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Apocynum

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Apocynum
Datei:Apocynum cannabinum 6801.JPG

Indianischer Hanf (Apocynum cannabinum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Apocynoideae
Tribus: Apocyneae
Gattung: Apocynum
Wissenschaftlicher Name
Apocynum
L.

Die Pflanzengattung Apocynum, auch Hundsgift genannt, gehört zur Unterfamilie der Apocynoideae innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Einige Arten wurden in der Volksmedizin verwendet und manche Inhaltsstoffe werden auch für die heutige Medizin untersucht.

Beschreibung

Datei:Lahore to Yārkand (17636347368).jpg
Illustration von Apocynum pictum
Datei:SpreadingDogbane.JPG
Gewöhnliches Hundsgift (Apocynum androsaemifolium)
Datei:Apocynum cannabinum fruits.jpg
Früchte vom Indianischen Hanf (Apocynum cannabinum)
Datei:Trachomitum venetum 1.jpg
Venezianisches Hundsgift (Apocynum venetum)

Habitus und Laubblätter

Apocynum-Arten wachsen terrestrisch meist als ausdauernde krautige Pflanzen oder manchmal als Sträucher. Die Wurzeln sind dünn. Die Pflanzen enthalten einen weißen (giftigen) Milchsaft. Bei den Keimlingen ist das Keimblatt (Kotyledon) etwa gleich lang wie die Keimwurzel.

Die meist gegenständig, selten wechselständig an der Sprossachse angeordneten Laubblätter sind einfach. Der Blattrand ist gezähnt. Nebenblätter sind vorhanden.

Blütenstände und Blüten

Die endständigen Blütenstände sind thyrsenartig.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die Kronblätter sind glocken- oder beckenförmig verwachsen mit weitgeöffnetem Schlund und sich nach rechts überdeckenden Kronlappen. Es ist nur der innere Kreis aus fünf Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind mit der Basis der Kronröhre verwachsen. Die Staubbeutel sind mit dem Stempel verwachsen.

Die beiden freien (apocarpen) Fruchtblätter sind halbunterständig. In jedem Fruchtblatt sind viele Samenanlagen enthalten. Es ist eine fleischiger, schuppiger Diskus vorhanden.

Früchte und Samen

Die Balgfrüchte sind schlank und enthalten viele Samen. Der Embryo ist gerade.

Systematik und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Apocynum umfasst die gemäßigten Gebiete Nordamerikas und Eurasiens. Es liegt also eine Holarktische Verbreitung vor.

Die Erstveröffentlichung des akzeptierten botanischen Gattungsnamens Apocynum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1 Seite 213. Typusart ist Apocynum androsaemifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Synonyme für Apocynum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Apocynastrum <templatestyles src="Person/styles.css" />Heist. ex Fabr., Cynopaema <templatestyles src="Person/styles.css" />Lunell, Poacynum <templatestyles src="Person/styles.css" />Baill. und Trachomitum <templatestyles src="Person/styles.css" />Woodson.<ref name="POWO" />

Die Gattung Apocynum gehört zur Tribus Apocyneae in der Unterfamilie Apocynoideae innerhalb der Familie Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).<ref name="GRIN" /> Apocynum ist die Typusgattung der Unterfamilie Apocynoideae und der Familie Apocynaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Juss.

Je nach Autor gibt es sechs<ref name="POWO" /> bis neun Arten in der Gattung Apocynum:<ref name="GRIN" />

