Victor Surbek wurde als Sohn von Victor Surbek, der von 1890 bis 1920 Chefarzt des Inselspitals war,<ref>Den Namen gab: Viktor Surbek (1885–1975). Anne-Marie Dubler, Rune Aaslid, 9. März 2007, abgerufen am 30. August 2019 (Anmerkungen über Surbek auf der Website von Anne-Marie Dubler).</ref> geboren. 1893 zog er nach Bern und besuchte das dortige Literargymnasium. An der Gewerbeschule besuchte er die Freikurse Aktzeichnen und Landschaftsmalerei. Durch Ernst Linck kam er in Kontakt zur Malerei und entschied sich für den Beruf des Kunstmalers. Von 1904 bis 1906 besuchte er die Kunstgewerbeschule in München. Es folgten Weiterbildungen an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (1907–1909) und an der Académie de la Grande Chaumière in Paris (1909–1911). Dort lernte er seine spätere Frau, die Malerin Marguerite Frey kennen, die er 1914 heiratete. Mit ihr zusammen führte Surbek von 1915 bis 1931 in Bern eine eigene Malschule.
Surbek war Präsident der GSMBA (Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten), Sektion Bern. 1918 setzte er sich in dieser Funktion für die Gründung der Kunsthalle Bern ein. Ab 1919 hatte er ein Atelier im Landhaus der Eltern in Iseltwald am Brienzersee, wo er häufig den Sommer verbrachte. Zudem unternahm er zusammen mit seiner Frau zahlreiche Reisen durch Europa, Amerika und Afrika.
Surbek war mit René Gardi befreundet und begleitete ihn für drei Wochen nach Kamerun. Dort schuf er zahlreiche Aquarelle, Oelbilder, Feder- und Tuschzeichnungen, Lithografien und Radierungen<ref>Schweizer Kunst: Surbek in Kamerun. Abgerufen am 28. November 2019.</ref>. 1930 lud er Max Böhlen ein, mit ihm für zwei Monate nach Korsika zu reisen.<ref>Max Huggler: Max Böhlen. Huber, Frauenfeld 1973, ISBN 3-7193-0466-3 (mit Werkeverzeichnis), S. 124 f.</ref>
Surbeks erste Teilnahme an einer international bedeutenden Ausstellung war die Teilnahme an der Biennale Venedig 1920. Die Eidgenössische Kunstkommission führte 1920 eine Vor-Ausstellung in der Berner Kunsthalle durch. Dort waren 38 Schweizer Künstler mit 172 Werken vertreten. Giovanni Giacometti hatte die Aufgabe, die Werke für Venedig auszuwählen, darunter war auch ein einzelnes Bild von Surbek. Auch 1926, 1936, 1938 konnte Surbek an der Biennale in Venedig teilnehmen.<ref>Cäsar Menz: Die Teilnahme der Schweiz an den Biennalen von Venedig und Säo Paulo, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Heft 4, 43/1986</ref> Für die Trinkbrunnenhalle der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden schuf Surbek 1933 das Wandgemälde Die vier Jahreszeiten.<ref>Fricktaler Museum: Wandgemälde in der Trinkhalle, 1933. Abgerufen am 16. Oktober 2019.</ref><ref>Schweizerische Bauzeitung, 1934: Kurbrunnenanlage in Rheinfelden. Abgerufen am 16. Oktober 2019.</ref> Surbek malte für die Schweizerische Landesausstellung 1939 in Zürich zwei monumentale Gemälde: Das erste mit dem Titel Holzhauer im Winterwald war in der Eingangshalle der Ausstellung Unser Holz zu sehen.<ref>Fotos mit Ausschnitten bei www.mural.ch: [1]</ref> Zusammen mit seiner Frau, sowie mit Martin Christ und Herold Howald, gestaltete er ein 200 Meter breites Wandgemälde mit dem Titel Schweizer Landschaften für die Halle Strassenverkehr.<ref>Fotos mit Ausschnitten bei www.mural.ch: [2]</ref> Dies blieb das einzige Werk, das das Ehepaar Surbek gemeinsam anfertigte. Das Paar malte sonst nur im Frühling gemeinsam in Iseltwald, das restliche Jahr verbrachten die Surbeks in der Berner Altstadt in getrennten Ateliers. Sie wollten auch nicht gemeinsam ausstellen.<ref>Markus Schneider: Die Surbeks, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich 2014 ISBN 978-3-85881-441-8</ref> In seinen letzten Lebensjahren pflegte Surbek freundschaftlichen Kontakt zum Arzt und Maler Bendicht Friedli.
