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Herbert von Einem

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Herbert Günther Emilius von Einem<ref>Redaktionsbüro Harenberg: Knaurs Prominentenlexikon 1980. Die persönlichen Daten der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Mit über 400 Fotos. Droemer Knaur, München/Zürich 1979, ISBN 3-426-07604-7, Einem, von, Herbert Günther Emilius, S. 99.</ref> (* 16. Februar 1905 in Saarburg in Lothringen; † 5. August 1983 in Göttingen) war ein deutscher Kunsthistoriker.

Datei:Grab Herbert von Einem.jpg
Das Grab von Herbert von Einem und seiner Ehefrau Lotte geborene Jarres auf dem Waldfriedhof Duisburg

Leben und Werk

Herbert von Einem war das dritte Kind des preußischen Ulanenoffiziers und späteren Oberstleutnants Hans Ferdinand Herbert James von Einem (1873–1944) und dessen Ehefrau Margarete geb. Rocholl geboren. Er selbst schrieb sich zunächst für Rechtswissenschaft ein, wechselte aber 1923 zur Kunstgeschichte, die er an den Universitäten Göttingen, Berlin und München studierte. 1928 wurde er bei Georg Graf Vitzthum, dem Leiter des kunsthistorischen Seminars in Göttingen promoviert.<ref>Thema der Dissertation: Die Plastik der Lüneburger Goldenen Tafel.</ref>

1935 habilitierte er sich an der Universität Halle<ref>Habilitationsschrift: Carl Ludwig Fernow. Eine Studie zum deutschen Klassizismus.</ref>, wurde 1937 Assistent bei Vitzthum in Göttingen und 1938 dort Privatdozent. In einer Schrift setzte von Einem sich für eine völkisch definierte Kunstgeschichte ein.<ref>Herbert von Einem, Aufgaben der Kunstgeschichte in der Zukunft, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, 5, 1936, 1–6.</ref><ref>Olaf Peter: Kunstgeschichte im „Dritten Reich“: Theorien, Methoden, Praktiken, Band 1 von Schriften zur modernen Kunsthistoriographie, Akademie Verlag, 2008, ISBN 978-3-05-004448-4, S. 236.</ref> Von 1943 bis 1945 erhielt er eine ordentliche Professur an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald, die er infolge des Krieges nur sporadisch wahrnahm. 1943 wurde er Mitglied des NS-Dozentenbundes.

Nach dem Krieg lehrte er kurze Zeit in Hamburg, 1946 wurde er auf den Frankfurter Lehrstuhl am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt am Main berufen<ref>Herbert von Einem im Munzinger-Archiv, abgerufen am 2. Februar 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> und übernahm 1947 eine ordentliche Professur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort leitete er (neben Heinrich Lützeler (1902–1988)) das Institut für Kunstgeschichte, das er in den folgenden Jahren erheblich ausbaute.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetseite des Instituts für Kunstgeschichte, Bonn (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.khi.uni-bonn.de.</ref> Mit Lützeler war er bis 1971 Herausgeber der Bonner Beiträge zur Kunstwissenschaft. 1970 wurde er emeritiert. Zu seinen Schülern gehört Reiner Haussherr.

Von Einem wurde 1953 zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.<ref>Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 75.</ref> Seit 1963 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.<ref>Mitgliedseintrag von Herbert von Einem (mit Link zu einem Nachruf) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 1. Februar 2017.</ref>

Ein Teil des schriftlichen Nachlasses Herbert von Einems wird im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg verwahrt.<ref>Archiv für Bildende Kunst - Germanisches Nationalmuseum (Einem, Herbert von, II,B-9). In: dka.gnm.de. Germanisches Nationalmuseum Stiftung des öffentlichen Rechts, abgerufen am 22. Oktober 2024.</ref>

Ehrungen

Veröffentlichungen

  • Caspar David Friedrich, Rembrandt-Verlag, 1938 (mehrere Auflagen bis 1958).
  • Beiträge zu Goethes Kunstauffassung, von Schröder, Hamburg, 1956.
  • Deutsche Malerei des Klassizismus und der Romantik, 1760–1840, Beck, München, ISBN 978-3-406-03206-6.
  • Michelangelo. Bildhauer, Maler, Baumeister, Gebr. Mann, Berlin, 1959 (mehrere Auflagen bis 1984, übersetzt in fünf Sprachen).
  • Holbeins „Christus im Grabe“ (= Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Jahrgang 1960, Nr. 4).
  • Die „Verklärung Christi“ und die „Heilung des Besessenen“ von Raffael (= Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Jahrgang 1966, Nr. 5).
  • Das Programm der Stanza della Segnatura im Vatikan, Westdeutscher Verlag, Opladen, 1971.
  • Giorgione: der Maler als Dichter, Verlag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, In Kommission bei F. Steiner, Mainz-Wiesbaden, 1972.
  • Die Medicimadonna Michelangelos, Westdeutscher Verlag, Opladen, 1973.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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