches 1799 als Konzertmeister und später als Hofkapellmeister in die Dienste Herzog Karl Augusts von Sachsen-Weimar. In Weimar schrieb er Schauspielmusiken zu Friedrich Schillers Dramen Wallensteins Lager, Turandot, Die Braut von Messina, Die Jungfrau von Orléans und Wilhelm Tell, August von Kotzebues Die Hussiten vor Naumburg im Jahr 1432 und Zacharias Werners Wanda, Königin der Sarmaten. Daneben komponierte er die Operetten Das Mißverständnis und Die Aloe, das Oratorium Die Anbetung am Grabe Jesu, dessen Text von Johann Gottfried Herder stammte, sowie zahlreiche Instrumentalstücke.
Destouches lehrte 1811–1814 Musik an der Universität Landshut, war danach Kapellmeister des Fürsten von Oettingen-Wallerstein und seit 1820 als hessischer Hofkapellmeister in Homburg vor der Höhe tätig. 1842 kehrte er in seine Geburtsstadt München zurück, wo der „hochbetagte aber noch lebensfrohe muntere Greis“<ref>Ernst von Destouches: Aus der Jugendzeit! München 1866, S. vii.</ref> zu einem Libretto seines Neffen Ulrich die komische Oper Der Teufel und der Schneider komponierte.
Die in München-Schwabing verlaufende Destouchesstraße Straße erinnert nicht an Franz Seraph Destouches, sondern an Ernst von Destouches.
Franz Seraph Destouches, dessen Ehe mit Wilhelmine van Couven kinderlos geblieben war, starb 1844 im Alter von 72 Jahren in München.
Grabstätte
Die Grabstätte von Franz Destouches befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 18 – Reihe 1 – Platz 16, Standort
{{#coordinates:48,127666666667|11,564694444444|
|dim=
|globe=
|name=Grab von Franz Destouches
|region=DE-BY
|type=landmark
}}).
In diesem Grab liegen weitere Familienmitglieder<ref>Grabstätte Destouches Grabnummer 18-1-16. In: alter-suedlicher-friedhof-muenchen.de. 26. Februar 2026.</ref>:
- Destouches, Ulrich von; 14. Oktober 1802 (Amberg/Opf.) – 27. Januar 1863 (München); Schriftsteller und Stadtbibliothekar
- Destouches, Barbara von; 24. April 1812 – 30. November 1829; Regierungsrats-Tochter
- Destouches, Amalie von (vh) / Schneider (gb); 27. Maib1813 – 3. September 1854; Magistratsbibliothekars-Gattin
- Destouches, Marie von (vh) / Hayn, von (gb); 3. Oktober 1816 – 25. April 1866; Magistratsbibliothekars-Witwe
- Destouches, Michael von; 19. Dezember 1795 – 6. März 1880; Oberpostamtsfoffizial
- Destouches, Ernst von; 4. Januar 1843 (München) – 24. April 1916 (München); Schriftsteller und Stadtarchivar
Literatur
- Ernst von Destouches: Aus der Jugendzeit! G. Franz, München 1866, S. vi–viii (books.google.de).
- Rochus von Liliencron: Destouches. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 77.
- Alfons Ott: Destouches, Franz Seraph. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Michele C. Ferrari: Sophie Caroline und Franz Seraph: eine musikalische Begegnung in Erlangen kurz vor 1800. In: Blog Stadtbibliothek Erlangen. Stadtbibliothek Erlangen, 5. Mai 2023, abgerufen am 17. Mai 2023.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Destouches, Franz Seraph |
| ALTERNATIVNAMEN | Destouches, Franz Seraph von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker und Komponist |
| GEBURTSDATUM | 21. Januar 1772 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 10. Dezember 1844 |
| STERBEORT | München |