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Katja Wolf

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Katja Wolf, 2024

Katja Wolf (* 7. März 1976 in Erfurt als Katja Hofer<ref>Emotionale Worte: Oberbürgermeisterin Katja Wolf zieht nach zwölf Jahren Bilanz / Empfang im Landestheater Eisenach. eisenach.de, 13. Juni 2024</ref>) ist eine deutsche Politikerin (BSW, zuvor Die Linke, PDS). Seit 2024 ist sie Ministerin für Finanzen im Kabinett Voigt, Stellvertreterin des Ministerpräsidenten von Thüringen sowie Mitglied des Thüringer Landtags.

Schon von 1999 bis 2012 gehörte sie dem Thüringer Landtag an, damals für die PDS bzw. Die Linke. Von Juli 2012 bis Juni 2024 war Wolf Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach. Sie ist seit März 2024 Co-Vorsitzende des BSW Thüringen und war von September bis Dezember 2024 Vorsitzende der BSW-Landtagsfraktion.

Werdegang

Herkunft, Ausbildung und Familie

Katja Wolf wuchs in der DDR auf. Ihr Vater war Traktorist (Kraftfahrer von Landmaschinen) und Brigadier (Leiter einer Brigade) in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Nach der Deutschen Einheit kümmerte er sich um den Vertrieb in einer neu gebildeten Absatzgenossenschaft. Ihre Mutter war Lehrerin. Beide Eltern waren Mitglieder in der SED.<ref>Lisa Caspari, Jana Hensel: Katja Wolf: "Wir wollen eine Zumutung sein". In: Die Zeit. 19. Oktober 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 21. Dezember 2024]).</ref> Wolf hat eine fünf Jahre ältere Schwester.<ref name="thueringen24.de">Alexander Riechelmann: Katja Wolf privat: Durch diese Geste kennt sie ganz Thüringen. In: thueringen24.de. 1. September 2024, abgerufen am 2. September 2024.</ref> Mit 16 Jahren trat sie in die PDS ein.<ref>Manuel Liu: Katja Wolf: Alle Infos zur BSW-Spitzenkandidatin. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 1. September 2024, abgerufen am 23. September 2024.</ref> Nach dem Abitur 1994 am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Erfurt studierte Wolf Sozialpädagogik/Sozialarbeit an der Fachhochschule Erfurt und schloss 1999 mit dem Diplom ab. Von Januar bis August 1999 arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Thüringer Landtag.

Katja Wolf ist geschieden und hat zwei Kinder.<ref>Vita. In: Thüringer Landtag. Abgerufen am 4. November 2024.</ref>

Landtagsabgeordnete für PDS und Linke

Nach der Landtagswahl am 12. September 1999 zog Wolf für die PDS in den 3. Landtag ein und wurde dort Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses. Zudem war sie umweltpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion. In der Landtagswahl 2004 wiedergewählt, gehörte sie seit demselben Jahr auch dem Stadtrat in Eisenach an.

Bei der Landtagswahl in Thüringen am 30. August 2009 erhielt sie für die nunmehrige Partei Die Linke im Wahlkreis Wartburgkreis II – Eisenach die meisten Stimmen und damit das Direktmandat.

Oberbürgermeisterin von Eisenach

Bei der Kommunalwahl 2012 kandidierte Wolf in Eisenach für das Amt des Oberbürgermeisters und wurde in der Stichwahl am 6. Mai 2012 mit 51,6 % der Stimmen zur Oberbürgermeisterin der Stadt gewählt.<ref>Stadt Eisenach. Ergebnis der Stichwahl zum Oberbürgermeister am 06. Mai 2012. Vorläufiges Ergebnis. 46 Stimmbezirke. In: gis-eisenach.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2012; abgerufen am 6. Mai 2012.</ref> Am 15. Juni 2015 erregte ein von der NPD im Stadtrat eingebrachter Abwahlantrag gegen Wolf auch überregional Aufsehen, als in geheimer Abstimmung 16 von 34 Stadtratsmitgliedern für den Antrag votierten, obwohl die NPD dort nur drei Sitze hatte.<ref>Paul-Philipp Braun: Abwahlantrag sorgt bundesweit für Aufsehen. In: EisenachOnline.de. 16. Juni 2015, abgerufen am 16. Juni 2015.</ref>

Bei der Kommunalwahl 2018 konnte Wolf ihr Amt verteidigen, nachdem sie in der Stichwahl am 29. April 2018 gegen den Konkurrenten Michael Klostermann (SPD) mit 58,0 % der Stimmen siegte.<ref>OB-Wahl 2018. Stadt Eisenach, 29. April 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2018; abgerufen am 26. Juni 2018.</ref>

