Josef Lasser von Zollheim
Joseph Wolfgang Adam Lasser Ritter von Zollheim, ab April 1867: Lasser Freiherr von Zollheim (* 30. September 1814<ref name="musiklexikon">Lasser von Zollheim, Wolf Adam Joseph Freiherr. In: Oesterreichisches Musiklexikon online</ref> in Weißenbach bei Strobl; † 18. oder 19. November<ref name="SN"/> 1879 in Wien) war ein österreichischer Jurist und Politiker.
Herkunft
Josef Lasser entstammt dem alten osttirolisch-salzburgischen Rittergeschlecht der Lasser von Zollheim. Er kam 1814<ref>http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/strobl/TFBI+/?pg=115</ref><ref>http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/strobl/RegTFBI%25E2%2580%2593III/?pg=1</ref> im Hammerwerk Weissenbach bei Strobl auf die Welt.<ref name="Pflugbeil 2006">Ernst Pflugbeil, Rudolf Kwisda: Beitrag zur Geschichte der Forstverwaltungsgebäude und der Forstorganisation der Österreichischen Bundesforste im Land Salzburg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 146 (2006), Beitrag Ehemalige Forstverwaltung Strobl. (Ernst Pflugbeil), S. 201–202, ganzer Artikel S. 177–208, Vorlage:ZOBODAT – dort S. 25f.</ref> Seine Eltern waren Benedikt Ritter Lasser von Zollheim (1780–1839) und dessen Ehefrau Catharina Steger (1778–1843). Sein Vater war Werkführer, später Verwalter des Eisenhammerwerks in Stobl.
Leben und Schaffen
Lasser studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und wurde 1838 promoviert. Er trat dann in den Staatsdienst. Im Jahr 1848 wurde er sowohl in die Frankfurter Nationalversammlung als auch in den Reichstag gewählt, wobei er sich für letzteren entschied. In der Frage der Grundentlastung setzte er hier eine Entschädigung der Grundherrschaften durch. Er war federführend in der Abfassung und Umsetzung des Gesetzes vom 7. September 1848 betreffend die Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses (Bauernbefreiungsgesetz).<ref name="musiklexikon"/>
Unter Stadion und Bach war er im Innenministerium tätig. 1860 wurde er zum Minister ohne Portefeuille ernannt,<ref name="SN"/> von 20. Oktober 1860 bis 4. Februar 1861 war er Minister der Justiz, danach bis 27. Juli 1865 im Staatsministerium (Staatsminister: Anton von Schmerling) Minister (Leiter der Abteilung für politische Verwaltung).
Von 1868 bis 1870 war er Statthalter in Tirol.
1861 bis 1871 war er auch liberaler Abgeordneter zum Salzburger Landtag, für Zell am See und dann für den Großgrundbesitz (1., 2. und 3. Wahlperiode)<ref name="SN"/>, wo er am 10. April 1861 zum Abgeordneten im Reichsrat gewählt wurde.<ref>Oesterreichische Monarchie. (…) Salzburg, 10. April. (…). In: Das Vaterland, Nr. 83/1861 (II. Jahrgang), 11. April 1861, S. 2, oben rechts. (online bei ANNO).</ref> Später wechselte er in den Landtag von Oberösterreich (5. Wahlperiode) und wurde auch in das Abgeordnetenhaus des Reichsrates gewählt.
Im Jahr 1871 wurde er als k. k. Innenminister eine führende Persönlichkeit im Kabinett Auersperg. 1878 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses ernannt.
Zu seinen Leistungen gehören als Justizminister die „Lasser’schen Artikel“, die eine Veröffentlichung von Mitteilungen über ein schwebendes Gerichtsverfahren verboten (RGBl. Nr. 8/1862, bis 1981 in Kraft),<ref name="SN"/> als Innenminister die liberal geprägte Wahlrechtsreform.<ref name="SN"/>
Würdigung
Freiherr von Lasser war Ehrenbürger von Salzburg, Innsbruck (1869), Bad Ischl (1871) und Steyr (1873).
Familie
Er heiratete 1849 Antonie Hipper von Hippersthal (* 23. August 1830), eine Tochter des Appellationsgerichts-Vizepräsidenten des Freiherren Anton Hipper von Hippersthal († 1835). Das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter:
- Oskar Wolf Adam (* 12. November 1851)
- Sidonia (1853–1859)
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Lasser zu Zollheim, Joseph Ritter von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 14. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 174–179 (Digitalisat).
- Franz Schweinbach: Über die Verleihung der salzburgischen Landmannschaft an die Familie Lasser v. Zollheim. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Jahrgang 1871, (Band XI), S. 38–57. (online bei ANNO).
- Franz Philipp von Sommaruga: Lasser: Josef Freiherr Lasser von Zollheim. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 790–792.
- Cornaro-Falser: Lasser von Zollheim Josef Frh.. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 35.
- Helmut Rumpler: Lasser von Zollheim, Josef Freiherr. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 13. Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. 1872, Zwei und zwanzigster Jahrgang S. 362.
Weblinks
- Lasser, Josef Ritter von, Freiherr von (1867) Zollheim Dr. iur. Kurzbiografie auf der Website des Österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
<references> <ref name="SN">Josef Freiherr Lasser von Zollheim. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.</ref> </references>
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Vorlage:Klappleiste/Anfang Bernhard von Rechberg
Karl Ludwig von Bruck | August von Degenfeld-Schonburg | Agenor Gołuchowski der Ältere | Joseph Alexander von Helfert | Alexander von Hübner | Josef Lasser von Zollheim | Karl Mecséry de Tsoór | Franz Seraphin von Nádasdy | Ignaz von Plener | Anton von Schmerling | Antal Szécsen | Adolf von Thierry | Leo von Thun und Hohenstein Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Rainer von Österreich
Friedrich Moritz von Burger | August von Degenfeld-Schonburg | Moritz Esterházy de Galantha | Karl von Franck | Franz von Hein | Ludwig von Holzgethan | Josef Kalchegger von Kalchberg | Josef Lasser von Zollheim | Karl Mecséry de Tsoór | Alexander von Mensdorff-Pouilly | Ignaz von Plener | Adolf Pratobevera von Wiesborn | Bernhard von Rechberg | Anton von Schmerling | Antal Szécsen | Matthias Constantin Capello von Wickenburg Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Alexander von Mensdorff-Pouilly
Friedrich Moritz von Burger | Moritz Esterházy de Galantha | Karl von Franck | Franz von Hein | Ludwig von Holzgethan | Josef Kalchegger von Kalchberg | Josef Lasser von Zollheim | Karl Mecséry de Tsoór | Anton von Schmerling
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Ministerpräsident: Adolf von Auersperg
Minister: Anton von Banhans | Johann von Chlumecký | Hieronymus Ferdinand Rudolf von Colloredo-Mannsfeld | Julius Glaser | Ludwig von Holzgethan | Julius von Horst | Josef Lasser von Zollheim | Sisinio von Pretis-Cagnodo | Karl von Stremayr | Joseph Unger | Florian von Ziemialkowski
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Landespräsident (Landeschef, Statthalter): Gourcy-Droitaumont (interim bis 6/1861) | Spiegelfeld (bis 4/1863) | Taaffe (bis 1/1867)
Landeshauptmann (Landtagspräsident, Landesausschussvorsitzender): Weiß • Stellvertreter: Mertens
Virilstimme: Tarnóczy
Landesausschuss: Gotter (bis 7/1865) | Halter | Lainer (ab 7/1865) | Peitler | Schgör • Stellvertreter: Eder (ab 12/1865) | Kalteis | Lainer (bis 7/1865) | Rauchenbichler | Stieger (ab 7/1865) | Widmann (ab 1/1863) | Zeller (bis 1862)
Reichsratsabgeordnete: Eder | Gschnitzer | Lasser • Stellvertreter: Mertens | Steinacher
Weitere Landtagsabgeordnete: Biebl | Embacher | Mailinger | Mayer | Moser | Pantsch (bis 1863) | Pichler (bis 1861, ab 1865) | Salzmann (ab 1864) | Scharler | Schitter (bis 2/1864) | Schleindl (ab 11/1865) | Steinhauser (ab 11/1865) | Stöger (1/1863 bis 9/1865) | Weber (bis 1862) | Winkler
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Landespräsident (Landeschef, Statthalter): Coronini-Cronberg (bis 9/1869) | Gourcy-Droitaumont (bis 2/1870) | Auersperg
Landeshauptmann (Landtagspräsident, Landesausschussvorsitzender): Weiß • Stellvertreter: Mertens
Virilstimme: Tarnóczy
Landesausschuss: Chiari (ab 9/1869) | Harrer | Halter (bis 1869) | Kalteis | Peitler • Stellvertreter: Hueber (ab 9/1869) | Kofler | Prinzinger (bis 3/1869) | Rauchenbichler | Steinhauser
Reichsratsabgeordnete: Gschnitzer | Lasser | Stieger
Weitere Landtagsabgeordnete: Biebl | Eder | Embacher | Fuchs (bis 2/1869) | Gruber (ab 8/1868) | Haidinger | Pritz | Salzmann | Scharler | Sigl | Steinacher | Stirner (bis 1867) | Thalmayr | Wallner
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Landespräsident (Landeschef, Statthalter): Auersperg
Landeshauptmann (Landtagspräsident, Landesausschussvorsitzender): Weiß • Stellvertreter: Halter
Virilstimme: Tarnóczy
Landesausschuss: Harrer | Kofler | Lienbacher M. | Peitler • Stellvertreter: Chiari | Hueber | Lienbacher G. | Wegscheider
Reichsratsabgeordnete: Halter | Gschnitzer | Lasser
Weitere Landtagsabgeordnete: Buchner | Bürgler | Eder | Embacher | Frauenschuh (bis 8/1870) | Hassauer | Rehrl | Salzmann | Scheibl | Schleindl | Schmued | Sigl | Steinhauser
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Cajetan Alexander Graf von Bissingen und Nippenburg (auch Landeshauptmann) | Karl Ludwig von Österreich
Karl Johann Prinz von Lobkowitz | Georg von Toggenburg | Josef Lasser von Zollheim | Kaspar von Lodron-Laterano | Eduard Graf Taaffe | Johann Ritter von Vorhauser | Bohuslav von Widmann | Franz Karl Graf von Merveldt | Erwin von Schwartzenau | Markus von Spiegelfeld | Friedrich von Toggenburg | Rudolf Graf von Meran
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lasser von Zollheim, Josef |
| ALTERNATIVNAMEN | Lasser Freiherr von Zollheim, Josef Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Jurist und Politiker, Landtagsabgeordneter |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1814 |
| GEBURTSORT | Strobl |
| STERBEDATUM | 18. November 1879 oder 19. November 1879 |
| STERBEORT | Wien |
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