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Tetrachlorphenole

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Die Tetrachlorphenole bilden eine Stoffgruppe der Organochlorverbindungen, bestehend aus einem Benzolring mit vier Chloratomen (–Cl) und einer Hydroxygruppe (–OH) als Substituenten. Durch deren unterschiedliche Anordnung ergeben sich drei Konstitutionsisomere mit der Summenformel C6H2Cl4O.

Vertreter

Tetrachlorphenole
Name 2,3,4,5-Tetrachlorphenol 2,3,4,6-Tetrachlorphenol 2,3,5,6-Tetrachlorphenol
Andere Namen 2,3,4,5-TeCP
 
2,3,4,6-TeCP
Dowicide 6
2,3,5,6-TeCP
 
Strukturformel Datei:2,3,4,5-Tetrachlorophenol.svg Datei:2,3,4,6-Tetrachlorophenol.svg Datei:2,3,5,6-Tetrachlorophenol.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)
PubChem 21013 6028 13636
Summenformel C6H2Cl4O
Molare Masse 231,89 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Kurzbeschreibung farblose bis graue Kristallnadeln mit phenolartigem Geruch<ref name="GESTIS_o" /><ref name="GESTIS_m" /><ref name="GESTIS_p" />
Schmelzpunkt 69–70 °C<ref name="GESTIS_o">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 68 °C<ref name="GESTIS_m">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 113–114 °C<ref name="GESTIS_p">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Siedepunkt 164 °C (31 mbar)<ref name="GESTIS_o" /> 150 °C (21 mbar)<ref name="GESTIS_m" /> 288 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS_p" />
Dichte 1,6 g·cm−3 (80 °C)<ref name="GESTIS_o" /> 1,6 g·cm−3 (60 °C)<ref name="GESTIS_m" />
Löslichkeit < 1 g·l−1 (20 °C)<ref name="GESTIS_o" />
schwer löslich in Wasser
GHS-
Kennzeichnung

Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS_o" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS_m" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="GESTIS_p" />
H- und P-Sätze 301​‐​315​‐​318​‐​335​‐​410 301​‐​319​‐​315​‐​410 301​‐​335​‐​410
keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze
261​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352​‐​305+351+338 273​‐​301+310​‐​305+351+338​‐​501<ref name="Sigma2346">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref> 273​‐​301+310+330

Gewinnung und Darstellung

2,3,4,6-Tetrachlorphenol gilt als Verunreinigung in technischem Pentachlorphenol und entsteht bei dessen Herstellung als Nebenprodukt.

Eigenschaften

Die Siedepunkte der drei Isomere liegen relativ nah beieinander, während sich ihre Schmelzpunkte deutlicher unterscheiden. Das 2,3,5,6-Tetrachlorphenol, welches die höchste Symmetrie aufweist, besitzt den höchsten Schmelzpunkt. Die Tetrachlorphenole sind schwer löslich in Wasser und reagieren in Lösung schwach sauer.

Verwendung

2,3,4,6-Tetrachlorphenol gehört zur Klasse der substituierten Phenolverbindungen, die in industriellen Anwendungen wie der Synthese von Pestiziden, Farbstoffen, Medikamenten, Kunststoffen usw. weit verbreitet sind.<ref name="Sigma2346" /> Die Verbindung wird auch als Desinfektionsmittel und Schutzmittel (Fungizid<ref>Robert A. Lewis: Hawley's Condensed Chemical Dictionary. John Wiley & Sons, 2016, ISBN 978-1-119-19372-2 (books.google.com).</ref>) für Holz, Latex und Leder eingesetzt.<ref>Sub Ramamoorthy, E. G. Baddaloo, Sita Ramamoorthy: Handbook of Chemical Toxicity Profiles of Biological Species. CRC Press, 1995, ISBN 978-1-56670-014-6, S. 149 (books.google.com).</ref> Natrium-2,3,5,6-tetrachlorphenolat (das Natriumsalz von 2,3,5,6-Tetrachlorphenol, CAS-Nummer: Vorlage:CASRN) wird als Fungizid eingesetzt.<ref>2,3,4,6-Tetrachlorophenol (SpecLab)</ref>

Sicherheitshinweise

Bei der Zersetzung von Tetrachlorphenolen entsteht Chlorwasserstoff und andere hochgiftige Chlorprodukte wie PCDD/PCDF. Die Verbindungen sind sehr giftig für Wasserorganismen.

Literatur

  • Jennifer M. Gee, J. L. Peel: Metabolism of 2,3,4,6-Tetrachlorophenol by Micro-organisms from Broiler House Litter. In: Microbiology. Band 85, Nr. 2, 1974, S. 237–243, doi:10.1099/00221287-85-2-237 (freier Volltext).

Einzelnachweise

<references />