Victor Surbek malte oft Gebirgslandschaften und Berner Stadtansichten in Öl. Das malerische Werk mit seinen eher zurückhaltenden Farben und klaren Linien ist von der Zeichnung und der Druckgrafik beeinflusst. Auch Porträts und Figurenkompositionen zählten zum Repertoire.
Bekannt geworden ist Surbek durch seine Schulwandbilder, die vom Schweizerischen Lehrerverein im Ingold-Verlag herausgegeben wurden. Sie dienten zur Veranschaulichung geologischer Phänomene in den Alpen. 1930 erhielt er den Auftrag, die Westfassade des Berner Zytgloggeturmes mit dem Zifferblatt neu zu gestalten.<ref>Zifferblätter am Zytgloggeturm in Bern, abrufbar auf: [3]</ref> 1932 entstand das Bild Tafelrunde, das einen Kreis von Künstlern und Kunstinteressierten dokumentiert, der sich jeden Donnerstag im Café Harmonie in Bern traf. Darunter die Maler Herold Howald, Paul Zehnder, Max Böhlen, den Kunsthistoriker Wilhelm Stein und den Bildhauer Max Fueter zeigt.
1938 gestaltete Victor Surbek gemeinsam mit Hans Erni Teile der 4. Banknoten-Serie, wobei Surbek die 100-Franken-Note entwarf. Bei dieser Serie handelt es sich um eine nie ausgegebene Reserve-Serie. Sie wurde unter anderem zurückgezogen, weil ein Luzerner Parlamentarier Einspruch erhob, dass „ausgerechnet ein Kommunist wie Erni“ diesen Auftrag erhalten soll.<ref>Kleine Geschichte der Schweizer Banknoten, abrufbar auf: [4]</ref>
Schüler
In seiner Malschule in Bern unterrichtete Surbek von 1915 bis 1931 unter anderem Serge Brignoni, Max Böhlen, Ernst Braker, Roman Tschabold<ref>Biffiger, Steffan: Roman Tschabold, 1900–1990: Leben und Werk, Benteli Verlag Wabern/Bern 2000, ISBN 978-3-7165-1235-7 und Internetseite www.romantschabold.ch</ref> und Helene Pflugshaupt<ref>Referenz zu Helene Pflugshaupt siehe: Peter Killer, Hans Suter: Helene Pflugshaupt, S. 32, Stämpfli 1994.</ref>.
Kunsthaus Zürich (mit Max von Mühlenen u. a.), 1940<ref>Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich: 11 Berner Künstler, vom 27. April 1940 bis 2. Juni 1940</ref>
IX. Schweizerische Ausstellung Alpiner Kunst der GSMBA, St. Gallen 1958<ref>Zürcher/Weisskönig, Ausstellungsheft zur Ausstellung der GSMBA in St. Gallen vom 17. Mai bis zum 15. Juni 1958</ref>
Schulhaus Iseltwald, zusammen mit Marguerite Frey-Surbek, Herausgabe der Biografie von Markus Schneider Die Surbeks, 2014<ref>Informationen zur Ausstellung abrufbar auf: [6]</ref>
Kunstmuseum Thun: „Bilder erzählen“, 2017, Gruppenausstellung mit Werken aus der Sammlung
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)
Irrfahrten und Heimkehr des Odysseus (1928), fünf Wandbilder im Gymnasium Kirchenfeld Bern, Mitteltrakt drittes Geschoss<ref>Abbildungen auf: [7]</ref><ref>Viktor Surbek: Beschwörung des Teiresias. Abgerufen am 6. Dezember 2019.</ref><ref>Viktor Surbek: Heimkehr des Odysseus. Abgerufen am 6. Dezember 2019.</ref><ref>Viktor Surbek: Meerfahrt. Abgerufen am 6. Dezember 2019.</ref>
Beginn der Zeit (1930), Zytglogge-Turm Westfassade, Bern
Die vier Jahreszeiten (1934), Wandbild für die Trinkhalle der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden
Die vier Jahreszeiten (1951), Wandbild im Versammlungssaal des Tiefenauspital, Bern<ref>Max Huggler: Wandbild, Tiefenauspital. Abgerufen am 28. November 2019.</ref>