  • Gewöhnliches Hundsgift<ref name="Zander2008" /> (Apocynum androsaemifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Sie ist mit sieben Unterarten in Nordamerika verbreitet.<ref name="POWO" />
  • Indianischer Hanf, Kanadischer Hanf, Amerikanischer Hanf, Indianerhanf oder Hanfartiger Hundswürger (Apocynum cannabinum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Apocynum suksdorfii <templatestyles src="Person/styles.css" />Greene, Apocynum sibiricum <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.): Sie ist in Kanada und den Vereinigten Staaten verbreitet.<ref name="POWO" />
  • Apocynum ×floribundum <templatestyles src="Person/styles.css" />Greene (= Apocynum androsaemifolium × Apocynum cannabinum, Syn.: Apocynum ×medium <templatestyles src="Person/styles.css" />Greene): Sie ist von Kanada bis zum nördlichen Mexiko weitverbreitet.<ref name="POWO" />
  • Apocynum pictum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrenk (Syn.: Apocynum hendersonii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook. f., Poacynum hendersonii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hook. f.) Woodson): Sie wächst in Salzwüsten, Wüstenrändern und an Flussufern. Das Verbreitungsgebiet reicht von Kasachstan und der Mongolei bis zu den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai und Xinjiang.<ref name="FoC1995" /><ref name="POWO" />
  • Venezianisches Hundsgift (Apocynum venetum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Trachomitum venetum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Woodson): Sie wächst in Salzwüsten (beispielsweise in der Wüste Lop Nor), Wüstenrändern, Sedimentationsgebieten und an Flussufern. Sie ist vom südlichen Mitteleuropa über Südwestasien, Russland, Indien, Pakistan, Japan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Henan, Jiangsu, Liaoning, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi sowie in Xinjiang weitverbreitet.<ref name="FoC1995" /><ref name="POWO" /> Je nach Autor gibt es zahlreiche Unterarten, darunter:
    • Apocynum venetum subsp. sarmatiense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Woodson) ined.: (Syn.: Apocynum sarmatiense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Woodson) Wissjul., Trachomitum sarmatiense <templatestyles src="Person/styles.css" />Woodson): Sie kommt von Ost- und Südosteuropa bis zum Iran vor.<ref name="POWO" />
    • Apocynum venetum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. venetum: Sie kommt nur in Italien vor.<ref name="POWO" />

Nicht mehr zur Gattung gehören:

  • Apocynum frutescens <templatestyles src="Person/styles.css" />L.Ichnocarpus frutescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.Br.
  • Apocynum nerium <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl.Anechites nerium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aubl.) Urb.

Inhaltsstoffe

Apocynin wurde 1883 vom deutschen Pharmakologen Oswald Schmiedeberg beschrieben, der es zum ersten Mal aus der Wurzel des Kanadischen Hanfes (Apocynum cannabinum) isolierte.<ref name="Schmiedeberg1883"> Otto Schmiedeberg: Über die wirksamen Bestandtheile der Wurzel von Apocynum canabinum L. In: Arch. Exp. Path. Pharm. Band 16, 1883, S. 161–164.</ref> Von dieser Art war bereits die Wirksamkeit gegen Ödeme und Herzbeschwerden bekannt. Die Droge heißt „Apocyni cannabini radix“. Es sind auch Cardenolidglycoside, wie Cymarin, Kautschuk (Bornesit) und fette Öle enthalten.<ref>H. C. Wood: A study of Apocynum cannabinum., In: J. Am. Med. Assoc. Band 43, 1904, S. 1953–1957; @1@2Vorlage:Toter Link/jama.ama-assn.orgAbstract (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot.</ref> Ähnlich in der Inhaltsstoffzusammensetzung ist auch Apocynum androsaemifolium.

Nutzung

Apocynum pictum und Apocynum venetum werden vielseitig verwendet: Die festen Bastfasern, die aus der inneren Rinde gewonnen werden, dienen der Herstellung von Kleidung, Stricken, Fischernetzen und hochwertigem Papier. Die Laubblätter enthalten bis zu 5 % Milchsaft (Latex), aus dem Gummi gewonnen wird, und eine Medizin, die als Sedativ und zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet wird. Bei dieser Art duften die Blüten, und sie wird als Bienentrachtpflanze angepflanzt.<ref name="FoC1995" /> Auch die Fasern von Apocynum cannabinum werden verwendet.

Quellen

  • Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae.: Apocynum, S. 181 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="POWO"> Apocynum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC1995"> Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae.: Apocynum, S. 181 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Apocynum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien