Tsatthoggua
| Tsatthoggua | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Marl, Deutschland |
| Genre(s) | Black Metal |
| Gründung | 1989, 2019 |
| Auflösung | 2000 |
| Website | www.tsatthoggua.de |
| Gründungsmitglieder | |
| North Wind | |
| Ishariatanas | |
Gitarre |
Nar Marratuk |
| False Prophet | |
| Lightning Bolt | |
| Ehemalige Mitglieder | |
Gitarre |
Perverted Pete (Patrick K.) |
Gitarre |
Quauthemoc |
Keyboard |
Serpent Of The Gate |
Tsatthoggua ist eine deutsche Black-Metal-Band aus Marl, die genreuntypisch ein BDSM-Image übernahm. Der Bandname ist dem Wesen Tsathoggua aus dem Cthulhu-Mythos entlehnt.
Bandgeschichte
1989 gründete sie sich in Marl, Nordrhein-Westfalen, unter dem Namen Dissection. Die Musiker, die nur unter Pseudonymen in Erscheinung traten, veröffentlichten mehrere Demoaufnahmen in Kleinstauflagen. Nachdem Dissection aus Schweden bekannt wurden, benannte man sich in Tsatthoggua um. Den Namen entlehnte man einem Roman von H. P. Lovecraft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Interview ( des Vorlage:IconExternal vom 4. November 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. mit Tsatthoggua</ref>
Ihr 1995er Demo Siegeswille sicherte ihnen einen Plattenvertrag beim französischen Label Osmose Productions. Dort erschien 1996 ihr Debütalbum Hosanna Bizarre. Am Album war eine Gastsängerin namens Nicole Szumiga beteiligt. Der schnelle und kompromisslose Black Metal im Stile von Blasphemy und Impaled Nazarene überraschte durch das Image der Band, das genreuntypisch an den BDSM angelegt war. So zeigt das Albumcover einen maskierten Mann, der eine Frau im weißen Kleid und mit Corpsepaint an einer Bondagehalskette hält. Auf der Rückseite zeigt sich die Szenerie andersherum. Die Texte dagegen beinhalten Black-Metal-typisch Lobpreisungen an Satan und Kritik am Christentum. Einige Shows im Vorprogramm von Atrocity und Therion steigerten den Bekanntheitsgrad der Formation. Im Jahre 1997 tourte man mit Marduk und Sear Bliss durch Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien und die Schweiz. Im Gegensatz zum Corpsepaint, das sie früher bei Auftritten benutzten, traten die Musiker in Leder- und Gasmasken auf.
1998 erschien das zweite Album Trans Cunt Whip, das von Peter Tägtgren in den Abyss-Studios abgemischt wurde. Im Gegensatz zum Debüt hatte man nun auch Texte über sado-masochistische Themen. Nach der EP German Black Metal (1999) löste sich die Gruppe auf. Ein Album mit dem Titel Extazia sollte 2000 auf Necropolis Records erscheinen, blieb jedoch bis dato unveröffentlicht.<ref>Ankündigung der CD Extazia</ref> Ein letzter Auftritt der Gruppe fand am 30. Dezember 1999 in Berlin statt. Bei diesem Auftritt spielten außerdem noch Sigh und Dies Ater.<ref>News auf der offiziellen Website vom 5. Dezember 1999</ref>
Lediglich „Perverted Pete“ war ebenfalls in den Bands Eternal Dirge und Ninnghizhidda und Markus Aust in Ninnghizhidda aktiv. Der Rest der Bandmitglieder trat nicht mehr in Erscheinung.
Im Dezember 2019 reformierte sich die Band in der Originalbesetzung und kündigte für 2020 Veröffentlichungen und Konzerte an. Aufgrund der Corona-Krise wurden die geplanten Konzerte jedoch abgesagt. Sänger North Wind erkrankte im März 2020 an Corona, wurde aber bereits im April als genesen aus der Quarantäne entlassen. Im Frühjahr 2020 erschienen die beiden Alben Hosanna Bizarre und Trans Cunt Whip erstmals als Vinyl-LPs auf ihrem alten Label Osmose Productions. Im August 2020 erschien eine Compilation Hallelujah Messiah (Mini-CD und 12"-EP) mit remasterten Songs vom ersten Demo Siegeswille (erschienen 1995) und von der German Black Metal-7"-EP (1999).
In einer Studie des Landesjugendamtes Hamburg aus dem Jahr 2006 zum Thema Esoterik und Okkultismus wird die Band zu strafbaren Handlungen wie Kirchenbrandstiftungen, Friedhofsverwüstungen und Morden innerhalb der Szene befragt und mit folgender Aussage zitiert:
„Kirchenbrandstiftungen finden wir cool! Das ist eine echt lockere Sache, die eine Menge Mut erfordert. Wie gern würde ich die Christenkirchen in unserer Stadt abfackeln. Leider müsste ich mit schweren Repressalien seitens des Staates rechnen. Da ich das Leben genieße und keinen Bock auf den Knast habe, lasse ich das lieber sein. Das Gesetz verbietet Vandalismus, und das ist eigentlich auch in Ordnung. Wir möchten ja auch nicht, dass jemand unser Haus anzündet. Mord ist eine diffizile Sache. […] Mord ist eine christliche Sache (Inquisition), die wir nicht gutheißen können. Der erhabene Mensch steht über solchen Gefühlen. Wir sind ganz klar gegen Mord und auch gegen die Todesstrafe.“<ref>Ingolf Christiansen, Rainer Fromm, Hartmut Zinser: Brennpunkt Esoterik Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus. Behörde für Inneres – Landesjugendbehörde, Hamburg Februar 2006 (uni-hamburg.de [PDF]).</ref>
Diskografie
Demos
- 1990: Maniac Depression (als Dissection, 50 Exemplare)
- 1992: Unrecognizable Human Form (als Dissection, 130 Exemplare)
- 1993: Hyperborea (als Dissection, Promo, 30 Exemplare)
- 1995: Siegeswille (Demo, 150 Exemplare/Promo-CD, 20 Exemplare)
Alben
- 1996: Hosanna Bizarre (Osmose Production)
- 1998: Trans Cunt Whip (Osmose Production)
- 2020: Hallelujah Messiah (Osmose Production, Compilation)
- 2024: We Are God (Osmose Production)
Sonstige Veröffentlichungen
- 1999: German Black Metal (7’’-EP, Osmose Production)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />