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Nordic Yards

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Nordic Investment Holding GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Nordic Yards logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 2009
Sitz Wismar, Mecklenburg-Vorpommern, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Vitaly Yusufov (Gesellschafter)
Olga Scholtz (Geschäftsführerin)
Mitarbeiterzahl 35 (2021)<ref>Ostseezeitung, 29. Oktober 2021</ref>
900 (2015)<ref>Wismar / Rostock: Nordic Yards entlässt 500 Schiffbauer. In: Schweriner Volkszeitung. 1. September 2015, abgerufen am 4. Januar 2016.</ref>
Umsatz 174,5 Mio. Euro (2013)<ref>Bundesanzeiger: Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013</ref>
Branche Schiffbau
Website www.nordicyards.com
Stand: 2021

Nordic Yards ist der Name eines deutschen Unternehmens. Es betrieb unter diesem Namen von 2009 bis 2016 eine Werftengruppe in Deutschland. Neben dem Schiffbau war Nordic Yards auch Hersteller und Entwickler maritimer Konstruktionen – zum Beispiel für den Offshore-Bereich. Zur Werftengruppe Nordic Yards mit Sitz in Wismar gehörten die Tochtergesellschaften Nordic Yards Wismar, Nordic Yards Warnemünde und Nordic Yards Stralsund. 2016 wurde mit der Gruppe Genting Hong Kong ein Investor gefunden, der die drei Werftstandorte in Wismar, Rostock und Stralsund als MV Werften übernahm.

Nordic Yards ist seit dem Verkauf der deutschen Werften weiter aktiv bei Reparaturarbeiten im Offshore-Bereich.

Geschichte

Im Juni 2009 mussten die damaligen Wadan-Werften Insolvenz anmelden. Nach der Eröffnung des Verfahrens hatte der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Marc Odebrecht den Auftrag, für den gesamten Besitz (einschließlich Immobilien, Gebäude, Ausrüstung, Maschinen sowie geistiges Eigentum) einen Investor zu suchen. Am 15. August 2009 übernahm Nordic Yards im Rahmen eines Asset Deals die beiden Werften in Wismar und Warnemünde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gläubigerausschuss genehmigt Verkauf der Wadan Werften (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brinkmann-partner.de, Pressemitteilung der Kanzlei Brinkmann & Partner vom 17. August 2009.</ref> Alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer von Nordic Yards war der russische Investor Vitaly Yusufov ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).

Zum 1. Juni 2014 übernahm Nordic Yards für geschätzt fünf Millionen Euro die insolvente Volkswerft Stralsund.<ref>Insolvenzverwalter übergibt die Volkswerft an Yusufov. In: Täglicher Hafenbericht vom 3. Juni 2014, S. 1/2.</ref><ref>Nordic Yards übernimmt Volkswerft. In: Handelsblatt. Nr. 104 vom 2. Juni 2014, S. 19.</ref> Diese Stralsunder Werft bildete nun als Nordic Yards Stralsund GmbH den dritten Standort der Werftengruppe.

Im März 2016 bestätigte die Genting-Gruppe die Übernahme der drei Standorte für 230,6 Millionen Euro<ref>Asiaten kaufen Nordic Yards in Mecklenburg-Vorpommern. 2. März 2016, abgerufen am 2. März 2016.</ref>; im Juli gab Genting Hong Kong die Gründung der MV Werften mit Hauptsitz in Wismar bekannt.

Im Oktober 2021 gab Nordic Yards bekannt, an der Übernahme des Werftstandorts Stralsund und ggf. auch Warnemünde Interesse zu haben; demnach würde das Unternehmen dort Reparaturen durchführen und Offshore-Plattformen bauen lassen.<ref>Ostseezeitung. 29. Oktober 2021.</ref>

Produkte

Die Werften von Nordic Yards konzentrierten sich auf Spezialschiffe wie eisbrechende und eisgehende Schiffe, Spezial-Tanker, Fähren und Passagierschiffe (z. B. RoRo-Schiffe und RoPax-Fähren) sowie Offshore-Projekte (ortsfest und schwimmend).

Schiffe für den arktischen Einsatz / Spezialtanker

Datei:Stena Hollandica at Hoek van Holland Haven aerial photo.jpg
Die Stena Hollandica, gebaut von Nordic Yards

Nordic Yards baute und entwickelte Schiffe aller Eisklassen.

Fähren / Passagierschiffe

In den großen Werfthallen in Wismar und Warnemünde baute Nordic Yards von der Werft entwickelte Fähren und Passagierschiffe (z. B. RoRo-Schiffe und RoPax-Fähren). 2010 lieferte Nordic Yards die weltweit größten kombinierten Fracht- und Passagierfähren (= RoPax) Stena Hollandica und Stena Britannica an die schwedische Reederei Stena Line aus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New Stena Hollandica (Memento vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 1 MB), RoPax International Magazine for Ferry and RoRo Shipping</ref>

Offshore-Projekte

Nordic Yards entwickelte und baute Schiffe und Konstruktionen im Bereich Offshore (ortsfest und schwimmend). Die Werft übernahm auch die Konstruktion und Fertigung von Offshore-Plattformen und -Fundamentstrukturen. Bei der Kongressmesse BalticFuture 2011 in Rostock präsentierte Nordic Yards ein von der Werft entwickeltes Errichterschiff für die Errichtung von Offshore-Windparks (OWP).

Datei:Karte Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht.svg
Offshore-Projekte in der Deutschen Bucht

Nordic Yards baute an seinen Standorten u. a. drei Offshore-HGÜ-Konverter-Plattformen für Siemens Energy.

Ein weiteres Projekt gab das Unternehmen am 10. August 2012 bekannt. Nordic Yards hatte einen Vertrag zum Bau eines Wind Turbine Service Jack Up Vessel (WTSJUV) unterzeichnet. Auftraggeber war das dänische Unternehmen DBB Jack-Up Services A/S mit Sitz in Aarhus. Das Spezialschiff dient der Wartung von Offshore-Windenergieanlagen. Es wird 80 Meter lang, 32 Meter breit und über ein Jack-Up-System verfügen, kann also auf dem Meeresgrund auf vier Hubbeinen aufgestellt werden und mit einem Bordkran Windrad-Komponenten in einer Höhe von bis zu 100 Metern austauschen. Das Schiff ist für Arbeiten bei einer Wassertiefe von bis zu 45 Metern geeignet. DBB Jack-Up Services hat das Konzept des Schiffes auf Basis seiner Erfahrungen mit dem selbsterrichtenden Serviceschiff Wind entwickelt. Ein Designbüro aus Dänemark ist in die Erstellung des Designs involviert. Schwerpunkt des aktuellen Auftrags ist die Weiterentwicklung des Jack-Up-Systems, das das Schiff als Arbeitsplattform anhebt. Die Fertigung erfolgte an den Standorten in Rostock-Warnemünde und Wismar und dauerte etwa ein Jahr. Der Baubeginn war für Frühjahr 2013 geplant.<ref>Werft soll für Dänen Spezialschiff bauen. In: Hamburger Abendblatt vom 13. August 2012</ref>

Den bislang größten Auftrag der Firmengeschichte stellte die vierte HGÜ-Konverter-Plattform („DolWin gamma“, Offshore-Windpark Borkum Riffgrund#Bau 2)<ref>Offshore-Windpark: Konverterplattform eingerüstet. 31. Januar 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Januar 2024; abgerufen am 31. Januar 2024.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/allgemeinebauzeitung.de</ref> dar, diesmal für den französischen Energiekonzern Alstom Grid<ref>Auftrag für Konverterplattform von Alstom. In: Hansa, Heft 4/2013, Sonderteil Wind & Maritim, S. 21</ref>, der die Plattform elektrisch ausrüstet und an den Netzbetreiber TenneT liefert. Laut Medienberichten hat der Auftrag zur Herstellung und zur Ausrüstung, die außerhalb von Nordic Yards stattfinden wird, ein Volumen von insgesamt 800 Millionen Euro. Am 9. Oktober 2014 begann mit dem ersten Stahlschnitt auf der Warnemünder Werft der Bau der Plattform, für den Aufbau mit den Maßen 85 m Länge, 54 m Breite und 32 m Höhe wurden insgesamt mehr als 20.000 Tonnen Stahl verbaut.<ref>Peter Kleinort: Erster Stahlschnitt für „DolWin gamma“. In: Täglicher Hafenbericht vom 10. Oktober 2014, S. 3</ref> Auf der Stralsunder Werft begannen im November 2014 die Arbeiten zum Bau des Jacket-Fundamentes der Plattform.<ref>Werft schweißt ein Stück Zukunft. In: Täglicher Hafenbericht vom 19. November 2014, S. 4</ref> Die Plattform „DolWin gamma“ wurde im Juli 2017 neben der bereits bestehenden Konverterplattform „DolWin alpha“ installiert. Sie soll ab September 2018 die OWPs „Borkum Riffgrund 2“ und „Merkur Offshore“ ans deutsche Stromnetz anschließen.<ref>Wolfhart Fabarius: Nächster Meilenstein für Meereswindkraft · Projekt DolWin3 kommt entscheidend voran · Konverterplatform installiert · Effizient Übertragung. In: Täglicher Hafenbericht vom 13. Juli 2017, S. 1+4</ref><ref>Wolfhart Fabarius: „DolWin Gamma“ installiert. In: Täglicher Hafenbericht vom 12. Juli 2017, S. 16</ref>

Im September 2015 erwarb die Genting Hong Kong für 17,5 Mio. Euro eine Mehrheitsbeteiligung an der Lloyd-Werft.<ref>Pressemitteilung der Lloyd Werft: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Genting Hong Kong erwirbt Lloyd Werft Bremerhaven (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lloydwerft.com, 18. September 2015</ref><ref>Genting steigt bei Lloyd ein. In: Täglicher Hafenbericht vom 18. September 2015, S. 1</ref><ref>Lloyd Werft stellt Weichen für die Zukunft – Malaysischer Genting-Konzern übernimmt Anteile für 17,5 Millionen Euro. In: Täglicher Hafenbericht vom 21. September 2015, S. 1/3</ref> Anfang Januar 2016 erwarb Genting Hong Kong die restlichen Anteile an der Lloyd Werft Bremerhaven AG und der Lloyd Investitions- und Verwaltungs-GmbH.<ref>Genting Hong Kong kauft Lloyd-Werft komplett. 4. Januar 2016, abgerufen am 4. Januar 2016.</ref><ref>Frank Binder: Genting kauft Lloyd Werft komplett · Malaysischer Konzern übernimmt auch restliche Anteile im Wert von 16,47 Millionen Euro. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Januar 2016, S. 15</ref> Im März 2016 bestätigte die Genting Group die Übernahme der Nordic-Yards mit den dazugehörigen Werften für einen Kaufpreis von 230 Millionen Euro; geplant war zunächst der Zusammenschluss als Lloyd Werft Group mit Einbeziehung der Nordic-Yards. Im Juli 2016 wurden die drei Werften der Nordic Yards dann unter dem Namen MV Werften zusammengefasst.

Standorte

Datei:MTW Wismar.jpg
Nordic Yards Wismar
Datei:Rostock asv2018-05 img23 Warnow Werft.jpg
Nordic Yards Warnemünde
Datei:Stralsund, Volkswerft (2011-05-21).JPG
Volkswerft Stralsund

Die Grundstücke der drei Standorte wurden an Immobilienfirmen verkauft und anschließend gemietet.<ref>Nordic Yards stößt Grundstücke ab. In: Täglicher Hafenbericht vom 21. September 2015, S. 2</ref>

Nordic Yards Wismar

Standort: Wismar
Errichtet: 1946
Werftgelände: 560.000 m²
Baudock: 340 m × 67 m × 13,4 m (komplett überdacht)
Krankapazität: bis 1000 t

Nordic Yards Warnemünde

Standort: Rostock-Warnemünde
Errichtet: 1946 (ursprünglich 1928 als Kröger-Werft)
Werftgelände: 850.000 m²
Baudock: 320 m × 54 m × 10,7 m (80 m überdacht)
Krankapazität: bis 700 t

Nordic Yards Stralsund

Standort: Stralsund
Errichtet: 1941 als Kröger-Werft-Zweigwerk, seit 1948 als Volkswerft Stralsund

Forschung & Entwicklung

Nordic Yards präsentierte bei der Kongressmesse „BalticFuture 2011“ in Rostock und auf der internationalen Fachmesse „Nor-Shipping“ in Oslo ein Spezialschiff für die Errichtung von Offshore-Windparks. Durch die komplettierte Konstruktion des Errichterschiffes können an Land erstellte Windkraftanlagen zur Installation auf offener See transportiert und aufgebaut werden. Das Schwerlastschiff kann einzelne Bauteile für die Offshore-Windparks mit bis zu 1300 Tonnen transportieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Errichterschiffstyp für Offshore-Projekte präsentiert (Memento des Vorlage:IconExternal vom 17. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schiffundhafen.de, Schiff & Hafen (online) vom 18. Mai 2011</ref>

Darüber hinaus war Nordic Yards an dem Expertenbündnis POLAR („Production, Operation and Living in Arctic Regions“) mit Sitz in Rostock beteiligt. Ziel der Initiative, die 14 Partnerunternehmen umfasst, ist die gemeinsame Entwicklung von technischen Systemlösungen für die Gewinnung und Verarbeitung, den Transport sowie die Lagerung von Rohstoffen unter den Extrembedingungen der arktischen Regionen. POLAR wird im Rahmen der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorstellung der Initiative POLAR – Production, Operation and Living in Arctic Regions – Rostock (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unternehmen-region.de, abgerufen am 17. August 2011</ref>

Das Unternehmen war auch Mitglied im „Wind Energy Network Rostock e.V.“, einem Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordost-Region.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitgliederliste des Wind Energy Network Rostock e.V. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wind-energy-network.de, abgerufen am 17. August 2011</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />