Finn B. Larsen
Finn Bønning Larsen (auch Finn Bönning Larsen; * 5. September 1920 in Ballerup<ref>Finn Bønning Larsen auf Udvandrerne.dk (Jan Larsen).</ref>; † 10. August 2009 in Berlin<ref name="Nachr">Nachruf im Kristeligt Dagblad, 20. August 2009 (dänisch), abgerufen am 28. April 2023.</ref>) war ein dänischer Luftfahrtmanager.
Leben
Finn Bønning Larsen war nach Angaben seiner Tochter dänisch-ungarischer Herkunft.<ref name="Hola13">Corinna en ‘¡Hola!’: “No soy la mujer fatal con la que me han querido identificar”. In: Te interesa, 27. Februar 2013 (spanisch), abgerufen am 4. Juli 2020.</ref> Er war ein Sohn des Verkehrsassistenten Valdemar Thorvald Georg Larsen (1883–1959) und der Lehrerin Vilhelmine Caroline Larsen geborene Christensen. Ein Bruder war Hans Larsen (1912–1983),<ref>det danske Nationalarkiv: 5. nov. 1930 Danmark Folketællings-skema Amt: Frederiksberg Nr. 19. In: 1930 Danmark Folketælling. Nr. 19. Danmark, Lillerød, Denmark 5. November 1930.</ref> der im Zweiten Weltkrieg als dänischer Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung aktiv war.<ref>Hans Larsen. In: Modstandsdatabasen. Dänisches Nationalmuseum, abgerufen am 25. April 2023.</ref> Nach Angaben seiner Tochter Corinna half auch Finn Larsen im Zweiten Weltkrieg verfolgten jüdischen Familien bei der Flucht nach Schweden.<ref name="Hola13" />
Larsen begann ein Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaft in Kopenhagen, wich aber infolge seiner Widerstandsaktivitäten nach London aus.<ref name="Nachr" /> Dort fand er Arbeit bei der dänischen Fluggesellschaft DDL, die 1950 mit der schwedischen und norwegischen Konkurrenz zur skandinavischen Fluglinie SAS fusionierte. Für die SAS ging Larsen in den 1950er Jahren nach Brasilien. Danach war er von 1961 bis 1987 Europa-Direktor der brasilianischen Luftverkehrsgesellschaft Varig mit Sitz in Frankfurt am Main, zuständig für Mitteleuropa und Skandinavien. In dieser Zeit lebte er mit seiner Familie in Bad Soden am Taunus.<ref name="Kastl">Dirk Müller-Kästner: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ex-Sodenerin mischt ganz Spanien auf ( vom 2. August 2018 im Internet Archive). In: Höchster Kreisblatt, 21. April 2012.</ref> Er gehörte zum internationalen Jetset und pendelte häufig zwischen Brasilien, England, Italien, Deutschland und Spanien hin und her.<ref>Susana González: ¿Quién es Corinna zu Sayn-Wittgenstein?, la supuesta amante de Juan Carlos. In: Quién, 18. September 2014 (spanisch), abgerufen am 25. April 2023.</ref> Für seine Arbeit in Brasilien nahm er 1980 in Canela aus der Hand des letzten von der Militärregierung eingesetzten Gouverneurs des Bundesstaates Rio Grande do Sul die Medalha Mauá entgegen, die für besondere Verdienste um den Ausbau des brasilianischen Verkehrswesens verliehen wird.<ref name="Maua">Guia Panrotas, 8. Jg., Nr. 90 (September 1980), S. 40 (mit Foto).</ref> Larsen war auch an der Gründung einer Schule in Brasilien beteiligt und half brasilianischen Fischern bei der Gründung von Genossenschaften.<ref name="Nachr" />
In Frankfurt engagierte er sich jahrzehntelang in ehrenamtlichen Funktionen.<ref name="Kastl" /> Er war unter anderem Vorsitzender des Frankfurter Roll- und Eissport-Clubs und der Leistungsgemeinschaft Eiskunstlauf. Seiner Initiative sind der Bau der Eissporthalle Frankfurt und der Wiederaufbau der Alten Oper zu verdanken.<ref>Stadt gedenkt Finn B. Larsen, Träger der Frankfurter Ehrenplakette. Stadt Frankfurt am Main, 14. August 2009, abgerufen am 6. Februar 2010.</ref> Am 7. September 1982 wurde er für sein Engagement von Oberbürgermeister Walter Wallmann mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.<ref>Stadtchronik 1982. Institut für Stadtgeschichte (Frankfurt am Main), abgerufen am 25. April 2023.</ref> Er war von 1985 bis 1994 Vorsitzender der Frankfurter Sportstiftung.<ref>50 Jahre Frankfurter Sportstiftung. In: Skyline Sports, Ausgabe 1/2018, S. 9–13 (hier: S. 11).</ref>
In den 1990er Jahren führte Larsen eine eigene Beratungsfirma in Frankfurt, die Unternehmen und Regierungsstellen in Verkehrsfragen beriet.<ref name="Nachr" /> Höhepunkt dieser Aktivitäten war die durch seine Vermittlung zustande gekommene Fusion der deutschen Eisenbahnfährgesellschaft DFO mit ihren dänischen Partnern zur Scandlines AG, deren Geschäfte Larsen 1998/99 als erster Vorstandsvorsitzender anfänglich selbst leitete.<ref>Preben Jack Petersen: Bjarne Eklund turned 60. In: Travel People, April 2000 (mit Foto).</ref>
Larsen war mit der Deutschen Ingrid Sauerland verheiratet,<ref>Quem é Corinna Larsen, a mulher que abala a monarquia espanhola? In: Diário de Notícias, 4. August 2020 (portugiesisch), abgerufen am 25. April 2023.</ref> mit der er die Kinder Corinna (* 1964) und Sven Erik (* 1968) bekam.<ref name="Kastl" /> Zwei weitere Kinder Larsens stammen aus einer früheren Verbindung in Dänemark.<ref>Carin Osvaldsson: Vem är egentligen Corinna Larsen? In: Sydkusten, 24. Januar 2021 (schwedisch), abgerufen am 26. April 2023.</ref> Angeblich zum Missfallen Larsens heiratete seine Tochter Corinna im Jahr 2000 Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (* 1976),<ref name="Kastl" /> einen aus dem früheren deutschen Hochadel stammenden Mann, von dem sie sich nach vier Jahren scheiden ließ. Später wurde sie als Freundin des Königs Juan Carlos I. von Spanien international bekannt.<ref>Hans-Christian Rößler: Früherer König Juan Carlos verlässt Spanien. In: FAZ, 3. August 2020, abgerufen am 4. August 2020.</ref> Finn B. Larsen lebte zuletzt mit seiner Frau Ingrid in Orlando (Florida)<ref>Firmenregister des Staates Florida, Nr. P97000026917 (1997–2006).</ref> und Berlin.
Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)
- Medalha do Mérito Mauá (1980)<ref name="Maua" />
- Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main (1982)<ref Name="FinnFFM">Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. „Ehrenträger*innen: […] 1982 Finn B. Larsen“. Stadt Frankfurt am Main, abgerufen am 25. April 2023.</ref>
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland<ref name="Kastl" />
- Kommandeurkreuz des Verdienstordens Pro Merito Melitensi des Souveränen Malteserordens
- Ritterorden des Königreichs Dänemark<ref name="Nachr" />
- Brasilianische Ehrenbürgerschaft<ref name="Kastl" />
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Larsen, Finn B. |
| ALTERNATIVNAMEN | Larsen, Finn Bønning; Larsen, Finn Bönning |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Manager |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1920 |
| GEBURTSORT | Ballerup, Ballerup Kommune, Dänemark |
| STERBEDATUM | 10. August 2009 |
| STERBEORT | Berlin |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Manager (Königreich Dänemark)
- Manager (Verkehrswesen)
- Sportfunktionär (Deutschland)
- Person (Frankfurt am Main)
- Träger des Verdienstordens Pro Merito Melitensi (Kommandeur)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Ehrenbürger eines Staates
- Ehrenbürger in Brasilien
- Däne
- Geboren 1920
- Gestorben 2009
- Mann