Lauhala
Als Lauhala (Vorlage:HawS)<ref name="hala">hala. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> werden Flechtarbeiten aus den Blättern<ref name="lau">vgl. lau. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> von Schraubenbäumen in Hawaiʻi bezeichnet.
Arten
Die Hawaiier unterscheiden fünf Arten des Hala-Baumes (pū hala)<ref>vgl. pū hala. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> nach Farbe und Größe der Früchte:<ref name="Bird">A. J. Bird et al.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The craft of Hawaiian lauhala weaving ( vom 26. März 2013 im Internet Archive). Honolulu: University of Hawaii Press, 1982, S. 2</ref>
- hala ʻula (orangerot)
- hala lihilihi ʻula (rote Spitze, die zur Mitte hin gelb wird)
- hala ʻīkoi (nur an der Spitze hell orange)
- hala melemele (gelb)
- hala pia (nicht ganz weiße, kleine Frucht)
Flechtarbeiten
Die Anfänge der Lauhala-Flechtarbeiten liegen offenbar weit zurück, da Funde aus alten Grabhöhlen fast die gleichen Formen zeigen wie jüngere Gegenstände.<ref name="Bird" />
Hergestellt wurden unter anderem Fußbodenmatten, Schlafmatten, Fenstervorhänge, Dachinnenverkleidungen, Vorratskörbe, Segel, Hüte<ref>Eduard Arning: Ethnographische Notizen aus Hawaii 1883-86. Friederichsen, de Gruyter, 1931, S. 22 (Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde in Hamburg, Bd. 16)</ref> und Lendenschurze. Auch die Wände der Behausungen konnten mit lauhala verkleidet sein.<ref name="Bird" /><ref>Boden und Wände jedoch mit groben Matten aus „Lauhala-Pandanus“-Blättern überdeckt. Einige dieser Matten auf einander gelegt bilden ihre Schlafstätten. Bemittelte und Häuptlinge tragen grosse Sorgfalt, die Hütte mit besonders feinen Matten überziehen zu lassen, die sich auch durch besondere Geschmeidigkeit und Farbe auszeichnen. Jos Bechtinger: Ein Jahr auf den Sandwich-Inseln (Hawaiische Inseln). Wien, 1869, S. 146</ref>
Gegenstände aus lauhala und Rollen (kūkaʻa)<ref name="kukaa" /> mit zum Flechten vorbereiteten Blättern wurden für ethnologische Museen gesammelt.<ref>vgl.: Informationen zu Tasche in der Online-Datenbank der Staatlichen Museen zu Berlin; Informationen zu kūkaʻa in der Online-Datenbank der Staatlichen Museen zu Berlin</ref>
Während der Hawaiischen Renaissance wurde das Flechten mit lauhala wieder populär<ref>Edna Williamson Stall: The story of Lauhala. 2. Auf., Hilo, Hawaiʻi: Petroglyph Press, 2000, ISBN 0-912180-52-8, S. 7</ref> und heute werden auch nicht traditionelle Gegenstände hergestellt.
Nutzung anderer Pflanzenteile
Die gelben bis roten Teile der Frucht wurden für Leis oder als Pinsel zum Malen verwendet. Da das Wort hala auch Fehler, Irrtum oder Sünde bedeutet,<ref name="hala" /> trug man einen hala lei früher nicht bei wichtigen Vorhaben.
Wegen ihres Duftes nutzte man die männlichen Blüten (hīnano)<ref>hīnano. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> zum parfümieren von Tapa. Vor allem Puna auf der Insel Hawaiʻi war sprichwörtlich bekannt dafür.<ref>Puna paia ʻala i ka hala: Die Häuser von Puna duften nach hala (paia. In: Hawaiian Dictionaries.).</ref> Aus den Deckblättern wurden besonders feine Flechtarbeiten gefertigt (moena hīnano or ʻahu hīnano).<ref>hīnano. In: Hawaiian Dictionaries.</ref>
Die Spitzen der Luftwurzeln (uleule) fanden in der Medizin Anwendung.
Siehe auch
Literatur
- Brien A. Meilleur: Hala and Wauke in Hawaiʻi (= Bishop Museum bulletin in anthropology. Band 7). Bishop Museum Press, Honolulu 1997, ISBN 0-930897-96-X.
- Edna Williamson Stall: The story of Lauhala. 2. Auflage. Petroglyph Press, Hilo, Hawaiʻi 2000, ISBN 0-912180-52-8.
Weblinks
- Hawaiian Native Plant Propagation Database
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The craft of Hawaiian lauhala weaving ( vom 26. März 2013 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references />