Bei der Verpflichtung der neuen Stadtratsmitglieder nach der Kommunalwahl 2014 verweigerte Wolf den NPD-Mandatsträgern den Handschlag, mit dem in Thüringen Stadträte normalerweise verpflichtet werden. Der NPD-Fraktionsvorsitzende klagte dagegen. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht urteilte Anfang Mai 2019, dass das Verhalten von Wolf rechtswidrig gewesen sei, da nach § 24 Absatz 2 der Thüringer Kommunalordnung die gewählten Ratsmitglieder vom Bürgermeister „auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten durch Handschlag zu verpflichten“ seien. Wolf legte Berufung ein; der Prozess ging vor das Bundesverwaltungsgericht. Nach der Kommunalwahl 2019 gab Wolf den gewählten Stadträten der NPD wieder nicht die Hand.<ref>Urteil: OB Wolf durfte Stadträten Handschlag nicht verweigern. In: mdr.de. 10. Mai 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Mai 2019; abgerufen am 23. Mai 2019.</ref><ref>Kein Handschlag für NPD. In: Thüringer Allgemeine. 26. Juni 2019, S. 2 (VolltextPressReader).</ref><ref>Peter Maxwill: Bürgermeisterin über Streit mit Rechtsextremen: Die Handschlag-Krise von Eisenach. In: Spiegel Online. 7. Dezember 2019, abgerufen am 8. Dezember 2019.</ref> Mitte Juni 2020 wurde § 24 Absatz 2 der Thüringer Kommunalordnung geändert, sodass ein Handschlag nicht mehr für die Verpflichtung von Gemeinde- und Stadträten erforderlich ist.<ref>Thüringen: Handschlag unter Kommunalpolitikern nicht mehr Pflicht. In: mdr.de. 15. Juni 2020, abgerufen am 2. August 2024: „Thüringens Bürgermeister müssen Gemeinde- und Stadträte nicht mehr per Handschlag auf ihr Wahlamt verpflichten. Der Landtag hat auf seiner letzten Sitzung den entsprechenden Passus aus der Kommunalordnung gestrichen.“</ref> Sie verweigerte nach der Kommunalwahl 2024 auch den Stadträten der NPD-Nachfolgepartei Die Heimat und der AfD den Handschlag.<ref>Nach Kommunalwahl: Eisenacher OB verpflichtet Stadträte von AfD und „Die Heimat“ ohne Handschlag. In: MDR Thüringen. mdr.de, 27. Juni 2024, abgerufen am 2. August 2024.</ref>

Bei der Wahl zum Kreistag des Wartburgkreises am 20. Juni 2021 wurde sie mit den drittmeisten Stimmen als Mitglied für die Partei Die Linke in den neuen Kreistag gewählt, der seit 1. Juli 2021 die kommunalpolitische Vertretung im zusammengeführten Wartburgkreis einschließlich der bis dahin kreisfreien Stadt Eisenach ist.<ref>Kreistagswahl am 20. Juni 2021 im Wartburgkreis – endgültiges Ergebnis. In: Wahlen im Freistaat Thüringen. Abgerufen am 25. Juni 2021.</ref><ref>Kreistagswahl am 20. Juni 2021 im Wartburgkreis – endgültiges Ergebnis. Gewählte Bewerber. In: Wahlen im Freistaat Thüringen. Abgerufen am 25. Juni 2021.</ref>

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Katja Wolf und Landtagspräsident Thadäus König (CDU)

Wolf wurde am 6. Juni 2019 auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags (DST) in Dortmund zu einer von zwei stellvertretenden Präsidenten des DST gewählt.<ref>Deutscher Städtetag: Katja Wolf zur Stellvertreterin des Präsidenten gewählt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juni 2019; abgerufen am 8. Juni 2019.</ref> Auf der DST-Hauptversammlung in Köln wurde Wolf im Amt des Präsidiums des DST bestätigt.<ref>Präsidium. In: staedtetag.de, Deutscher Städtetag, abgerufen am 30. Mai 2023</ref>

Datei:2024-12-12 Landtag Thüringen – Wahl des Ministerpräsidenten by Sandro Halank–010.jpg
Katja Wolf nach der Vereidigung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU)

