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Daumenbremse

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Die Daumenbremse am Motorrad ist eine Entwicklung aus dem Straßenrennsport. Der Daumenbremshebel ist auf der linken Seite des Lenkers, unterhalb des Handgriffs angebracht. Mit dem Daumen der linken Hand wird ein Druck auf den Bremshebel ausgeübt, wodurch über einen Daumenbremszylinder die Hinterradbremse aktiviert wird. Ein 3-Wege-Ventil ermöglicht es, die Fußbremse mit einer Daumenbremse zu kombinieren. So ist es möglich, an jedem Motorrad eine Daumenbremse nachzurüsten, ohne auf den Fußbremszylinder zu verzichten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SPIEGLER Bremstechnik: Funktion der Daumenbremse (Memento vom 16. Februar 2010 im Internet Archive)</ref>

Die Daumenbremse wurde erstmals in den 1980er Jahren von dem US-amerikanischen Motorradrennfahrer Freddie Spencer verwendet. Bekannt wurde sie durch den fünffachen 500er-Weltmeister Mick Doohan, der seinen rechten Fuß verletzungsbedingt nicht mehr zur Betätigung der Hinterradbremse einsetzen konnte und sie seither mit dem Daumen betätigte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Michael Doohan, (Memento vom 17. August 2013 im Internet Archive) abgerufen am 12. Februar 2010</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.hardy-sbk.ch50 Jahre Honda Racing (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, abgerufen am 12. Februar 2010</ref>

Üblicherweise wird die Hinterradbremse beim Motorrad mit dem Fußbremshebel betätigt. Eine Daumenbremse hat den Vorteil, dass man in Rechts- sowie auch Linkskurvenfahrten stets konstante Bedingungen hat. Bei der konventionell betätigten Hinterradbremse hat man in Rechtskurven und speziell in Schräglage des Motorrads wenig Platz, um seinen Fuß zum Bremsen einzusetzen. Mit dem Daumen kann man jederzeit das Hinterrad dosiert bremsen, wodurch der Rennfahrer das Motorrad in die Kurve hineinrutschen lassen kann. Die Vorteile einer Daumenbremse sind nicht nur im Straßenrennsport gegeben. Offroad-Mororradfahrer können mit der Daumenbremse das Hinterrad auf losem Untergrund zum Blockieren bringen, um das Motorrad ohne Kurvenfahrt zu wenden. Der rechte Fuß kann dabei zum Abstützen in Rechtskurven benutzt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Motobike Schmidt (Memento vom 3. Dezember 2009 im Internet Archive), abgerufen am 14. Februar 2010</ref>

Bisher kam die Daumenbremsenkonstruktion ausschließlich den Fahrern auf Rennstrecken zugute, da diese entweder die Fußbremse ganz ersetzte, oder lediglich über einen mechanischen Bremszug als Notbremse benutzt werden konnte. Das Unternehmen Procon Design ließ die Daumenbremse erstmals für den Straßenverkehr in Deutschland zulassen, indem diese hydraulisch mit der gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vorgeschriebenen Fußbremse kombiniert wurde. Somit stehen dem Motorradfahrer beide Systeme gleichermaßen als vollwertige Bremse zur Verfügung. Durch die straßenzugelassene Daumenbremse wird auch das Motorradfahren bei körperlichen Behinderungen am rechten Fuß oder Bein ermöglicht.<ref>Daumenbremse von Procon Design, abgerufen am 13. Februar 2010</ref> Serienmotorräder mit Daumenbremse gibt es jedoch nicht (Stand: Februar 2010).

Einzelnachweise

<references />