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August Greim

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August Greim

August Greim (* 6. Juni 1895 in Helmbrechts; † 29. Januar 1975 in Naila) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und von 1938 bis 1945 Oberbürgermeister von Coburg.

Leben und Wirken

Greim, als fünftes von neun Kindern geboren, besuchte die Volksschule und arbeitete als Jugendlicher im elterlichen Wäschegeschäft in Lichtenberg mit. Er wurde an der Fortbildungsschule zum Kaufmann ausgebildet. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg kümmerte er sich um den Ausbau des Geschäftes. Seit 1924 war er zudem Stadtrat des oberfränkischen Lichtenberg.<ref name="Hofmann" /> Zum 9. April 1926 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 33.691).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/11830014</ref><ref group="Anmerkung">Nr. 35.691 gibt irrtümlich Andreas Stefan Hofmann: Oberfranken zur Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1939. auf Seite 462 an.</ref> 1930 ernannte ihn Hans Schemm zum hauptamtlichen Bezirksleiter und 1932 zum Kreisleiter von Lichtenberg-Naila.<ref name="Hofmann" /> Als Mitglied der SA erreichte er den Rang eines Standartenführers.

Vom 24. April 1932 bis zum 19. November 1933 saß Greim als Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Anschließend gehörte er von November 1933 bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 dem nationalsozialistischen Reichstag als Abgeordneter für den Wahlkreis 26 (Franken) an.

Ab 1933 war Greim als Vertreter der Bayerischen Ostmark in der Organisationsleitung der NSDAP bei den Nürnberger Reichsparteitagen tätig und leitete unter anderem das Referat für Massenquartiere.<ref name="Bos">Christian Boseckert: „...damit Coburg schöner wird“? Die NS-Baupolitik in der Vestestadt (1933–1945). Band 26 der Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V., Coburg 2014, S. 96.</ref>

Am 15. Oktober 1937 wurde er NSDAP-Kreisleiter in Coburg und am 17. Dezember 1938 Coburger Oberbürgermeister.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.yumpu.com</ref> Greim war Wunschkandidat des Gauleiters Fritz Wächtler.<ref name="Hofmann">Andreas Stefan Hofmann: Oberfranken zur Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1939. Eine Studie über Aufstieg, Machteroberung und Herrschaftsorganisation der Nationalsozialisten im Norden Bayerns. In: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bamberg: Nr. 34, Bamberg 2020, ISBN 978-3-929341-62-1, S. 462.</ref> Für die Vereinigung von Stadt- und Parteiführung, die seit 1937 verboten war, erhielt er eine Ausnahmegenehmigung der Reichsleitung der NSDAP. Aus der Organisationsleitung der Reichsparteitage schied er aus.<ref name="Bos"/>

Am 9. April 1945 setzte sich Greim kurz vor dem Einmarsch der US-Armee in Coburg, in Richtung Bayreuth ab.<ref name="Hofmann" /> In der Folge stellte er sich in den Dienst des Volkssturmes Regensburg.<ref>Eva Karl: „Coburg voran!“ Mechanismen der Macht – Herrschen und Leben in der „ersten nationalsozialistischen Stadt Deutschlands“. Schnell & Steiner, Regensburg 2024, ISBN 978-3-7954-3945-3, S. 245.</ref> Am 23. April wurde er Zeuge, als sich eine etwa tausendköpfige Menschenmenge versammelte, die für eine kampflose Übergabe der Stadt demonstrierte. Greim gab die Anweisung wahllos Personen aus der Menge zu verhaften. Darunter war der Domprediger Johann Maier, der von einem Standgericht wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode durch den Strang verurteilt und gehängt wurde.<ref name="Proske" details="S. 90." >Wolfgang Proske: August Greim, Kreisleiter und Oberbürgermeister. In: Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter, Helfer, Trittbrettfahrer, Bd. 20. NS-Belastete aus Oberfranken. Kugelberg Verlag, Gerstetten 2025, ISBN 978-3-945893-28-9.</ref>

Am 25. Mai 1945 erfolgte seine Verhaftung. 1948 wurde Greim zunächst in einem Spruchkammerverfahren als Hauptschuldiger angeklagt. Am 15. Februar 1950 gelang ihm die Einstufung als Minderbelasteter. "Im Ergebnis bleibt ein fader Beigeschmack, der sich noch beträchtlich verstärkt, wenn man hört, dass vier Monate später sogar dieser Spruch 'ohne Nachverfahren ... berichtigt' wurde. Final ist Greim in die Gruppe IV der Mitläufer eingereiht worden und galt damit in den Augen der Öffentlichkeit als entlastet."<ref name="Proske" details="S. 93." />

Zuletzt wohnte Greim in Lichtenberg, wo er eine Textilfabrik betrieb.

Literatur

  • Joachim Lilla, Martin Döring, Andreas Schulz: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933–1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-5254-4.
  • Wolfgang Proske: August Greim, Kreisleiter und Oberbürgermeister. In: Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter, Helfer, Trittbrettfahrer, Bd. 20. NS-Belastete aus Oberfranken. Kugelberg Verlag, Gerstetten 2025, ISBN 978-3-945893-28-9, S. 86–93.
  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. 2. Auflage. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Anmerkungen

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