Landes- und Fraktionsvorsitzende des BSW

Am 19. Januar 2024 gab Wolf bekannt, bei den Kommunalwahlen 2024 nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren zu wollen.<ref>Birgit Schellbach: Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf wechselt zum Bündnis Sahra Wagenknecht. In: thueringer-allgemeine.de, 19. Januar 2024, abgerufen am 19. Januar 2024.</ref> Zugleich kündigte sie ihren Wechsel zur Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an, um für dieses bei der Thüringer Landtagswahl 2024 zu kandidieren.<ref>August Modersohn, Anne Hähnig: Bürgermeisterin von Eisenach will für Wagenknecht-Bündnis antreten. In: Die Zeit. 19. Januar 2024, abgerufen am 20. Januar 2024.</ref><ref>Eisenach in Thüringen – Oberbürgermeisterin überrascht alle – und wechselt zur Wagenknecht-Partei. In: Focus online. msn, 20. Januar 2024, abgerufen am 21. Januar 2024.</ref> Wolf trat Ende Februar 2024 aus der Partei Die Linke aus.<ref>Katja Wolf ist nicht mehr Mitglied der Linken. In: mz.de. 1. März 2024, abgerufen am 3. März 2024: „Sie habe ihre Austrittserklärung vor wenigen Tagen eingereicht, sagte ein Sprecher des Thüringer Linke-Landesverbands auf Nachfrage.“</ref> Am 15. März 2024 wurden Katja Wolf und Steffen Schütz als Doppelspitze zu Landesvorsitzenden des BSW Thüringen gewählt.<ref>Thüringer BSW-Landesverband gegründet: Katja Wolf in der Doppelspitze. In: MDR Thüringen. 15. März 2024, abgerufen am 15. März 2024.</ref><ref>Vorstand. BSW Landesverband Thüringen</ref>

Im Wahlkreis Wartburgkreis II erreichte sie als Direktkandidatin 28,2 % und verlor damit gegen Ulrike Jary (CDU), die 42,4 % erreichte.<ref>Landtagswahl: BSW-Spitzenkandidatin Katja Wolf verpasst Direktmandat. In: zeit.de. 1. September 2024, abgerufen am 2. September 2024.</ref> Sie zog jedoch über den ersten Platz der BSW-Landesliste in den 8. Thüringer Landtag ein und war von September bis Dezember Vorsitzende der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag.<ref>BSW und CDU mit neuen Fraktionsvorsitzenden. MDR, 13. Dezember 2024, abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref>

Im Oktober 2024 wurden Differenzen zwischen Wolf und der Bundesvorsitzenden Wagenknecht über die Bildung einer Brombeer-Koalition bekannt, die nach Veränderungen im Koalitionsvertrag gelöst werden konnten.<ref>Wolf gegen Wagenknecht? Die Machtprobe in Thüringen. MDR, abgerufen am 2. November 2024.</ref><ref>Elena Vogel: Ein Jahr BSW: Wer gewinnt den Machtkampf? Wagenknecht oder Wolf? 1. November 2024, abgerufen am 2. November 2024.</ref><ref>"Mein politisches Projekt" – Machtkampf im BSW? 2. November 2024, abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref>

Im Unterschied zu vielen Abgeordneten ihrer Partei vertritt Wolf pragmatischere Ansätze bei der Ukraine-Politik und vermeidet allzu scharfe Abgrenzungen gegenüber der NATO.<ref>BSW: Warum sind Sahra Wagenknecht und Katja Wolf in einer Partei? 1. November 2024, abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref>

Gegen den erklärten Widerstand der Parteigründerin Wagenknecht wurde Wolf auf dem Landesparteitag des BSW in Gera am 26. April 2025 als Landesparteivorsitzende bestätigt, Co-Vorsitzender wurde Gernot Süßmuth.<ref>Thüringen: Katja Wolf bleibt an der Spitze des BSW. In: Der Spiegel. 26. April 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. April 2025]).</ref> Vorausgegangen war die Unterstützung durch die Bundesparteivorsitzende Sahra Wagenknecht einer Gegenkandidatur der Landtagsabgeordneten Anke Wirsing sowie ihrer Kritik, dass Wolf sowohl ein Minister- als auch ein Parteiamt innehat.<ref>Katja Wolf bleibt BSW-Chefin in Thüringen. In: mdr.de. 26. April 2025, abgerufen am 26. April 2025.</ref>

Finanzministerin des Landes Thüringen

Katja Wolf wurde am 13. Dezember 2024 zur Ministerin für Finanzen im Kabinett Voigt sowie Stellvertreterin des Ministerpräsidenten ernannt.

Weblinks

Einzelnachweise

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