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Calciumwolframat

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Strukturformel
Calciumion Orthowolframation
Allgemeines
Name Calciumwolframat
Andere Namen

Kalziumwolframat

Summenformel CaWO4
Kurzbeschreibung

weißliches, geruchloses Pulver<ref name="Alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-219-4
ECHA-InfoCard 100.029.291
PubChem 6101758
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 287,93 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,06 g·cm−3<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Schmelzpunkt

1620 °C<ref name="Alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser<ref name="Alfa" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Alfa" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="Alfa" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Calciumwolframat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Wolframate.

Geschichte

Das im Englischen und Französischen für Wolfram gebräuchliche Wort tungsten leitet sich von tung sten (schwedisch für „schwerer Stein“) ab, womit ursprünglich Calciumwolframat gemeint war. In diesem erkannte 1781 der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele ein bis dahin unbekanntes Salz und entdeckte so das Element Wolfram.

Vorkommen

Natürlich kommt Calciumwolframat in Form des Minerals Scheelit bzw. als Mischkristall in Powellit und in Spuren in Wolframit vor. Es dient in dieser Form zur Herstellung von reinem Wolfram über Natriumwolframat.<ref>Herbert Brintzinger, Fritz Rausch, Martin Backhausen: Ein neues Verfahren zur Gewinnung von Wolframsäure aus Schlacken und Erzen. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 254, Nr. 5–6, 1947, S. 287–288, doi:10.1002/zaac.19472540506.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Calciumwolframat kann durch eine tribochemische Reaktion aus Calciumoxid und Wolfram(VI)-oxid dargestellt werden.<ref name="DOI10.1002/zaac.19713820209">Rainer Albrecht, Harald Häusler, Rolf Möbius: Darstellung von Calcium- und Strontiumwolframat durch tribochemische Reaktion. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 382, 1971, S. 177, doi:10.1002/zaac.19713820209.</ref>

<math>\mathrm{ CaO + WO_3 \ \longrightarrow{}\ CaWO_4}</math>

Verwendung

Calciumwolframat ist der älteste und ein auch heute noch verwendeter Röntgenleuchtstoff z. B. für Röntgenuntersuchungen (auch als Verstärkungsfolie) in der Medizin und in der Dünnschichtchromatografie.<ref>Degenhardt 1983</ref><ref> Werner Schlungbaum, Medizinische Strahlenkunde, ISBN 3110128500</ref> Dies fanden Mitarbeiter von Thomas E. Edison schon im März 1896 heraus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Röntgenkurs Script (Memento vom 25. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,2 MB)</ref> Er ist ein sogenannter „Reinstoffphosphor“, weil er keiner Aktivierung durch Fremdatome bedarf und unter Röntgenbestrahlung blau-violett leuchtet. Sein Emissionsspektrum reicht von 380 nm bis etwa 500 nm, mit einem Maximum bei 425 nm, also ein Bereich, in dem der herkömmliche (unsensibilisierte) Röntgenfilm besonders empfindlich ist. Der mittlere Durchmesser der kristallinen Körner beträgt 4 µm.<ref>Freyschmidt 1981</ref><ref>Rother, Uwe Jörg: Das Dosisflächenprodukt bei verschiedenen Film-Folien-Kombinationen und der digitalen Panoramatechnik. urn:nbn:de:gbv:18-7246</ref> Es wird jedoch heute weitgehend von neuen Substanzen auf der Basis von Seltenerdenverbindungen abgelöst. Es dient als Legierungsmaterial auch zur Veredlung von Stahl (Wolframstähle)<ref>Eintrag zu Wolfram. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> und mit Terbium dotiert dient es auch als Halbleitermaterial.

Calciumwolframat findet auch in 300 g großen Kristallen im CRESST-Experiment Anwendung. Eine Internationale Gruppe von Physikern versucht mit Hilfe dieser Kristalle die Existenz von sogenannten WIMPs, eines Konstituenten der Dunklen Materie, direkt nachzuweisen.<ref name="cresst">cresst.de: CRESST: The Experiment, abgerufen am 26. Februar 2015</ref>

Literatur

  • A. Ievinš, V. Grinšteins: Zur Bestimmung des Calciums als Wolframat. In: Zeitschrift für Analytische Chemie. 124, 1942, S. 288, doi:10.1007/BF01391852.

Einzelnachweise

<references />